Künstliche Intelligenz

Baden-Württemberg drängt auf praktikable KI-Regeln

Baden-Württemberg drängt im Bundesrat auf praktikable Regeln für die Nutzung von Künstlicher Intelligenz. So soll Innovationskraft unterstützt und Formularflut eingedämmt werden.

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Symbolbild zur Künstlichen Intelligenz mit einem Prozessor und dem Schriftzug "AI Artificial Intelligence Technology"
Symbolbild

Der Wirtschaftsausschuss des Bundesrates hat einen Antrag aus Baden-Württemberg angenommen. Ziel ist es, die europäische Regulierung von Künstlicher Intelligenz (KI) bürokratiearm und innovationsfreundlich auszugestalten. Anlass ist der sogenannte Digital-Omnibus zur europäischen KI-Verordnung. Mit diesem Vorhaben will die Kommission der Europäischen Union (EU) die Digitalgesetzgebung vereinfachen und Hürden bei deren praktischer Umsetzung abbauen.

Praxistaugliche Regeln für Europas KI-Zukunft

Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus, sagte: „Künstliche Intelligenz ist ein Schlüssel für Wettbewerbsfähigkeit und digitale Souveränität in Europa. Wer hier zu schwer reguliert, gefährdet die Innovationskraft unserer Unternehmen. Wir brauchen klare Regeln – aber sie müssen praxistauglich sein und dürfen unsere Betriebe nicht ausbremsen.“ Baden-Württemberg setze sich deshalb seit Langem für verständliche, schlanke Vorgaben und eine realitätsnahe Umsetzung der europäischen KI-Verordnung ein. „Der Digital-Omnibus geht in die richtige Richtung. Aber er ist nur ein erster Schritt. Jetzt kommt es darauf an, die Regulierung insgesamt einfacher, verständlicher und unternehmensnäher zu machen.“

Der Antrag im Bundesrat unterstützt die im Digital-Omnibus vorgesehenen Vereinfachungen – darunter längere Übergangsfristen, gezielte Entlastungen für mittelständische Unternehmen sowie die Vermeidung von Doppelregulierung. Zugleich sieht Baden-Württemberg weiteren Handlungsbedarf.

Die Forderungen im Einzelnen

Konkret fordert das Land:

  • Mehr Unterstützung und Beratung für Unternehmen, insbesondere in der Anfangsphase, in der viele Auslegungsfragen noch offen sind.
  • Vereinfachte Dokumentationspflichten, etwa durch standardisierte und praxistaugliche Vorlagen.
  • Einen kontinuierlichen Dialog mit Mittelstand und Start-ups, um Belastungen frühzeitig zu erkennen und gezielt nachzubessern.
  • Niedrigschwellige Reallabore, die nicht nur Behörden, sondern auch Unternehmen und Forschungseinrichtungen betreiben können.

Wettbewerbsfähigkeit des Standorts sichern

Mit dem Antrag will Baden-Württemberg auch die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts sichern. „Wir stehen in einem harten internationalen Wettbewerb – mit den USA, mit China, mit anderen Innovationsregionen. Wenn wir zu langsam und zu kompliziert werden, verlieren wir. Weniger Bürokratie und schnellere Verfahren sind deshalb keine Gefälligkeit an Unternehmen, sondern eine Voraussetzung für unseren wirtschaftlichen Erfolg.“ Die Wirtschaftsministerin fordert: „Europa muss beim Thema Künstliche Intelligenz Maß und Mitte finden: Schutz ja – Überregulierung nein. Nur so sichern wir Innovation, Wertschöpfung und gute Arbeitsplätze in unserem Land.“

Der Antrag wird nach Abschluss aller Ausschussberatungen abschließend im Plenum des Bundesrates behandelt. Die nächste Plenarsitzung ist am 6. März 2026.

Weitere Meldungen

Gruppenbild Teilnehmer Podiumsdiskussion
Wissenschaft

Widerstandskraft von Wissenschaft stärken

Ein Bauarbeiter schaut auf ein Gebäude, das als Testobjekt aus Recyclingbeton gebaut wird.
N!BBW

Termine für Workshops zum nachhaltigen Bauen

In Westen gekleidete Polizisten stehen in Reutlingen. (Bild: picture alliance/Silas Stein/dpa)
Sicherheit

Baden-Württemberg ist und bleibt sicher

Logo der Allianz Industrie 4.0 Baden-Württemberg
Wirtschaft

„Allianz Industrie 4.0 Baden-Württemberg“ wird fortgesetzt

Eine Rötelmaus (Clethrionomys glareolus) im Schnee (Bild: © dpa).
Landwirtschaft

Pragmatischer Umgang bei der Bekämpfung von Schadnagern

Die Altstadt von Meersburg am Bodensee.
Tourismus

Zahl der Gäste im Land erreicht Rekordhoch

Eine junge Frau forscht im Life Science Center der Universität Hohenheim an Pflanzen in Klimakammern (Symbolbild: © dpa).
Forschung

Land fördert Zukunftstechnolo­gien an Landesuniversitäten

Ein Scan-Auto, das automatisch Parksünder registriert, fährt bei einem Pilotversuch an vor der Universität Hohenheim geparkten Fahrzeugen vorbei.
Parkraumüberwachung

Effizientere Parkraumkontrolle mit Scan-Fahrzeug in Heidelberg

Wappen von Baden-Württemberg auf dem Ärmel einer Polizeiuniform. (Bild: Innenministerium Baden-Württemberg)
Polizei

Festnahme eines deutschland­weit aktiven Serieneinbrechers

Logo Öffentlicher Gesundheitsdienst. Die Abkürzung "ÖGD" ist in dicken Buchstaben dargestellt. Darunter steht in "Öffentlicher Gesundheitsdienst - Schützt. Hilft. Klärt auf."
Gesundheit

Einheitliche Software-Landschaft für die Gesundheitsämter

Eine Lehrerin in der Grundschule mit Schülerinnen und Schülern.
Öffentlicher Dienst

Tarifabschluss im öffentlichen Dienst

Eine S-Bahn der Deutschen-Bahn fährt Richtung Stuttgart. (Bild: © picture alliance/Tom Weller/dpa)
SPNV

Neuer grenzüberschreitender REX ab Dezember 2026

Visualisierung vom Anbau der Frauenklinik am Universitätsklinikum Tübingen Ansicht West
Vermögen und Bau

Frauenklinik am Universitäts­klinikum Tübingen wird erweitert

Eine Frau bedient das Portal ELSTER der deutschen Steuerverwaltungen zur Abwicklung der Steuererklärungen und Steueranmeldungen über das Internet.
Steuern

Digitale Steuererklärung wird deutlich einfacher

Eine muslimische Einwanderin sitzt mit anderen Personen am Tisch und schaut sich während des Englischunterrichts Blätter mit Grammatikaufgaben an.
Integration

Lucha kritisiert Zulassungsstopp bei Integrationskursen