Artenschutz

Biberverordnung hilft bei Konfliktfällen

Eine neue Biberverordnung erweitert das bestehende Bibermanagement und ermöglicht ein schnelles und unbürokratisches Eingreifen. Ein verträgliches Miteinander von Mensch und Biber steht dabei im Mittelpunkt.

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Ein Biber, fotografiert an einem Fluss (Quelle: dpa).
Symbolbild

Die Landesregierung hat sich auf eine Biberverordnung (PDF) verständigt. Diese stärkt das Bibermanagement des Landes. Bei Konflikten mit dem Biber, die sich nicht durch andere zumutbare Alternativen lösen lassen, können Biber künftig leichter vergrämt und in schweren Fällen auch getötet werden.  

Schnelle Handhabe durch Biberverordnung

Ministerpräsident Winfried Kretschmann sagte: „Wo durch den Biber die Gesundheit von Menschen gefährdet ist oder wo ernste wirtschaftliche Schäden drohen, müssen wir handeln. Deshalb haben wir als Landesregierung die Biberverordnung auf den Weg gebracht, die das bestehende Bibermanagement erweitert und ein schnelles und unbürokratisches Eingreifen ermöglicht.“

Umweltministerin Thekla Walker betonte: „Der Biber unterstützt in vielerlei Hinsicht, sei es beim Hochwasserschutz, beim Rückhalt von Wasser in der Landschaft oder bei der Biotopentwicklung – die sonst viel Geld kosten würde. Wo der Biber aber schwere Konflikte verursacht, müssen wir handlungsfähig sein. Mit der jetzt erarbeiteten Verordnung ermöglichen wir ein verträgliches Miteinander von Mensch und Biber.“

Peter Hauk, Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, führte aus: „Es ist wichtig, dass wir zum Wohle der Landwirtschaft und der Umwelt bei Problemen, die mit und durch den Biber entstehen, schnell reagieren können. Wir brauchen dafür insbesondere für unsere Landwirte und Jäger Rechtssicherheit. Dort, wo Biber massive Schäden verursachen und zur Gefahr für die Landwirtschaft, den Menschen, die Umwelt oder den Hochwasserschutz werden, muss er auch unbürokratisch entnommen werden. Die Verordnung bietet dafür einen Rahmen, entscheidend wird aber die pragmatische und rechtssichere Umsetzung sein.“

Stabile Population Erfolg des Artenschutzes

Dass die Biberpopulation in Baden-Württemberg zwischenzeitlich auf rund 12.400 Tiere geschätzt wird, ist ein großer Erfolg des Artenschutzes. Der Biber wurde im 19. Jahrhundert in Baden-Württemberg durch den Menschen ausgerottet. Heute hat er wieder eine stabile Population erreicht. Das kommt Natur und Mensch zugute: Durch die Bautätigkeiten des Bibers entstehen vielfach naturnahe Gewässer. So schafft der Biber neue Lebensräume, von den zahlreiche andere Arten profitieren. Für diese Renaturierungen müssen keine Steuergelder ausgegeben werden.

Schäden und Verunreinigungen möglich

Aufgrund der teilweise aber hohen Population, gibt es auch Konflikte. Bei Verkehrsanlagen entstehen schnell Schäden und Überflutungen können Unfälle verursachen. Trinkwasserbrunnen können verunreinigt, Kläranlagen in ihrer Leistung beeinträchtigt, Dämme in ihrer Standsicherheit gefährdet werden. Auch Schäden in der Landwirtschaft durch Überstauungen können empfindliche Verluste für betroffene Landwirte bedeuten.

Tötung als letztes Mittel

Hier setzt die landesweite Biberverordnung an, die das bestehende Bibermanagement des Landes stärkt. Wenn es keine zumutbaren Alternativen gibt, können Einzelmaßnahmen zur Vergrämung nun schnell und ohne bürokratisches Antragsverfahren von beauftragten Fachleuten umgesetzt werden. An neuralgischen Punkten kann als letztes Mittel der Biber auch getötet werden, wenn andere Maßnahmen nicht helfen und die Gesundheit von Menschen gefährdet ist oder hohe wirtschaftliche Schäden drohen.

Schnelle Umsetzung in der Fläche

Der Einigung auf die nun vorliegende Biberverordnung ging ein umfangreiches Abstimmungs- und Anhörungsverfahren sowie Beteiligungsprozess voraus. Die unterschiedlichen Interessen von Straßenverkehr, Land- und Forstwirtschaft, Gewässer und Naturschutz wurden abgewogen. Auch die Vorgaben des europäischen Artenschutzes mussten berücksichtigt werden. Die Verordnung soll nun in der Fläche schnell zur Anwendung kommen.

Verordnung der Landesregierung zum Schutz vor Beeinträchtigungen durch den Biber (Biberverordnung – BiberVO) (PDF)

Weitere Meldungen

Das Bild zeigt den neuen Dienststellenleiter der LVT BW Peter Siller frontal im Porträt.
Landesvertretung

Peter Siller neuer Dienststellenleiter der Landesvertretung beim Bund

Evangelische Stadtkirche St. Georg in Weikersheim
Denkmalförderung

Rund 5,4 Millionen Euro für 43 Kulturdenkmale

Mohn- und Kornblumen blühen in einem Getreidefeld (Bild: dpa).
Artenschutz

Projekt „Natur nah dran“ wird verlängert

Ein Windrad dreht sich bei Herbolzheim vor einem Strommast.
Energieversorgung

Task Force soll Ausbau des Stromnetzes beschleunigen

Tierschutzpreis
Tierschutz

Tierschutzpreis 2027 ausgeschrieben

Delegationsreise China
Außenwirtschaft

Dörflinger auf Delegationsreise in China

Gruppenfoto der 54. Sportministerkonferenz. V.l.: Klaus Zimmermann, Staatssekretär im Ministerium für Inneres und Sport des Landes Sachsen-Anhalt, Olaf Bull, Staatsrat beim Senator für Inneres und Sport in Bremen, Stefan Gruhner, Chef der Staatskanzlei und Thüringer Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Sport und Ehrenamt, Florian Birkmeyer, Ministerialdirektor im Ministerium für Bundes- und Europaangelegenheiten, Sport, Ehrenamt und Medien des Landes Rheinland-Pfalz, Andrea Milz, Staatssekretärin für Sport und Ehrenamt des Landes Nordrhein-Westfalen, Reinhold Jost, Minister für Inneres, Bauen und Sport im Saarland, Franziska Becker, Staatssekretärin für Inneres und Sport in Berlin, Nils Thiede, Leiter der Abteilung Jugend, Familie und Sport im Ministerium für Soziales, Gesundheit und Sport Mecklenburg-Vorpommern, Sandro Kirchner, Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration, Magdalena Finke, Ministerin für Inneres, Kommunales, Wohnen und Sport des Landes Schleswig-Holstein, Ulf Bandiko, Amtschef im Ministerium des Inneren und Sport von Sachsen, Theresa Schopper, die für den Sport zuständige Ministerin für Landesentwicklung und Wohnen Baden-Württemberg und Vorsitzende der Sportministerkonferenz, Daniela Behrens, Ministerin für Inneres und Sport von Niedersachsen, Thomas Weikert, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Diana Stolz, hessische Ministerin für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege, Andy Grote, Senator für Inneres und Sport in Hamburg, und Ronald Rauhe, Staatsminister für Sport und Ehrenamt im Bundeskanzleramt.
Sportministerkonferenz

Mehr Bewegung für Kinder und Jugendliche in Deutschland

Forschende im Forschungszentrum M3 des Universitätsklinikums Tübingen
Bundesrat

Bundesrat ändert Wissenschaftsfreiheitsgesetz

Eröffnung der Wanderausstellung der IBA'27 in der baden-württembergischen Landesvertretung in Berlin
Städtebau

IBA’27-Ausstellung in Berlin eröffnet

Eine neue Asphaltdecke wird auf einer Straße aufgebracht. (Bild: Patrick Seeger / dpa)
Straßenverkehr

Fahrbahnsanierung auf B 462 abgeschlossen

Schülerinnen mit Smartphones
Internet

Junge Menschen im Umgang mit Gefahren im Netz stärken

Kisten mit Gemüse und Obst.
Welternährungstag

Ernährungssouveränität bedeutet Sicherheit

Eine junge Frau wird geimpft.
Ärztliche Versorgung

Auswahlverfahren zur Landarztquote 2026 abgeschlossen

Vertragsunterzeichnung "Programm Flächendeckung" beim BMDS
Digitalisierung

Digitale Verwaltungsleistungen in die Fläche bringen

Eine Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) sitzt auf einem Finger und sticht zu.
Gesundheitsschutz

Kein erhöhtes Risiko wegen West-Nil-Virus