Aussenwirtschaft

Kritik an US-Strafzöllen auf Stahl- und Aluminiumimporte

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Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut

Für Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut sind die angekündigten US-Strafzölle auf Stahl- und Aluminiumexporte äußerst bedenklich und für den freien Welthandel schädlich. Sie warnt vor einer Spirale gegenseitig verhängter Strafzölle.

Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut bezeichnet es als „äußerst bedenklich und für den freien Welthandel schädlich“, dass die USA nunmehr sogenannte „Strafzölle“ auf Stahl- und Aluminiumimporte erheben.

Zum jetzigen Zeitpunkt sei noch keine verlässliche Einschätzung möglich, welche Auswirkungen diese Strafzölle auf Baden-Württemberg tatsächlich haben werden. Die Wirtschaftsministerin gehe jedoch davon aus, dass sich diese Strafzölle zunächst nicht in großem Stil bemerkbar machen würden, da Metallexporte aus Baden-Württemberg in die USA 2017 lediglich einen Anteil von knapp 0,6 Prozent aller Exporte Baden-Württembergs in die USA ausmachten (152,2 Millionen Euro von 24,6 Milliarden Euro).

Warnung vor Spirale gegenseitig verhängter Strafzölle

Ministerin Hoffmeister-Kraut: „Was uns jedoch Sorge bereiten muss, ist eine mögliche Eskalation oder eine Spirale gegenseitig verhängter Strafzölle.“ So habe Präsident Trump die Ausweitung der Strafzölle seitens der USA auf Kraftfahrzeuge bereits als möglich in Aussicht gestellt, falls die EU nun ihrerseits mit Strafzöllen reagieren sollte. „Das würde uns in der Tat schwer treffen. Denn gut ein Viertel aller deutschen Exporte in die USA kommt aus Baden-Württemberg. Das zeigt die Leistungsstärke unserer Industrie. Diese Stärke ist zugleich auch unsere Achillesferse.“

Die mit Abstand wichtigsten Exportgüter Baden-Württembergs in die USA seien auch im Jahr 2017 Kraftwagen und Kraftwagenteile gewesen. Diese hatten einen Exportwert von 8,2 Milliarden Euro und machten rund ein Drittel aller Exporte aus Baden-Württemberg in die USA aus.

Baden-Württemberg auf gute Handelsbeziehungen angewiesen

Hoffmeister-Kraut: „Wir sind deutlich stärker als andere Bundesländer auf gute Handelsbeziehungen angewiesen. Wir sind mit Abstand das exportstärkste Bundesland. Die USA sind unser wichtigster Handelspartner. Umso mehr müssen wir uns auf nationaler und europäischer Ebene dafür einsetzen, dass es nicht zu einem Wettlauf bei der Einführung gegenseitiger Strafzölle mit den USA kommt. Allen Partnern dies- und jenseits des Atlantiks muss die immense Bedeutung freien und fairen Welthandels bewusst bleiben oder wieder bewusst werden.“

Sie appelliere, vorrausschauende und kluge Entscheidungen in dem Bewusstsein zu treffen, dass durch Protektionismus alle verlören: „Abschottung ist kein tragfähiges wirtschaftspolitisches Konzept. Dynamische Handelsbeziehungen bedeuten gegenseitige Investitionen, Arbeitsplätze und Wohlstand – und zwar auf beiden Seiten“, so Hoffmeister-Kraut.

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