Gesundheit

Land präsentiert Medizindaten-Infrastruktur der Zukunft

Mit MEDI:CUS startet Baden-Württemberg eine digitale Revolution im Gesundheitssektor. Die Plattform vernetzt Universitätskliniken, Krankenhäuser sowie perspektivisch Arztpraxen und Patienten und bringt die medizinische Versorgung und Forschung voran.

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Von links nach rechts: Digitalisierungsminister Thomas Strobl, Wissenschaftsministerin Petra Olschowski und Gesundheitsminister Manne Lucha stehen hinter einem großen Schriftzug „MEDI:CUS“ auf der Bühne.
von links nach rechts: Digitalisierungsminister Thomas Strobl, Wissenschaftsministerin Petra Olschowski und Gesundheitsminister Manne Lucha

Mit MEDI:CUS startet Baden-Württemberg eine digitale Revolution im Gesundheitssektor. Die cloudbasierte Plattform vernetzt Universitätskliniken, Krankenhäuser sowie perspektivisch Arztpraxen und Patienten und bringt die medizinische Versorgung und Forschung so auf ein neues Level. Unter dem Motto „MEDI:CUS – Daten retten Leben“ stellten Digitalisierungsminister Thomas Strobl, Gesundheitsminister Manne Lucha und Wissenschaftsministerin Petra Olschowski gemeinsam das Projekt in der Landesvertretung Baden-Württemberg in Berlin vor.

Gamechanger für das Gesundheitswesen

Schluss mit Papierchaos und doppelten Untersuchungen – MEDI:CUS ermöglicht die Nutzung von relevanten Patientendaten über eine zentrale, geschützte Cloudplattform. Die Gesundheitscloud kann die Zusammenarbeit im Gesundheitswesen – von Universitätskliniken und Krankenhäusern über die gesamte Versorgungskette hinweg – vereinfachen und so die datengestützte Gesundheitsversorgung und Forschung der Zukunft weiter vorantreiben. Neben technischen Basisdiensten, wie zum Beispiel der Verwaltung der Benutzerdaten oder Maßnahmen zur Cybersicherheit, soll MEDI:CUS spezifische Fachdienste anbieten. Dazu zählen ein Datenaustausch-Messenger und die Möglichkeit der direkten Telekonsultation zwischen medizinischem Personal untereinander – auch krankenhausübergreifend – sowie zwischen medizinischem Personal und Patientinnen und Patienten. So können ärztliche Zweitmeinungen eingeholt werden. Es besteht dabei die Möglichkeit, Laborergebnisse, Bildmaterial oder medizinische Befunde auszutauschen und stets am richtigen Ort zentral abrufbar und damit verfügbar zu haben. Höchste Cybersicherheitsstandards gewährleisten dabei den maximalen Schutz sensibler Gesundheitsdaten. Für Patientinnen und Patienten bedeutet dies eine bessere Diagnostik und eine bestmöglich auf die jeweilige Patientin oder den Patienten abgestimmte Versorgung.

„Mit MEDI:CUS schaffen wir eine Plattform, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt. Wir nutzen die Digitalisierung zum maximalen Wohle der Patienten und für eine bestmögliche Versorgung. Die medizinische Forschung lebt davon, Daten digital zu erheben, zu verknüpfen und auszuwerten. Kurz gesagt: Daten können Leben retten. Wir in Baden-Württemberg sorgen dafür, dass das auch gelingt“, sagte der stellvertretende Ministerpräsident und Digitalisierungsminister Thomas Strobl.

Auch Manne Lucha sieht große Chancen: „Mit MEDI:CUS entsteht eine zentrale und standardisierte Plattform für das Gesundheitswesen in Baden-Württemberg. Sie ist damit das optimale Instrument, um innovative Anwendungen möglichst rasch aus der Forschung in die Fläche zu bringen, einen nachweisbaren Nutzen für Patientinnen und Patienten zu liefern und so die medizinische Versorgung im Land zu verbessern. MEDI:CUS ergänzt damit auch unser geplantes KI-Reallabor, mit dem wir einen experimentellen Rahmen für die Entwicklung und Erprobung neuer Technologien schaffen wollen.“

„Jede bahnbrechende medizinische Entdeckung beginnt mit guten Daten. MEDI:CUS eröffnet Forscherinnen und Forschern den Zugang zu wertvollen Gesundheitsinformationen – sicher, datenschutzkonform und voller Potential. So bringen wir medizinischen Fortschritt schneller zu den Menschen“, betonte Petra Olschowski.

Ein großer Schritt in die Zukunft

Nach dem Aufbau einer belastbaren Projektorganisation konnte mit dem GovTech Campus ein technischer Implementierungspartner gewonnen werden, dessen Strukturen es ermöglichen, mit einer Vielzahl von Technologieanbietern an der Entwicklung zu arbeiten. Gemeinsam konnte bereits zum Jahresende 2024 – zunächst in kleinem Maßstab – eine Cloudumgebung aufgebaut und darauf als erster demonstrierbarer Dienst eine Kollaborationslösung an den Start gebracht werden.

Noch in diesem Jahr setzt MEDI:CUS weitere cloudbasierte Dienste wie beispielsweise eine sichere Messengerlösung für den standortübergreifenden klinischen Betrieb um. In den kommenden Monaten werden dann erste Kliniken und Krankenhäuser in Baden-Württemberg an die Plattform angeschlossen, die diese Dienste in klinischen Prozessen nutzen können. Bis 2027 soll der Regelbetrieb etabliert sein, um eine digitale und zukunftsfähige Gesundheitsversorgung über das Projekt hinaus nachhaltig zu gewährleisten.

MEDI:CUS

Das Projekt MEDI:CUS ist Teil der dritten Förderrunde der von der Landesregierung 2018 ins Leben gerufenen Initiative „Forum Gesundheitsstandort Baden-Württemberg“. Das Vorhaben soll eine sichere, datenschutzkonforme und cloudbasierte Gesundheitsdateninfrastruktur schaffen, die standort- und sektorübergreifend funktioniert. Die Cloudplattform gewährleistet Interoperabilität, sodass die Plattform offen und kompatibel mit bereits etablierten Initiativen wie der Telematikinfrastruktur sein wird.

Ministerium des Inneren, für Digitalisierung und Kommunen: Mediathek: Bilder zum Herunterladen

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von links nach rechts: Prof. Dr. Dr. h.c. Hans-Georg Kräusslich, Präsident der Heidelberger Akademie der Wissenschaften; Prof. Dr. Irena Kogan, Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung; Prof. Dr. Largus Angenent, Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät der Universität Tübingen; Wissenschaftsministerin Petra Olschowski und Prof. Dr. Robert Zeiser, Medizinische Fakultät der Universität Freiburg
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