„Für Unternehmen wird es immer attraktiver, ihre Produkte über Social-Media zu bewerben oder zu verkaufen. Ein Beispiel dafür ist der seit einigen Monaten aktive TikTok-Shop. Immer häufiger nutzen auch unseriöse Anbieter solche Social-Media-Plattformen für ihre Betrugsmaschen. Verbraucherinnen und Verbraucher sollten daher wachsam sein und die Inhalte sowie Mechanismen der Plattformen verstehen und hinterfragen“, sagte der Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk.
Werbung auf Social-Media-Plattformen
Immer häufiger werben unseriöse Anbieter zum Beispiel auf TikTok für sogenannte „Fake Shops“. Die dort häufig sehr günstig angebotene Ware erhält der Käufer nie; stattdessen ist es das Ziel der Betreiber dieser Fake Shops, Nutzerdaten oder Geld zu erbeuten.
Verbraucherinnen und Verbraucher verlieren dadurch zum Teil hohe Geldbeträge. Künstliche Intelligenz macht es den Betrügern dabei noch einfacher, besonders überzeugende und dadurch schwer zu erkennende Werbevideos sowie Fake Shop-Seiten zu erstellen. Der Fakeshop-Finder der Verbraucherzentralen und Veranstaltungsangebote des Ministeriums für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz helfen dabei, Täuschungen zu entlarven und schon vom Kindesalter an für einen sicheren Umgang mit sozialen Medien zu sensibilisieren.
„Verbraucherinnen und Verbraucher sollten sich immer genaustens informieren, wer die Ware anbietet. Oft lassen sich erste Unstimmigkeiten durch einen Blick aufs Impressum oder die Kontaktangaben erkennen. Auch der von den Ländern, wie Baden-Württemberg, finanzierte Fakeshop-Finder der Verbraucherzentralen kann sehr hilfreich sein, um einen Fakeshop zu erkennen. Außerdem sollten Verbraucher sichere Bezahlarten wählen und nicht per Vorkasse zahlen“, empfiehlt Minister Peter Hauk.
Kinder und Jugendliche besonders gefährdet
Von Betrugsmaschen auf TikTok und anderen Social Media-Plattformen betroffen sind auch viele Kinder und Jugendliche. Immerhin gehört TikTok laut der jährlich von dem Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest durchgeführten Studienreihe JIM (Jugend, Information, Medien) zu einer der drei beliebtesten Apps bei den Zwölf- bis Neunzehnjährigen. Um die Kinder für die Gefahren von Fake Shops und anderen Betrugsmaschen sowie dem Versuch von Einflussmaßnahmen auf TikTok zu sensibilisieren, ist es wichtig, auch Erwachsene und Eltern zu informieren. Das Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg startet daher in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg sowie der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg e.V. zum zweiten Mal in Folge die Online-Veranstaltungsreihe ‚TikTok verstehen, Kinder begleiten: Let’s talk TikTok‘ – Zwischen Vorbildern, Werbung und Manipulation (SCROLL_ Social Media verstehen). Ziel ist es, Eltern und allen weiteren Interessierten praktische Tipps zu geben, um die Mechanismen von TikTok besser zu verstehen und den digitalen Alltag für Kinder sicherer zu machen. Im ersten Durchlauf der Veranstaltungsreihe wurden über 2.300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erreicht.
Fakeshop-Finder
Der Fakeshop-Finder prüft automatisiert mit Hilfe von künstlicher Intelligenz, ob ein Online-Shop typische Merkmale eines unseriösen Anbieters aufweist. Dafür durchsucht er das Internet ständig nach Shops. Auch öffentliche Listen von bekannten Fakeshops kennt und nutzt der Fakeshop-Finder. Aus all diesen Informationen errechnet die Anwendung dann die Wahrscheinlichkeit, dass es sich bei der eingegebenen Adresse um einen Fakeshop handelt. Wer in einem bestimmten Onlineshop bestellen möchte, kann die Internet-Adresse des Shops einfach unter www.fakeshop-finder.de eingeben und erhält binnen wenigen Sekunden eine Einschätzung.
Projekt SCROLL_ Social Media verstehen
Das Projekt SCROLL_ Social Media verstehen unterstützt Eltern dabei, TikTok besser zu verstehen, um Kinder sicher und kompetent im digitalen Alltag zu begleiten. Die Veranstaltungsreihe umfasst unter anderem 60-minütige Online-Workshops, Gespräche zu Datenschutz, Fake News, Manipulation und Influencern sowie Tipps, wie Eltern ihre Kinder stärken können. SCROLL ist ein Kooperationsprojekt der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg und des Ministeriums für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg, mit Unterstützung durch die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg e.V..
















