Stromausfall

Ermittlungen nach Brand in Reutlinger Umspannwerk

Durch den Brand in einem Umspannwerk in Reutlingen ist es zu einem großflächigen Stromausfall gekommen. Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln wegen Brandlegung.

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Innenminister Manuel Hagel (Mitte) besucht das Reutlinger Umspannwerk, in dem es in der Nacht gebrannt hatte.
Innenminister Manuel Hagel (Mitte) besucht das Reutlinger Umspannwerk, in dem es in der Nacht gebrannt hatte.

Durch den Brand in einem Umspannwerk in Reutlingen in der Nacht zum 8. Juni 2026 ist es zu einem großflächigen Stromausfall gekommen. Ministerpräsident Cem Özdemir erklärte dazu:

„Der Stromausfall in der Region Reutlingen hat tausende Menschen hart getroffen. Familien mussten ihren Alltag unter schwierigen Bedingungen organisieren, Kliniken und Pflegeeinrichtungen standen vor besonderen Herausforderungen, Betriebe konnten nicht wie gewohnt arbeiten.

Unsere Solidarität gilt allen Betroffenen. Alle zuständigen Stellen arbeiten mit Hochdruck daran, die Versorgung schnellstmöglich wiederherzustellen und die Folgen für Bevölkerung, Gesundheitswesen und Wirtschaft so gering wie möglich zu halten.

Polizei und Staatsanwaltschaft setzen zugleich alles daran, die Ursache des Brands im Umspannwerk schnell und gründlich aufzuklären. Nach allem, was bislang bekannt ist, steht der Verdacht einer Brandlegung im Raum. Die Ermittlungen laufen ergebnisoffen.

Mein herzlicher Dank gilt Innenminister Manuel Hagel, Energieministerin Thekla Walker, Oberbürgermeister Thomas Keck sowie allen Einsatzkräften und Mitarbeitenden, die in dieser Lage hochprofessionell zusammenarbeiten.“

Vor-Ort-Besuch von Innenminister Manuel Hagel

Der stellvertretende Ministerpräsident und Innenminister Manuel Hagel sagte: 

„Um 1:43 Uhr kam es in einem Umspannwerk in Reutlingen zu mehreren Bränden. Diese konnten in den frühen Morgenstunden durch die Feuerwehr Reutlingen gelöscht werden. Durch den Brand kam es zu einem Stromausfall in Teilen des Stadtgebietes Reutlingen und den umliegenden Gemeinden. Betroffen sind nach Auskunft der Stadt Reutlingen aktuell noch rund 40.000 Haushalte und 7.600 Gebäude.

Ich bin Oberbürgermeister Thomas Keck außerordentlich für das enge Abstimmen und Zusammenwirken dankbar. Aktuell werden insbesondere drei Zielrichtungen mit Hochdruck verfolgt:

  • Wiederherstellung der Stromversorgung,
  • Bewältigung der Folgeschäden des Stromausfalls und
  • Ermittlungen zur Brandursache.

In allen drei Punkten kommen wir voran. Hierfür hat die Stadt Reutlingen einen Verwaltungsstab eingerichtet.

Zwischenzeitlich hat das Staatsschutz- und Anti-Terrorismuszentrum, kurz SAT BW, beim Landeskriminalamt Baden-Württemberg die weiteren Ermittlungen unter Sachleitung des Staatschutzzentrums bei der Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart übernommen. Das SAT BW hat hierzu eigens die Ermittlungsgruppe Fischer eingerichtet. Das Ermittlungsverfahren wird unter Hochdruck wegen des Verdachts der vorsätzlichen Brandstiftung und der Störung öffentlicher Betriebe ergebnisoffen in alle Richtungen geführt – also auch der Frage, ob ein Brandanschlag oder gar terroristischer Akt dahinterstecken könnte.

Presseauskünfte zum laufenden Ermittlungsverfahren sind der sachleitenden Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart vorbehalten.

Klar ist aber: wir werden mit aller Härte vorgehen und jeden Stein umdrehen. Die Polizei ist seit Brandausbruch vor Ort im Einsatz. Das Polizeipräsidium Reutlingen hat eine Besondere Aufbauorganisation eingerichtet und unterstützt die Feuerwehr und die Stadt Reutlingen bei der Einsatzbewältigung. Durch das Polizeipräsidium Reutlingen werden verstärkte Präsenzmaßnahmen insbesondere im Bereich KRITIS-Objekte gewährleistet.

Das Landratsamt hat zur Koordination der Einsatzmaßnahmen die ‚außergewöhnliche Einsatzlage‘ gemäß Landeskatastrophenschutzgesetz festgestellt. Ein Bürgertelefon bei der Integrierten Leitstelle wurde eingerichtet. Die Stadt Reutlingen hat in den Morgenstunden den Krisenstab aufgerufen. Die Stromausfall-Planungen der Stadt Reutlingen wurden umgesetzt.

Die operativen Maßnahmen der nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr werden durch die Stadt Reutlingen, Amt Feuerwehr koordiniert. Im Einsatz sind umfangreiche Kräfte des Ehrenamtes und des Hauptamtes der Feuerwehren. Zudem Einsatzkräfte der Hilfsorganisationen.

Das Klinikum Reutlingen ist inzwischen wieder am Stromnetz. Unser Fokus liegt jetzt auf der vollständigen Wiederherstellung der Versorgungslage. Denn von einer funktionierenden Stromversorgung hängt so Vieles ab. Dinge, die uns im Alltag selbstverständlich sind und erst auffallen, wenn es nicht mehr geht. Da geht es um so banale Dinge, wie etwa, dass eine automatische Tür nicht mehr aufgeht. Dass die Menschen ihre Handys nicht mehr am Stromnetz laden können, wo die Fahrkarte oder die Bankkarte hinterlegt sind. Da geht es darum, dass der Familienkühlschrank nicht mehr läuft und das Gefrierfach abtaut. Da geht es darum, dass ein Mittagessen nicht zubereitet werden kann. Da geht es aber vor allen Dingen auch um lebenswichtige Maßnahmen in Krankenhäusern, in Pflegeheimen bei Menschen, die auf technische Geräte zum Überleben angewiesen sind.

Hier bin ich der EnBW und dem Vorstandsvorsitzenden Dr. Georg Stamatelopoulus – mit dem ich heute schon sehr oft telefoniert habe – sehr dankbar, dass hier alles Menschenmögliche getan wird, um schnellstmöglich voranzukommen.

Ich bin darüber hinaus super dankbar den vielen Einsatzkräften hier vor Ort – im Haupt-, aber auch im Ehrenamt, die alles Menschenmögliche tun, um in dieser Notlage hochprofessionell zu helfen. Angefangen bei den Feuerwehren und Hilfsorganisationen, über unsere Polizistinnen und Polizisten bis hin zum THW, die hier mit Expertise und Engagement in kurzer Zeit und mitten in der Nacht insbesondere Notstromversorgungen an kritischen Punkten aufgebaut haben.

Wir werden von unserer Seite aus dafür Sorge tragen, dass der Stromausfall keine Einschränkungen auf die öffentliche Sicherheit hat. Über das Polizeipräsidium Reutlingen werden wir eine erhöhte Polizeipräsenz gewährleisten.“

Stadt Reutlingen: Brand in Trafostation führt zu Stromausfall in Reutlingen (mit aktuellen Informationen)

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