Schienenverkehr

Ausbau der Schiene im Land geht weiter voran

Gemeinsam mit dem Bund investiert das Land in moderne Bahnstrecken, bessere Verbindungen und starke Verkehrsknoten. Baden-Württemberg gehört seit Jahren zu den Ländern mit dem stärksten Ausbau.

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Ein fahrender Regionalzug
Symbolbild

Baden-Württemberg investiert gemeinsam mit dem Bund weiter stark in den Ausbau der Schieneninfrastruktur und hat die nächsten Großprojekte auf den Weg gebracht. Das Land besetzt daher seit Jahren einen Spitzenplatz beim Abruf der Mittel aus dem Budget des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes (GVFG).

Die Bundesmittel decken bis zu 90 Prozent der zuwendungsfähigen Infrastrukturkosten und damit rund 70 Prozent der Gesamtkosten ab. Sie fließen vor allem in große Projekte im Schienenverkehr und finanzieren zusammen mit dem Landesanteil Vorhaben, die sonst nicht gebaut werden könnten. Baden-Württemberg gehört seit Jahren zu den Ländern mit dem stärksten Ausbau und sicherte sich 2024 rund ein Fünftel der verfügbaren Bundesmittel. Dazu hat Verkehrsminister Winfried Hermann am Dienstag, 2. Dezember 2025, im Kabinett berichtet.

Wir investieren gemeinsam mit dem Bund in moderne Bahnstrecken, bessere Verbindungen und starke Verkehrsknoten. Das macht den öffentlichen Verkehr attraktiver, entlastet die Straßen und bringt mehr Klimaschutz.
Ministerpräsident Winfried Kretschmann

Ministerpräsident Winfried Kretschmann betonte im Anschluss an die Sitzung des Ministerrats die Bedeutung der Bundesmittel für den Ausbau des klimafreundlichen Verkehrs: „Wer mehr Menschen für die Bahn gewinnen möchte, muss die Infrastruktur ausbauen. Wir investieren daher gemeinsam mit dem Bund in moderne Bahnstrecken, bessere Verbindungen und starke Verkehrsknoten. Das macht den öffentlichen Verkehr attraktiver, entlastet die Straßen und bringt mehr Klimaschutz.“

Spitzenposition im Vergleich der Länder

Kretschmann hob zugleich die gute Position Baden-Württembergs im Vergleich der Länder hervor und verwies auf den weiteren Bedarf: „Wir nutzen das Programm sehr erfolgreich. Der Bedarf im Land ist und bleibt hoch. Das gilt besonders bei Elektrifizierungen, Reaktivierungen und dem Ausbau regionaler Strecken. So können wir wichtige Vorhaben voranbringen.“

Gleichzeitig stellte Verkehrsminister Winfried Hermann heraus: „Es reicht nicht, dass der Bund Mittel zur Verfügung stellt. Auch wir bringen unseren Anteil, um Projekte voranzutreiben. Damit vor allem große Projekte vorankommen, verbessern wir die Bedingungen für eine Unterstützung durch das Land noch mal deutlich. Das setzen wir bereits bei der Bodenseegürtelbahn und Brenzbahn um und wollen das auf weitere Vorhaben übertragen.“ Das Land bezahlt hier erstmals 50 Prozent der Kosten für Aus- und Neubau und bis zu 100 Prozent bei Elektrifizierungen für alles, was der Bund nicht übernimmt. Mit dem Sondervermögen des Bundes plant das Verkehrsministerium, dies auf alle Ausbauprojekte nach dem GVFG auszuweiten.

Zu den Projekten, die im Jahr 2024 mit den meisten Mitteln unterstützt wurden, zählen die Verlängerung der S3 von Bernhausen nach Neuhausen der Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB), das Konversionsnetz Mannheim der MV Mannheimer Verkehr GmbH, große Grunderneuerungsvorhaben der landeseigenen Südwestdeutschen Verkehrs GmbH (SWEG) sowie der Ausbau der Breisgau-S-Bahn. Insgesamt hat das Land im Jahr 2024 16 Projekte mit eigenen Mitteln in Höhe von 58,7 Millionen Euro unterstützt. Die Höhe der Bundesmittel lag bei 195 Millionen Euro.

Weitere Projekte bereits gestartet

Bei wichtigen Ausbauprojekten im Land hat Baden-Württemberg bereits die nächsten Schritte eingeleitet. Das Verkehrsministerium, der Landkreis Heidenheim, der Ostalbkreis, die Stadt Ulm und die Deutsche Bahn haben kürzlich eine Finanzierungsvereinbarung zur Vorplanung sowie zur Entwurfs- und Genehmigungsplanung für den Ausbau und die Elektrifizierung der Brenzbahn im Volumen von rund 63 Millionen Euro geschlossen.

Die eingleisige und nicht-elektrifizierte Brenzbahn von Aalen über Heidenheim nach Ulm ist eine wichtige Verbindung der Schiene für diesen wichtigen Lebens- und Wirtschaftsraum. „Die Leistungsfähigkeit der Infrastruktur ist unzureichend. Nur durch Ausbau und Elektrifizierung können wir das Angebot weiter verbessern“, sagte Hermann. Mit der Finanzierungsvereinbarung ist der Weg frei für die weiteren Planungen.

Mehr und zuverlässigerer Zugverkehr

Auch für die vertiefte Planung zum Ausbau und zur Elektrifizierung der Bodenseegürtelbahn sind die Weichen gestellt. Anfang November haben die Projektpartner aus Land, Landkreis Konstanz, Bodenseekreis und Deutscher Bahn die Finanzierungsvereinbarung für die Entwurfs- und Genehmigungsplanung unterzeichnet. Die Partner stellen dafür insgesamt 42,9 Millionen Euro bereit. Das Land übernimmt 50 Prozent, der Bodenseekreis 30 Prozent und der Landkreis Konstanz 20 Prozent.

„Ziel ist ein attraktiverer, leistungsfähigerer Zugverkehr am Bodensee: Moderne und saubere Elektrozüge lösen die Dieselzüge ab. Das ermöglicht ein größeres und besseres Angebot mit mehr und zuverlässigeren Zügen“, so Verkehrsminister Hermann. Modernisierte, barrierefreie Stationen erhöhen zusätzlich den Komfort. Drei zusätzliche Stationen sorgen für eine noch bessere Vernetzung.

GVFG-Programm

Über das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) unterstützt der Bund Investitionen in die Schieneninfrastruktur. Dazu gehören Neubau und Ausbau von Strecken, Elektrifizierungen, Reaktivierungen, Stationsmodernisierungen und in Teilen auch die Grunderneuerungen. Baden-Württemberg nutzt die Fördermittel sowohl für kommunale Projekte als auch für Vorhaben der Deutschen Bahn. Die abgerufenen Bundesmittel lagen 2020 bei 65 Millionen Euro, 2021 bei 59 Millionen Euro, 2022 bei 272 Millionen Euro und 2023 bei 224 Millionen Euro.

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