Landwirtschaft

Wieder mehr Fisch aus der Region im Angebot

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Ein Angestellter einer Forellenzucht sortiert Forellen. (Foto: © dpa)

Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch hat die Fischzucht „Forellenhof Rössle“ in Lichtenstein-Honau besucht und sich vor Ort über die Qualität der Aufzucht von Forellen und Saiblingen und deren Vermarktung informiert.

„Regionalität spielt glücklicherweise für die Verbraucher wieder eine immer größere Rolle. Besonders erfreulich dabei ist, dass auch wieder mehr Fisch aus der Region für die Käufer im Angebot ist. Dies bedeutet viel Arbeit und Geschick, wie hier in Honau erfolgreich zu sehen ist“, sagte die Staatssekretärin im Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Friedlinde Gurr-Hirsch, beim Besuch der Fischzucht „Forellenhof Rössle“ in Lichtenstein-Honau (Landkreis Reutlingen). Sie informierte sich vor Ort über die Qualität der Aufzucht von Forellen und Saiblingen und deren Vermarktung.

Im Rahmen der Führung durch Gerhard Gumpper, Mitinhaber der Forellenzucht, durch die Anlage konnte sich die Staatssekretärin einen guten Eindruck von einer modernen Forellenzucht-Anlage machen. Ziel der erst kürzlich umgebauten Anlage sei es, den Fischen eine optimale Wasser-, Sauerstoff- und Futterversorgung zu bieten. Gleichzeitig könne jetzt das ablaufende Wasser effektiver gereinigt werden, so dass auch die Umwelt von den Investitionen profitiere. Für die Umbau- und Modernisierungsmaßnahmen stehen Fördermittel des Landes und aus dem Europäischen Meeres- und Fischereifonds (EMFF) zur Verfügung.

„Ich bin sehr angetan von dem Vermarktungskonzept des Betriebs ‚Forellenhof Rössle‘. In Baden-Württemberg setzen wir auf regionale Ware und kurze Vertriebswege“, so die Staatssekretärin. Durch den Verzehr und den Direktverkauf aller Fische im angeschlossenen Hotel und Restaurant würde der regionale Anspruch voll umgesetzt. „Dazu haben wir die Möglichkeit geschaffen, dass Fischzüchter das Qualitätszeichen Baden-Württemberg (QZBW) nutzen und Forellen und Saiblinge unter diesem Siegel vermarkten können. Damit weiß der Verbraucher, dass er regional erzeugte Ware in Top-Qualität bekommt.“ Auch der „Forellenhof Rössle“ nutzt das QZBW für seine Forellen und Saiblinge.

Die Fischzucht „Forellenhof Rössle“

Der Betrieb besteht seit 1885 und wird von den Besitzerfamilien Gumpper und Stoll in der fünften Generation betrieben. Neben der Anlage Honau im Forellenweg existiert eine weitere Anlage in Unterhausen-Zellertal. In Honau werden Forellen und Saiblinge zu Speisefischen großgezogen, im Unterhauser Zellertal werden die Eier erbrütet und die Brut wird zu Jungfischen aufgezogen.

Forellenzucht in Baden-Württemberg

Baden-Württemberg ist in der Forellen-Teichwirtschaft hervorragend positioniert. Günstige topografische Bedingungen und eine vergleichsweise gute Verfügbarkeit von ganzjährig sauerstoffreichem und sommerkühlem Wasser ermöglichen, nach amtlicher Statistik eine jährliche Produktion von circa 4.000 bis 5.000 Tonnen Speise- und Satzforellen sowie Saiblingen. Die Anzahl der Haupterwerbsbetriebe wird nach qualifizierter Einschätzung mit 110, die Anzahl der Nebenerwerbs- und Hobbybetriebe mit circa 3.000 angegeben.

Damit wird in Baden-Württemberg mehr als ein Drittel der bundesweit produzierten Salmoniden (Forellen und Saiblinge) großgezogen. Auf Deutschland bezogen wird im Vergleich zur heimischen Produktion etwa die dreifache Menge an Salmoniden aus EU-Mitgliedstaaten und Drittländern importiert.

Die Fischereiforschungsstelle Baden-Württemberg in Langenargen berät und unterstützt die Betriebe, indem sie regelmäßig über neue Erkenntnisse informiert, zum Beispiel durch einen Rundbrief oder jährliche Informationsveranstaltungen. Ein Schwerpunkt ihrer praxisbezogenen Untersuchungstätigkeit liegt seit einigen Jahren im Bereich der Aquakultur und zum Teil werden Untersuchungen in Zusammenarbeit mit ischzuchtbetrieben durchgeführt.

Der Europäische Meeres- und Fischereifonds

Baden-Württemberg beteiligt sich seit vielen Jahren erfolgreich an der europäischen Fischereiförderung. Im aktuellen Förderzeitraum 2014 bis 2020 stehen circa 6,6 Millionen Euro Fördermittel zur Verfügung. Der Landesanteil beträgt 1,3 Millionen Euro. Förderanträge können beim Regierungspräsidium Tübingen, Referat 32, gestellt werden, Zuwendungen werden als Zuschuss gewährt. Die Höhe des Zuschusses beträgt je nach Art des Vorhabens zwischen 25 und 40 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten.

Das Qualitätszeichen Baden-Württemberg

In das Qualitätszeichen Baden-Württemberg (QZBW) wurde der Produktbereich „Süßwasserfische aus Aquakultur und daraus hergestellte Erzeugnisse“ nach einer Testphase zum 1. Januar 2017 neu aufgenommen.

QZBW ist ein Gütesiegel für Produkte, die nach den Bestimmungen der produkt-spezifischen Grund- und Zusatzanforderungen in Baden-Württemberg erzeugt wurden. Erzeuger werden über eine Teilnahmevereinbarung in das QZBW aufgenommen, Zeichennutzer über einen Zeichennutzungsvertrag. Das Zeichen kann von allen Unternehmen genutzt werden, die mittels eines Zeichennutzungsvertrages in das Kontroll- und Prüfsystem eingebunden sind. Die Anforderungen, die von Erzeugern und Verarbeitern eingehalten werden müssen, sind in den Grund- beziehungsweise Zusatzanforderungen definiert.

Extern: Infodienst Landwirtschaft: Europäischer Meeres- und Fischereifonds (Öffnet in neuem Fenster)

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