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Bauarbeiten für Bahnunterführung in Wendlingen starten

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Verkehrsminister Winfried Hermann (Foto: dpa)

Nach langen Jahren der Entwicklung und Planung beginnen nun die Arbeiten für den Bau der Straßenunterführung unter der Neckartal-Bahnlinie Plochingen-Nürtingen. Dieser Anlass wurde in Wendlingen am Neckar im Rahmen eines feierlichen „ersten Spatenstichs“, gemeinsam mit Verkehrsminister Winfried Hermann, Regierungspräsidenten Wolfgang Reimer und der Bevölkerung gefeiert.

„Das lange Warten hat sich für Wendlingen gelohnt! Der Wendlinger Süden erhält nicht nur eine sichere Querung der Bahnlinie, sondern auch eine Verkehrsentlastung im Ort selbst“, so Minister Hermann.

Die Unterführung der Bahnlinie wird künftig den Stadtteil Unterboihingen mit der Heinrich-Otto-Straße, der künftigen Landesstraße L 1250, verbinden und damit den bisherigen Bahnübergang Schützenstraße überflüssig machen. Befreit vom Verkehr der Landesstraße hat die Nürtinger Straße in Unterboihingen und damit auch die Unterführung von Bahn und der Heinrich-Otto-Straße zukünftig nur noch den innerörtlichen Verkehr aufzunehmen. Die Verkehrsentlastung wird in der Folge mehr Sicherheit für die Bürgerinnen und Bürger bringen.

Zeitgleich mit der Beseitigung des Bahnübergangs an der Schützenstraße beginnt das Regierungspräsidium Stuttgart mit der Verlegung der Landesstraße 1250 zwischen Wendlingen und Oberboihingen. Hierbei handelt es sich um eine unmittelbare Folgemaßnahme des Bahnprojekts Stuttgart – Ulm, welche durch das Regierungspräsidium Stuttgart ausgeführt wird. Wie Regierungspräsident Wolfgang Reimer anlässlich des Spatenstichs für beide Maßnahmen in Wendlingen ausführte, wird mit der Verlegung der L 1250 tatsächlich aber voraussichtlich erst nach den Sommerferien (ab Oktober 2016) begonnen. Reimer weiter: „Da beide Maßnahmen inhaltlich und zeitlich in engem Zusammenhang zueinander stehen, ist ein gleichzeitiger Baubeginn nachvollziehbar und sinnvoll. Mit einer Informationstafel am Ort des künftigen Baufelds wollen wir – auch für die Bevölkerung sichtbar – auf das Projekt hinweisen.“

Bürgermeister Steffen Weigel freute sich, dass nach nunmehr 35 Jahren Planungszeit dieser wichtige Schritt für eine Teilumfahrung Wendlingens zu einem Abschluss gebracht werden kann. Er dankte allen Beteiligten für die gute Zusammenarbeit und wünschte allen einen reibungslosen Bauverlauf.

Die Baumaßnahme zur Bahnunterführung wird gemeinsam von der Stadt Wendlingen am Neckar und der DB Netz AG durchgeführt. Ihre Gesamtkosten, die je zu einem Drittel vom Bund, der Deutschen Bahn und der Stadt getragen werden, belaufen sich auf circa 16,74 Millionen Euro. Der Anteil der Stadt wird mit Fördergeldern nach dem Landes-Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (LGVFG) mit 75 Prozent bezuschusst. Die Straßenbauverwaltung geht von einer Bauzeit bis Ende 2018 aus. Der alte Bahnübergang wird dann abgebaut. 

Regierungspräsident Reimer erklärte weiter, dass leider eine halbjährige Vollsperrung über den Jahreswechsel 2017/2018 bei der Umlegung der L 1250 nicht zu vermeiden sei. Die Bevölkerung von Wendlingen am Neckar sei darüber im Rahmen von Bürgerinformationen zwar bereits unterrichtet worden, dennoch sage er zu, auch künftig über die nächsten Schritte im Zuge dieser komplexen Bautätigkeit in Wendlingen zeitnah zu informieren, damit die verkehrlichen Einschränkungen für alle von Umleitungen Betroffenen so gering wie möglich ausfallen.

Bahnunterführung in Wendlingen

Die vorbereitenden Maßnahmen zur Verschwenkung der Nürtinger Straße und die Um- bzw. Neuverlegung etlicher Versorgungsleitungen, konnten bereits abgeschlossen werden. Die jetzt beginnenden, wesentlich bedeutenderen Arbeiten umfassen den Bau der Grundwasserwanne für die eigentliche Straßenunterführung unter der Neckartalbahnstrecke hindurch, die Errichtung einer Straßenbrücke für die Heinrich-Otto-Straße und einer Eisenbahnbrücke für die Neckartalbahnlinie sowie den Neubau mehrerer Parkplätze für das Sportgelände des TV Unterboihingen e. V. Im Mai 2016 wurde die Firma Wolff & Müller aus Stuttgart von der Stadt Wendlingen am Neckar mit der Ausführung der Maßnahme beauftragt.

Verlegung der Landesstraße L 1250

Die Güterzuganbindung kreuzt die bestehende Landesstraße 1250 plangleich. Daher muss die Landesstraße verlegt werden. Die Maßnahme wurde Ende Mai 2016 an die Arge STRABAG, Dettingen u. Teck, und Matthäus Schmid, Baltringen, vergeben. Mit der Verlegung wird voraussichtlich im Oktober 2016 begonnen. Sie dauert voraussichtlich bis Ende 2018.

Weitere Daten

  • Verlegung der L 1250 ist eine Folgemaßnahme des Bahnprojekts Stuttgart – Ulm, speziell der Güterzuganbindung im PFA 2.1. Sie ist gleichzeitig eine Entlastung der Ortsdurchfahrt von Wendlingen-Unterboihingen im Zusammenhang mit der Bahnübergangsbeseitigung Schützenstraße.
  • Länge 0,8 km
  • Kosten 10,5 Millionen Euro (Auftragssumme, brutto)
  • Kostenträger ist die DB Netz AG

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