Gesundheitsschutz

Stechmückensaison hat begonnen

In den wärmeren Gebieten des Landes breitet sich die Asiatische Tigermücke aus. Als Brutstätte reichen ihr kleine Wasseransammlungen im Garten, Hof oder auf dem Balkon. Regentonnen, Gießkannen und Untersetzer sollten abgedeckt oder geleert werden.

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Eine asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) sitzt auf einem Finger und sticht zu.
Eine Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) sitzt auf einem Finger und sticht zu.

Wärmere Temperaturen leiten den Sommer und damit auch die Stechmückensaison ein. Neben heimischen Arten findet man zunehmend auch die Asiatische Tigermücke in den wärmeren Gebieten Baden-Württembergs. Diese ist tagaktiv, besonders stichfreudig und kann tropische Infektionskrankheiten übertragen. Deswegen ruft das Aktionsbündnis Klimawandel und Gesundheit gemeinsam mit Gesundheitsminister Oliver Hildenbrand die Bevölkerung auf: „Helfen Sie mit! Schützen Sie sich vor Stichen und vermeiden Sie Brutstätten der Tigermücke.“

„In Baden-Württemberg werden seit Jahren immer mehr Populationen nachgewiesen, vor allem entlang des Oberrheingrabens, am Bodensee, am mittleren Neckar und in der Rhein-Neckar Region. Im vergangenen Jahr wurde die Asiatische Tigermücke in zwei weiteren Stadt- und Landkreisen gefunden. Damit sind insgesamt 26 der 44 Stadt- und Landkreise Baden-Württembergs betroffen. An mindestens 66 Standorten gibt es etablierte Populationen dieser Stechmückenart“, sagte Gesundheitsminister Hildenbrand.

Die Tigermücke stammt ursprünglich aus den süd- und südostasiatischen Tropen und Subtropen. In Deutschland kann sie sich verbreiten, weil der Klimawandel die Überwinterung und Vermehrung der aggressiven Mücke durch mildere Winter und wärmere Sommer begünstigt.

Die Asiatische Tigermücke als Überträger von Krankheitserregern

Die Tigermücke kann tropische Infektionserreger wie das Dengue-, Zika- oder Chikungunya-Virus übertragen. Eine Infektion hierzulande ist jedoch nur möglich, wenn eine Tigermücke zuvor einen infizierten Reiserückkehrenden gestochen hat. Bisher gab es noch keine lokalen Übertragungen tropischer Krankheitserreger in Deutschland. Aktuell ist das Risiko hierfür auch gering. „Die lokal erworbenen Chikungunya-Erkrankungen in der benachbarten Region um Straßburg in 2025 zeigen aber, dass man im Hochsommer auch bei uns in Regionen mit hohen Tigermückenvorkommen lokale Infektionen nicht ausschließen kann“, warnte Gesundheitsminister Oliver Hildenbrand.

So können Sie sich schützen

Mit Blick auf den Beginn der Ferien- und Urlaubssaison ist es also wichtig, dass man sich während des Urlaubs in tropischen und subtropischen Ländern gar nicht erst mit Dengue-, Chikungunya oder Zika ansteckt. „Mückenschutzsprays oder Lotionen, sogenannte Repellentien mit einer höheren Konzentration der Wirkstoffe DEET (Diethyltoluamid) und Icaridin, schützen effektiv vor Stichen. Im Freien sollte man darauf achten, die Haut mit Kleidung zu bedecken oder Repellentien anleitungsgemäß aufzutragen“, erklärt Dr. Sigrun Rich, Leiterin der Abteilung Pharmazie der Landesapothekerkammer Baden-Württemberg. 

Wer aus den Tropen zurück in die Heimat kommt, muss weiterhin aufmerksam bleiben, wie der Hausarzt und Klimaschutzbeauftragte der Landesärztekammer Baden-Württemberg, Dr. Robin Maitra, betont: „Reiserückkehrende aus den Tropen sollten in den ersten 14 Tagen auch in Baden-Württemberg auf Mückenschutz achten. Denn viele gefährliche Erreger können unwissentlich im Blut vorhanden sein und durch hier heimische Tigermücken weiterverbreitet werden. Außerdem wichtig: Sobald Fieber oder andere Erkrankungszeichen auftreten, sollte man beim Hausarzt mit dem Hinweis auf das Reiseland vorstellig werden.“

Potenzielle Brutstätten vermeiden

Ganz unabhängig vom Urlaub gilt: Potenzielle Brutstätten sollten vermieden werden. Das können jegliche kleine Wasseransammlungen im Garten, Hof oder auf dem Balkon sein, zum Beispiel Gießkannen, Blumentopfuntersetzer, Tiertränken oder Regentonnen. Daher sollte man Wasserbehälter im Freien entweder verschließen, regelmäßig leeren oder entfernen. Vogeltränken oder Hundenäpfe sollte man wöchentlich leeren und mit frischem Wasser befüllen. Wasserbehältnisse, die nicht regelmäßig entleert werden können, sollten alle 14 Tage mit Bti-Tabletten behandelt werden. Bti-Tabletten wirken gezielt gegen Mückenlarven und sind für Menschen, andere Tiere und Pflanzen unbedenklich. Erhältlich sind sie im Baumarkt, ausgewählten Apotheken und einigen Kommunen.

Wie erkenne ich eine Tigermücke?

Die Asiatische Tigermücke ist sehr klein. Mit einer Körpergröße von drei bis acht Millimetern ist sie kleiner als eine 1-Cent-Münze. Die Tigermücke ist tiefschwarz und hat am gesamten Körper eine weiße Musterung. Das auffälligste Erkennungsmerkmal ist der weiße Streifen auf Hinterkopf und Rücken. Außerdem hat sie fünf weiße Streifen an den Hinterbeinen, wobei das letzte Bindeglied vollständig weiß ist. Meldungen der Asiatischen Tigermücke können über die  Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage erfolgen, entweder durch Einsendungen von gut erhaltenen Tieren oder gut erkennbare Fotos.

Sie leben in einem Gebiet, in dem die Tigermücke noch nicht nachgewiesen wurde, haben aber eine gefunden? Bitte senden Sie sie ein! Damit soll eine möglichst lückenlose Darstellung ihrer Verbreitung gewährleistet werden. Das schützt Sie und andere.

Welche Folgen der Klimawandel noch für unsere Gesundheit haben kann, können Sie beim Aktionsbündnis Klimawandel und Gesundheit nachlesen.

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