Gesundheitsschutz

Wenn Hitze zur Gesundheitsgefahr wird

Anlässlich des bundesweiten Hitzeaktionstags fordert Gesundheitsminister Oliver Hildenbrand mehr Vorsorge und Aufmerksamkeit. Ein digitaler Fachtag soll zeigen, wie sich Kommunen und Einrichtungen besser auf Extremhitze vorbereiten können.

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Das Bild ist in vier orangefarbene Kacheln unterteilt. Jede Kachel beinhaltet eine Empfehlung zum Umgang mit großer Hitze. Kachel eins: In der Mittagshitze Schatten aufsuchen und große Anstrengungen möglichst meiden. Kachel zwei: Ausreichend trinken, zum Beispiel Wasser oder Saftschorle. Koffein und Alkohol meiden. Kachel drei: Leichte Baumwollkleidung in hellen Farben tragen. Sonnenbrille und Mütze oder Hut aufsetzen. Kachel vier: Auf Menschen achten, die die Empfehlungen nicht selbst umsetzen können und ihnen helfen. Im Zentrum des Bildes ist ein Kreis in dem eine Sonne strahlt. Ein Thermometer zeigt eine Temperatur von 40 Grad Celsius.

Extreme Hitze wird auch in Baden-Württemberg zunehmend zur ernsthaften Gesundheitsgefahr. Anlässlich des bundesweiten Hitzeaktionstags am 11. Juni fordert Gesundheitsminister Oliver Hildenbrand mehr Vorsorge und Aufmerksamkeit – und stellt den Schutz der Bevölkerung in den Mittelpunkt. „Hitze ist kein Sommerphänomen, sondern ein wachsendes Gesundheitsrisiko“, sagte der Minister am Montag, 8. Juni 2026, in Stuttgart. „Wir erleben immer frühere, längere und intensivere Hitzewellen. Darauf müssen wir uns konsequent vorbereiten: in den Kommunen, in Einrichtungen und im Alltag jeder und jedes Einzelnen.“

Bereits Ende Mai und damit ungewöhnlich früh gab es dieses Jahr die erste Hitzewelle bei uns im Land. Hält die Hitze über mehrere Tage und Nächte an, kann sich der Körper nicht erholen. Die Folgen für die Bürgerinnen und Bürger sind vielfältig: Sie reichen von Erschöpfung, Kreislaufproblemen und Dehydrierung bis hin zu schweren gesundheitlichen Notfällen und erhöhter Sterblichkeit. 

Hitze nicht unterschätzen

„Die größte Gefahr ist, dass wir Hitze unterschätzen“, sagte Hildenbrand weiter. „Unser Ziel ist klar: Wir möchten bestmöglich über die Gefahren von Hitze aufklären und die Kommunen und Einrichtungen im Land beim Hitzeschutz unterstützen. Wir begrüßen, dass es bereits Vorreiterkommunen gibt, die Hitzewellen in ihre Krisenvorbereitung aufgenommen haben. Nun gilt es, die Bürgerinnen und Bürger im Land abzuholen, damit alle wissen, wie sie sich bei extremer Hitze schützen können.“ 

Der Minister betonte auch die besondere Verantwortung für gefährdete Gruppen: Ältere Menschen, Pflegebedürftige, Säuglinge, Kleinkinder und Menschen mit Vorerkrankungen brauchen unseren besonderen Schutz. Zu den Risikogruppen zählen auch obdachlose Menschen sowie Personen, die im Freien und/oder körperlich schwer arbeiten. Hitzeschutz ist immer auch eine ganz konkrete Frage der Solidarität.

Was können Kommunen und Einrichtungen tun?

Wie sich Kommunen und Einrichtungen besser auf Extremhitze vorbereiten können, soll der digitale Fachtag „Klimawandel und Extremhitze: Wie schützen wir unsere Gesundheit?“ zeigen, zu dem das Aktionsbündnis Klimawandel und Gesundheit am Mittwoch, 10. Juni 2026, einlädt. Die Veranstaltung richtet sich an Kommunen, Gesundheitsämter sowie weitere interessierte Einrichtungen, insbesondere Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen. Im Fokus stehen praxisnahe Beispiele, konkrete Handlungsmöglichkeiten und neue Erkenntnisse zur Vorbereitung auf Extremhitze.

Auch die Fachpartner des Aktionsbündnisses Klimawandel und Gesundheit unterstreichen die Dringlichkeit:

Die Zukunft wird heiß

Dr. Stefan Muthers vom Deutsche Wetterdienst (DWD) wirft beim Fachtag einen Blick auf vergangene sowie kommende Hitzewellen: "Der Klimawandel ist in vollem Gange. Wir beobachten weltweit regelmäßig neue und immer extremere Hitzewellen. Auch in Baden-Württemberg müssen wir uns bereits heute auf neue Hitzerekorde einstellen und uns als Gesellschaft entsprechend darauf vorbereiten. Als Deutscher Wetterdienst werden wir demnächst eine dritte Hitzewarnstufe etablieren, um die Bevölkerung frühzeitig vor extremen Hitzewellen zu warnen."

Fachtag „Klimawandel und Extremhitze: Wie schützen wir unsere Gesundheit?“

Der digitale Fachtag wird vom Aktionsbündnis Klimawandel und Gesundheit veranstaltet, einer Kooperation zwischen dem Ministerium für Soziales, Arbeit und Gesundheit Baden-Württemberg, dem Deutschen Wetterdienst, der Landesärztekammer, der Landesapothekerkammer und der Landespsychotherapeutenkammer.

Weitere Meldungen

Blick auf die Landesgartenschau Wangen mit einem bunten Blumenfeld im Vordergrund
Landesgartenschau

Föderbescheid für Landesgartenschau 2030 in Ulm

Euro-Banknoten und -Münzen
Haushalt

Haushaltsentwurf für 2027 verabschiedet

Knut Tropf
Ministerium

Knut Tropf wird Ministerialdirektor

Logo er Frauenwirtschaftstage 2026
Gleichstellung

22. Frauenwirtschaftstage eröffnet

Ehemalige Chapel auf dem Hospitalgelände in Heidelberg
Städtebau

Land fördert 45 Kommunen mit rund 16,6 Millionen Euro

ein Glas Mirabellen-Brand
Landwirtschaft

Start der Brennsaison 2026

Wirtschaftsmedaille des Landes Baden-Württemberg für besondere berufliche oder unternehmerische Leistungen, die der baden-württembergischen Wirtschaft dienen.
Auszeichnung

Wirtschaftsmedaille für BeneVit-Gründer Kaspar Pfister

Ein Mann hält ein Ringbuch mit Bauplänen, mit dem Zeigefinger deutet er auf ein Baufeld
Flächenmanagement

Land fördert 27 Maßnahmen zur Flächengewinnung durch Innenentwicklung

Wetter in Baden-Württemberg
Kommunen

Zusatzbezeichnung „Mühlendorf“ für Ottenhöfen im Schwarzwald

Logo und Schriftzug der „Agentur für Arbeit“ an einem Gebäude.
Arbeitsmarkt

Arbeitsmarkt bleibt unter Druck

Kinder jonglieren auf der Bühne mit Tellern
Jugend

20 Jahre Jugendbegleiter-Programm

Flur im Krankenhaus mit Personal und Betten
Kliniken

5,2 Millionen Euro für krisenfeste Krankenhäuser

Leonie Dirks (links) und Bertholf Frieß (rechts)
Ministerium

Neuer Amtschef im Sozialministerium

Ortsschild Traunstein
Kommunen

Müllheim im Markgräflerland wird Große Kreisstadt

Symbolbild: Bewohner des Mehrgenerationenhauses in Überlingen stehen auf Balkonen.
Quartiersimpulse

Land fördert 15 Quartiersprojekte