Schienenverkehr

Mehr Sicherheit in Nahverkehrszügen durch Freifahrtregelung für Polizeibeamte

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Zwei Bundespolizisten gehen auf dem Bahnhof auf Streife. (Foto: © dpa)

Das Land hat das Sicherheitskonzept für Nahverkehrszüge ausgebaut. Angehörige der Bundespolizei und der Landespolizei dürfen uniformiert in Nahverkehrszügen kostenfrei mitfahren. Dadurch wird das Sicherheitsgefühl der Fahrgäste und des Begleitpersonals gefördert.

Pöbelei, Bedrohungen, Beleidigungen und tätliche Angriffe im Schienenpersonennahverkehr (SPNV) sind vor allem in Zeiten von Großveranstaltungen wie dem Cannstatter Volksfest oder Fußballspielen leider keine Seltenheit. Das Land Baden-Württemberg hat daher sein Sicherheitskonzept in den Nahverkehrszügen ausgebaut.

Fahrgäste sollen sich sicher fühlen

„In den Verkehrsverträgen und in den Vereinbarungen mit den Verkehrsverbünden haben wir mit den von uns beauftragten Verkehrsunternehmen geregelt, dass Angehörige der Bundespolizei und der Landespolizei in Uniform kostenfrei in der 2. Klasse in den Nahverkehrszügen mitfahren können“, so Verkehrsminister Winfried Hermann. „Dadurch nutzen wir die Möglichkeit, dass bei Vorfällen die Polizeibeamten im Zug unmittelbar einschreiten können. Dies fördert das Sicherheitsgefühl der Fahrgäste und des Begleitpersonals. Wir wissen aus der Polizeilichen Kriminalstatistik für das Land und aus den Rückmeldungen der Eisenbahnverkehrsunternehmen, dass es zu einer Zunahme insbesondere von Körperverletzungen und Bedrohungen kommt. Auch wenn die Zahlen sich auf den gesamten Öffentlichen Nahverkehr und nicht nur auf den Schienenpersonennahverkehr beziehen und der Schienenpersonennahverkehr insgesamt nach wie vor ein sehr sicheres Verkehrsmittel in allen Bereichen ist“, so Minister Hermann weiter.

Minister Hermann ergänzte: „Agieren statt reagieren – das war uns im Bereich Sicherheit von Anfang an wichtig. Aus diesem Grund haben wir in allen unseren Verträgen mit den Eisenbahnverkehrsunternehmen geregelt, dass speziell ausgebildetes Sicherheitspersonal in doppelter Besetzung zu bestimmten Zeiten in den Zügen mitfährt und so für mehr Sicherheit sorgt“. Da in jüngster Zeit vermehrt Rückmeldungen von Zugbegleiterinnen und Zugbegleitern zu Tätlichkeiten und Bedrohungen beziehungsweise Beleidigungen kommen, wurde nun im Verkehrsministerium entschieden, mit der DB Regio AG das bisherige Sicherheitskonzept für die Züge der Deutschen Bahn AG zu überarbeiten und insbesondere die Begleitquote erheblich zu erhöhen.

Vermehrt Präsenz in Zügen bei Großveranstaltungen

Dabei sollen schwerpunktmäßig bei Großveranstaltungen wie zum Beispiel das Cannstatter Volksfest und zur Fastnacht vermehrt Personal eingesetzt wird, das in den Zügen Präsenz zeigen und bei Bedarf einschreitet.

„Wir greifen auf die Erfahrungen der DB Regio zurück. Denn es gibt Schwerpunkte. Auf bestimmten Linien und zu bestimmten Tageszeiten gibt es mehr Vorfälle. Hier setzen wir an und lassen mehr Sicherheitspersonal diese Züge begleiten“, sagte Hermann bezüglich der konzeptionellen Ansätze. Hierbei werden auch die Züge im Rahmen von Fußballspielen einbezogen. Die Details werden derzeit zwischen der DB Regio AG und dem Ministerium für Verkehr abgestimmt. „Das Land wird mit der DB Regio AG gemeinsam die Finanzierung dieser zusätzlichen Leistungen übernehmen“, so Minister Hermann.

Weiterhin erfolgt im Rahmen der Sicherheitskooperation Baden-Württemberg (SIKO BW) zwischen dem Bundesministerium des Inneren und dem Innenministerium Baden-Württemberg gemeinsame Kooperationseinsätze zwischen Bundes- und Landespolizei unter Einbindung der Bundeszollverwaltung unter anderem unter dem Schwerpunkthema „Sicherheit im öffentlichen Raum“ mit dem Ziel der Verbesserung der Fahndungseffektivität und der Erhöhung der sichtbaren Präsenz an Bahnhöfen. In diesem Zusammenhang findet auch ein regelmäßiger Austausch zwischen Vertreterinnen und Vertretern des Verkehrsministeriums mit der Bundespolizei über die Entwicklung der Sicherheit in den Zügen und an den Bahnhöfen im Land statt.

Weitere Meldungen

Verkehrsminister Winfried Hermann
Online-Dialog

Online-Dialog mit Verkehrsminister Winfried Hermann

Im Energiepark Mainz ist der verdichtete grüne Wasserstoff aus einem Elektrolyseur in Tanks gelagert.
Wasserstoff

Bundesweite Abfrage des Strom- und Wasserstoffbedarfs

Bundesrat
Bundesrat

Strobl setzt sich für Schutz der Kritischen Infrastruktur ein

Ein Thermometer zeigt fast 36 Grad Celsius an.
Klimawandel

2025 deutlich zu warm und mit ausgeprägter Hitzephase

Eine Fernwärme-Anlage im Keller eines Gebäudes.
Energieversorgung

Länder fordern entschlossenes Handeln für bezahlbare Energie

Stuttgart, 03.03.2026: Staatssekretär Andre Baumann (zweiter von links) mit den Gründern des Ombudsverein Erdwärme e. V. (von links): Dr. Herbert Pohl (Geschäftsführer, Deutsche ErdWärme GmbH), Staatssekretär Dr. Andre Baumann, Dr. Horst Kreuter (Vulcan Energie Ressourcen GmbH), Andreas Mühlig (Leiter GE Erzeugung Betrieb EnBW Energie Baden-Württemberg AG), Dr. Hansjörg Roll (Mitglied des Vorstands, MVV Energie AG), Klaus Preiser (Geschäftsführung, badenova Wärmeplus GmbH & Co. KG), Jürgen Scheurer (Geschäftsführer, Plattform Erneuerbare Energien Baden-Württemberg e. V.), Jörg Dürr-Pucher, (Vorsitzender, Plattform Erneuerbare Energien Baden-Württemberg e. V.)
Energiewende

Ombudsverein Erdwärme für schnelle Schlichtungen gegründet

Das Bild zeigt den Raum unter einer Brücke. Links ist ein Fluss zu sehen und daneben ein Waldweg.
Straßenbrücken

Land nutzt versiegelte Flächen für Tiere und Pflanzen

Rieslingtrauben hängen am Stock in einem Weinberg
Weinbau

Mehr Förderung und Flexibilität für den Weinbau

Ein Brennstoffzellen-Hybridbus der Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) steht in Stuttgart an einer Bushaltestelle.
Elektromobilität

Land fördert 213 emissionsfreie Busse

Ein Mitarbeiter einer Biogasanlage von Naturenergie Glemstal befüllt die Anlage mit Biomasse.
Bioökonomie

Kommunale Wärmeversorgung mit Biogas in Weikersheim

Ein Intercity steht in einem Bahnhof. (© picture alliance/Klaus-Dietmar Gabbert/zb/dpa)
Sicherheit

Landesweiter Prozess für mehr Sicherheit im Bahnverkehr

Minister Winfried Hermann mit der AMEISE des Fraunhofer-Instituts
Autonomes Fahren

Autonomes Fahren im ÖPNV macht weiter Fortschritte

Bauarbeiter erneuern den Fahrbahnbelag auf einer Straße (Bild: © dpa).
Straßenbau

Neue Ortsumgehung bei Rißtissen für mehr Ruhe im Ortskern

Preisträger Landesforschungspreis 2026
Forschung

Landesforschungspreise 2026 nach Tübingen, Mannheim und Freiburg

Das Thermostat einer Heizung.
Energie

Walker kritisiert Reform des Gebäudeenergiegesetzes