Kulturelles Erbe

Tagung und Ausstellung zu den Kelten

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Baden-Württemberg, Herbertingen: Die Außenansicht zeigt die Nachbauten der keltischen Heuneburg. (Bild: Patrick Seeger / dpa)

Die Landesdenkmalpflege befasst sich seit Jahrzehnten mit dem Schutz, der Pflege und der Erforschung des kulturellen Erbes der Kelten im Land. Eine Tagung betrachtet nun das Siedlungswesen und die Bestattungssitten der Kelten, zeitgleich findet eine Ausstellung zum Thema statt.

Im Rahmen einer Tagung zu aktuellen Forschungen zu den Kelten in Baden-Württemberg sagte Staatssekretärin Katrin Schütz im Stuttgarter Haus der Wirtschaft: „Die Hinterlassenschaften der Kelten sind ein wichtiger Teil unseres reichen kulturellen Erbes. Die Landesdenkmalpflege kümmert sich bereits seit vielen Jahrzehnten sehr erfolgreich um Schutz, Pflege und Vermittlung dieses Erbes und hat spektakuläre Ausgrabungen zu bieten. Die Gräber des Keltenfürsten von Eberdingen-Hochdorf und der Dame aus der Bettelbühlnekropole nahe der Heuneburg sind Botschafter unseres langjährigen sehr ertragreichen Wirkens.“

Hochpräzise digitale Technik bringt Denkmale zum Vorschein

Der Einsatz neuer, hochpräziser Techniken wie der LIDAR-Messung aus der Luft ermöglichen immer detailliertere Einblicke und neue Erkenntnisse auch über keltische Hinterlassenschaften. „Hochauflösende LIDAR-Scans konnten am Rosensteinmassiv bei Heubach oder dem Heiligenberg bei Heidelberg die Wallanlage deutlich zum Vorschein bringen“, sagte Regierungspräsident Wolfgang Reimer. „Auch andere Strukturen, wie im Acker gelegene, fast vollständig verflachte Grabhügel, werden mit dieser Technik wieder sichtbar gemacht. Die dadurch neu entdeckten Denkmale können vom Landesamt für Denkmalpflege bewahrt und geschützt werden.“ Die Tagung wurde vom Wirtschaftsministerium, der obersten Denkmalschutzbehörde, in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart (LAD) veranstaltet. Zeitgleich wird erstmals eine thematisch darauf abgestimmte Ausstellung präsentiert.

Aus der keltischen Epoche vom siebten bis ersten Jahrhundert vor Christus stammen einige der bedeutendsten archäologischen Denkmale in Baden-Württemberg. Im Rahmen der Forschungen des LAD wurden durch Einsatz moderner naturwissenschaftlicher Methoden neue Einblicke in die Lebenswelt der Kelten gewonnen. Die Tagung fasst das aktuelle archäologische Wissen zu den Kelten zusammen, das auch für die Keltenkonzeption des Landes von Bedeutung ist.

Tagung beleuchtet Siedlungswesen und Bestattungssitten der Kelten

An ausgesuchten Beispielen beleuchtet die Tagung Siedlungswesen und Bestattungssitten der Kelten. Neben Mensch und Umwelt stehen auch Handelsbeziehungen sowie Ressourcennutzung und Handwerk im Fokus der Vorträge. Von außergewöhnlicher Bedeutung sind unter anderem die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Untersuchungen des LAD in einem der ältesten Eisenerzreviere nördlich der Alpen bei Neuenbürg im Nordschwarzwald. Herausragende Fundorte, wie die Heuneburg, der Ipf sowie Altenburg-Rheinau und dort aktuell laufende Untersuchungen, werden neben außergewöhnlichen Bestattungen wie aus der Bettelbühlnekropole oder bei Unlingen sowie weiteren spannenden Forschungen im Land im Rahmen der Tagung behandelt.

Der Tag wird von Herrn Prof. Dr. Gilbert Kaenel (Lausanne) mit einem Festvortrag am Abend zu den rätselhaften Entdeckungen aus dem ersten Jahrhundert vor Christus auf dem Mormont vervollständigt. Im Jahr 2006 entdeckte man auf dem Hügel Mormont, zwischen Neuenburger See und Genfer See eine latènezeitliche Fundstelle. Der Fundreichtum scheint auf ein Heiligtum mit Opfergaben hinzudeuten. Die begleitende Ausstellung befasst sich ebenfalls mit aktuellen Projekten des Landesamtes für Denkmalpflege und beleuchtet die wichtigsten übergreifenden Themen zur keltischen Zeit.

Landesdenkmalpflege: Die Erforschung des „Fürstensitzes“ Heuneburg und seines Umlandes

Landesdenkmalpflege: Die Viereckschanzen von Nordheim und die jüngerlatènezeitliche Besiedlung im Raum Heilbronn

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