Sicherheit

Start der Aktion „Sicherer Schulweg“

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Kinder sind auf einer Straße mit dem Fahrrad unterwegs zur Schule. (Foto: © dpa)

Damit alle Kinder sicher ankommen, startet zum Schulbeginn wieder die Aktion „Sicherer Schulweg“. Es beinhaltet ein Maßnahmenpaket aus Verkehrsüberwachung und Verkehrsunfallprävention, um Schulunfälle möglichst zu verhindern. 2019 lag die Zahl der Schulwegunfälle auf einem Elf-Jahres-Tiefstand.

„Rund 100.000 Erstklässlerinnen und Erstklässler werden zu Beginn des Schuljahres 2020/2021 in Baden-Württemberg eingeschult. Ihnen allen wünsche ich einen guten Start in das Schulleben. Hierzu gehört natürlich auch, dass sie immer sicher zur Schule kommen. Dies kann nur gelingen, wenn sich alle, die im Straßenverkehr unterwegs sind, rücksichtsvoll verhalten, besonders im Bereich von Schulen langsam fahren und stets bremsbereit sind. Wir tragen eine besondere Verantwortung für die Schulanfängerinnen und Schulanfänger“, sagte der stellvertretende Ministerpräsident und Innenminister Thomas Strobl zur der Aktion „Sicherer Schulweg“.

Gefahren beim Überqueren der Straße

In den Kindergärten und Kindertagesstätten werden die Schulanfängerinnen und -anfänger in der Regel sehr gut auf den Schulweg vorbereitet. Wegen der Corona-Pandemie war das dieses Jahr leider nur eingeschränkt möglich. Umso wichtiger ist es, dass auch Eltern oder Großeltern den Schulweg mit den Kindern üben. Viele Kinder gehen mit Eintritt in die Grundschule den Weg alleine, weshalb das Üben auf jeden Fall nicht zu kurz kommen sollte. „Üben Sie den sichersten Weg zur Schule mehrmals gemeinsam mit Ihrem Kind und erklären Sie dabei das richtige Verhalten“, appellierte Innenminister Thomas Strobl.

Dabei soll besonders auf die Gefahren beim Überqueren der Straße und an Grundstücksausfahrten hingewiesen werden. Von Bedeutung ist auch, dass Kinder ein Gefühl für Geschwindigkeit entwickeln. „Insbesondere in der ‚dunklen Jahreszeit‘ sollte auf reflektierende Elemente an den Schultaschen und helle, am besten auch reflektierende Kleidung geachtet werden“, unterstrich Minister Thomas Strobl. Zusätzlich fordert der Innenminister die Erziehungsberechtigten auf: „Seien Sie gute Vorbilder im Straßenverkehr und verzichten Sie auf die ‚Elterntaxis‘. Die vielen Fahrten im Schulumfeld gefährden unsere Kinder – und der Schulweg zu Fuß ist ein Beitrag zur Fitness der Jüngsten.“

Maßnahmenpaket für sichere Schulwege

Regelmäßig zum Schuljahresbeginn wird durch das Land ein Maßnahmenpaket aus Verkehrsüberwachung und Verkehrsunfallprävention umgesetzt. So werden die Bürgerinnen und Bürger in den kommenden Wochen unter anderem mit Spannbändern, Plakaten und Veranstaltungen zu einem rücksichtsvollen Verhalten gegenüber unseren schwächsten Verkehrsteilnehmenden aufgefordert.

Darüber hinaus überwacht die Polizei auch die Einhaltung der Geschwindigkeit vor Schulen, das vorschriftsgemäße Parken entlang von Geh- und Radwegen, den technischen Zustand von Fahrrädern sowie die Sicherung der Kinder im Auto. Das soll Schulwegunfälle möglichst verhindern, damit alle Kinder sicher ankommen.

Zahl der Schulwegunfälle auf Elf-Jahres-Tiefstand

Im vergangenen Jahr hat die Polizei 443 (2018 waren es 470) Verkehrsunfälle auf dem Schulweg aufgenommen. Das ist der tiefste Stand seit elf Jahren. Hierbei wurden insgesamt 65 (2018 waren es 79) Kinder und Jugendliche schwer und 406 (2018 waren es 392) leicht verletzt. „Bei den schwerverletzten Kindern erreichen wir damit ebenfalls den tiefsten Wert seit elf Jahren. Das freut mich sehr“, betonte der Innenminister. Leider sind im vergangenen Jahr ein Jugendlicher und vier Kinder auf dem Weg von oder zur Schule tödlich verunglückt. Losgelöst vom Schulweg sind im Jahr 2019 2.947 (2018 waren es 3.001) Kinder bis 13 Jahre im Straßenverkehr verunglückt. 37 Prozent (1.084) der verunglückten Kinder waren hierbei in einem Personenkraftwagen (PKW), 32 Prozent (949) auf einem Fahrrad und 25 Prozent (730) zu Fuß unterwegs.

„Das Risiko für Kinder, im Straßenverkehr zu verunglücken, ist im bundesweiten Vergleich in Baden-Württemberg mit am geringsten. Aber klar ist: Jedes verunglückte Kind ist eines zu viel und so werden wir mit unseren Anstrengungen und Maßnahmen nicht nachlassen“, so Innenminister Thomas Strobl. Die Reduzierung von Unfällen mit Kindern und Jugendlichen im Straßenverkehr und auf Schulwegen ist ein besonderer Schwerpunkt der gemeinsamen Verkehrssicherheitsarbeit des Innenministeriums, des Kultusministeriums, des Verkehrsministeriums sowie der landesweiten Verkehrssicherheitsaktion GIB ACHT IM VERKEHR.

Aktion „Sicherer Schulweg“

Die Aktion „Sicherer Schulweg“, initiiert durch das Innenministerium, das Verkehrsministerium sowie das Kultusministerium, wird durch die Polizei, das Zentrum für Schulqualität und Lehrerfortbildung, die Verkehrswachten, die Schulen, Landkreise, Städte und Gemeinden sowie die Partner der landesweiten Verkehrssicherheitsaktion „GIB ACHT IM VERKEHR“ unterstützt. Diese Unterstützung reicht von der Erstellung von Geh- und Radschulwegplänen bis hin zur Verkehrserziehung durch die „GIB ACHT IM VERKEHR“-Partner.

Aktion „Sicherer Schulweg“

Verkehrssicherheitsaktion „GIB ACHT IM VERKEHR

Schulwegunfälle* und Folgen im Jahresvergleich

  Durchschnitt der Jahre 2015 bis 2017 2018 2019 Abweichung
Schulwegunfälle insgesamt 608 470 443 minus 5,7 Prozent
Getötete (Sechs- bis 17-Jährige) 1 0 5  
Schwerverletzte (Sechs- bis 17-Jährige) 114 79 65 minus 17,7 Prozent
Leichtverletzte (Sechs bis 17-Jährige) 504 392 406 minus 3,6 Prozent

*Schülerinnen und Schüler von sechs bis 17 Jahre, die als aktive Verkehrsteilnehmende auf dem Weg von und zur Schule verletzt oder getötet wurden.

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