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Aktionsplan für besseren Schienennahverkehr

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Zugreisende (Foto: © dpa)

Angesichts massiver Verspätungen und Zugausfälle auf einigen Strecken in Baden-Württemberg haben das Land und die Deutsche Bahn ein umfangreiches Maßnahmenpaket mit einem Zehn-Punkte-Plan für Verbesserungen im regionalen Schienenverkehr vereinbart.

Angesichts massiver Verspätungen und Zugausfälle auf einigen Strecken in Baden-Württemberg haben das Land und die Deutsche Bahn ein umfangreiches Maßnahmenpaket für Verbesserungen im regionalen Schienenverkehr vereinbart. Ein zehn Punkte umfassender Aktionsplan sieht unter anderem personelle Unterstützung für das Management der DB Regio Baden-Württemberg, unbürokratische Entschädigungsregelungen für betroffene Vielfahrer unter den Fahrgästen, frühzeitige und umfassende Information bei möglichen künftigen Zugausfällen, Bereitstellung von besserem Wagenmaterial aus anderen Regionen Deutschlands sowie ein Programm zur Personalgewinnung vor.

Relevante Verbesserungsmaßnahmen vereinbart

„Wir haben mit dem Aktionsplan relevante Verbesserungsmaßnahmen vereinbart. Ich danke der DB-Führung und insbesondere Herrn Huber, dass der größere Teil unserer Vorschläge angenommen wurde. Jetzt muss die Deutsche Bahn zeigen, dass sie die versprochene Qualität im Interesse der Fahrgäste schnell umsetzt und dauerhaft einhält“, sagte Verkehrsminister Winfried Hermann.

„Der Aktionsplan zeigt, dass der ganze DB-Konzern entschlossen mithilft, die – auch für uns – unbefriedigende Situation im baden-württembergischen Nahverkehr schnell und nachhaltig zu verbessern. Für diese Sofortmaßnahmen nehmen wir mehr als fünf Millionen Euro zusätzlich in die Hand“ erklärte Berthold Huber, DB-Konzernvorstand Personenverkehr.

Lösungen für betriebliche Probleme und personelle Engpässe erarbeiten

Künftig soll der erfahrene Bahn-Manager Bernhard Weisser (zuletzt Chef der S-Bahn München) als „Chef Qualitätsoffensive Baden-Württemberg“ die Umsetzung des Aktionsplans steuern. Zusätzlich wurde ein gemeinsamer Lenkungskreis mit dem Vorstand der DB Regio AG und DB Regio-Chef David Weltzien geschaffen, um mit Hochdruck an Lösungen für betriebliche Probleme und personelle Engpässe zu arbeiten. Außerdem hat DB Regio den baden-württembergischen Nahverkehrsexperten Gerhard Schnaitmann als Berater gewonnen, der bis April 2017 als Qualitätsprüfer vom Land Baden-Württemberg engagiert war.

Jahreskarteninhaber auf den von Verspätungen und Zugausfällen besonders betroffenen Strecken Filstal-, Franken- und Remsbahn sollen über einen noch zu klärenden unbürokratischen Weg einen Monatsbeitrag als freiwillige Kulanzleistung von DB Regio zurückerstattet bekommen. Die DB entschuldigt sich bei allen betroffenen Fahrgästen ausdrücklich für die Beeinträchtigungen.

DB-Regio Baden-Württemberg wird personell durch benachbarte DB-Regionalbereiche unterstützt. Unter anderem bedient schon jetzt Personal von DB Regio Bayern die Strecken Würzburg – Stuttgart oder Nürnberg – Stuttgart. Zur Instandhaltung der Fahrzeuge werden künftig auch Werkstätten in Bayern und Frankfurt genutzt.

Auf der Filstalbahn wird ein zusätzlicher Doppelstock-Zug von September 2017 an für eine Entspannung der Lage sorgen. Weitere Fahrzeughilfen aus dem Gesamtunternehmen sind zugesagt.

Zusätzliche Lokführer für Baden-Württemberg bereitstellen

DB-Personal soll in Baden-Württemberg gehalten werden. Jobbörsen mit benachbarten Regionen, anderen DB-Geschäftsfeldern und dritten Verkehrsunternehmen in Crailsheim, Stuttgart und Heilbronn zeigen DB-Mitarbeitern berufliche Perspektiven für nach Auslaufen der Verkehrsverträge in Baden-Württemberg auf.

DB Regio stellt aus anderen Regionen in einem ersten Schritt bis zu 30 zusätzliche Lokführer für Baden-Württemberg bereit, die für sechs Monate aushelfen sollen. Für diese Lokführer als auch eigene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wird ein Budget für ihren besonderen Einsatz und zur Qualitätssicherung in Höhe von drei Millionen Euro bereitgestellt. Bis Oktober werden weitere 30 Lokführer ihre Ausbildung abgeschlossen haben. Die Ausbildungskapazitäten werden erweitert.

Kritische Zugleistungen werden an dritte Unternehmen vergeben. DB Regio ist bereits in Gesprächen mit potentiellen Subunternehmen – zum Beispiel mit der Hohenzoller-schen Landesbahn (HzL) und der Bodensee-Oberschwaben-Bahn über die Nutzung von deren Werkstätten. Weiteren Kooperationen steht von Seiten DB Regio nichts entgegen.

App für Pendler und neuer Ferienfahrplan

Unvermeidbare Zugausfälle werden frühzeitig angekündigt. Speziell für Pendler gibt es die App DB Streckenagent, über die Fahrgäste sehr schnell per Push-Nachricht Informationen über ihre Linien oder Alternativvorschläge bei einer Verspätung erhalten. Der erstmals für Baden-Württemberg eingeführte Ferienfahrplan wird ab Montag, 17. Juli, intensiv kommuniziert. In den Ferienwochen werden einige wenige Zugfahrten aus dem Fahrplan genommen, da in dieser Zeit fast 100 Lokführer je sechs Tage lang für neue Triebfahrzeuge geschult werden. Diese werden im Rahmen des neuen Verkehrsvertrages ab Dezember 2017 auf der Gäu-Murr-Bahn eingesetzt.

Die Vielfalt der Fahrzeuge soll verringert werden. DB Regio Baden-Württemberg legt dem Land einen Vorschlag zur Reduzierung der Fahrzeugvielfalt vor, um Wartungs- und Instandhaltungsprozesse zu vereinfachen. Als erster Schritt ist bereits die Verlagerung von Fahrzeugen von Ulm nach Stuttgart in Vorbereitung. Damit erhält die DB-Werkstatt in Ulm Kapazität zur Reduzierung von längerfristig stehenden Fahrzeugen und es wird die Möglichkeit geschaffen, sich auf weniger Fahrzeugtypen zu spezialisieren.

DB Regio Baden-Württemberg erarbeitet gemeinsam mit dem Land Möglichkeiten, bei größeren Störungen schneller und unbürokratischer den betroffenen Kunden zu helfen – unter anderem durch die Einrichtung von Busersatzverkehren mit entsprechendem Vorlauf sowie die Übernahme von Taxikosten. Die Öffnung des Fernverkehrs stellt die DB bereits dort, wo immer möglich, sicher.

10-Punkte-Aktionsplan der DB-Regio Baden-Württemberg (PDF)

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