Albrecht Kruse, langjähriger Geschäftsführer der SATA-Gruppe und ehemaliger Präsident der Bezirkskammer Ludwigsburg der Industrie- und Handelskammer (IHK), wurde für seine großen Verdienste um die Wirtschaft sowie für sein hohes ehrenamtliches Engagement in Wirtschaft und Kultur mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland geehrt.
Im Rahmen einer Feierstunde überreichte ihm Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus, die durch den Bundespräsidenten verliehene Auszeichnung am 24. Februar 2026 in Stuttgart. Die Ministerin betonte in ihrer Ansprache: „Es ist nicht eine bloße Abfolge von Stationen, für die ich Sie heute auszeichnen darf. Dieses Bundesverdienstkreuz steht für Ihre Verdienste und was diese für die Gemeinschaft bedeutet haben, für Ihr unermüdliches Engagement und die Verantwortung, die Sie über viele Jahre hinweg zusätzlich getragen haben. Sie haben Verantwortung nicht als etwas verstanden, das an der eigenen Haustüre endet.“
Gemeinsinn mit wirtschaftlichem Denken verknüpft
24 Jahre lang habe Albrecht Kruse die SATA-Gruppe als Geschäftsführer geführt (1998 bis 2022) und dabei ein Stück Wirtschaftsgeschichte mit Krisen, Umbrüchen, technologischen Sprüngen und zuletzt einer Pandemie miterlebt. Wer über so einen langen Zeitraum Verantwortung trage, Entscheidungen treffe und standfest und erfolgreich führe, habe, so die Ministerin, schon alleine dafür Dankbarkeit verdient. Das Bundesverdienstkreuz werde aber für das verliehen, was über den Job hinaus gehe. „Und gerade darin liegt das besondere Gewicht Ihres Wirkens. Sie haben Verantwortung nie auf das eigene Aufgabenheft begrenzt. Sie haben Gemeinsinn und wirtschaftliches Denken miteinander verknüpft“, lobte Hoffmeister-Kraut.
Sinnbildlich dafür stehe das Wirken von Albrecht Kruse bei der IHK in Ludwigsburg und Stuttgart – als jahrzehntelanges Mitglied der Bezirks- und Vollversammlung, als Vizepräsident und zuletzt Präsident der IHK-Bezirkskammer Ludwigsburg (2017 bis 2020). „Bei der IHK kommt die reale Wirtschaft der Region zusammen. Als Präsident moderiert man Interessen, verbindet Perspektiven und versucht Brücken zu bauen. Und man muss etwas leisten, was in unserer Zeit rar geworden ist: Komplexität aushalten, nicht vorschnell vereinfachen, nicht polarisieren und dem Ganzen dienen. Das, lieber Herr Kruse, ist Ihnen hervorragend gelungen“, stellte Hoffmeister-Kraut fest. Gleiches gelte für sein langjähriges Engagement bei Südwestmetall als Leiter der Bezirksgruppe Ludwigsburg, wo er in Vorstand und Tarifkommission die Perspektive mittelständischer Betriebe eingebracht habe.
Auch das Thema Berufsbildung sei Albrecht Kruse ein wichtiges Anliegen gewesen. Durch sein Engagement unter anderem im Verein zur Förderung der Berufsbildung habe Kruse einen Beitrag zur Stärkung der Zukunftsfähigkeit der Region geleistet, betonte Hoffmeister-Kraut.
Kulturelle Arbeit zur Steigerung der Attraktivität der Region
Mit seinen Verdiensten um die Kultur habe er sich einem weiteren Bereich gewidmet, der zur Attraktivität der Region beitrage. Seit 2014 war Albrecht Kruse viele Jahre Vorsitzender des Kuratoriums der Ludwigsburger Schlossfestspiele. „Ein Land kann nicht nur von Arbeit und Produktion leben. Es braucht geistige Offenheit und Begegnungen. Kultur schafft eine solche Gemeinschaft. Kuratoriumsarbeit bedeutet dabei meist nicht Öffentlichkeit, sondern Verantwortung im Hintergrund. Sie bedeutet ermöglichen, absichern, zusammenführen und gerade dann verbindlich blieben, wenn es schwierig wird“, so die Ministerin.
Brückenbauer in die Niederlande
Zusammengeführt und Brücken gebaut – über Grenzen hinweg – habe Albrecht Kruse auch als Honorarkonsul des Königreichs der Niederlande. „Diese Rolle steht für Vertrauen und für die Fähigkeit, Beziehungen mit Leben zu füllen. Es geht dabei um Austausch, um Vermittlung und um Verbindungen zwischen Menschen, Regionen und Institutionen. In einer Zeit, in der internationale Verbindungen nicht einfacher werden, ist solche Arbeit von besonderem Wert“, würdigte die Wirtschaftsministerin den Einsatz des Geehrten.
Das Bundesverdienstkreuz sei, so die Ministerin weiter, sichtbarer Ausdruck einer Anerkennung, die sich Albrecht Kruse über Jahre erworben habe „durch Verlässlichkeit, durch Gemeinsinn und durch das konsequente Übernehmen von Verantwortung“.
Bundesverdienstkreuz
Das Bundesverdienstkreuz wurde 1951 vom damaligen Bundespräsidenten Theodor Heuss gestiftet und wird für besondere politische, wirtschaftliche oder geistige Leistungen verliehen.
Zur Person: Albrecht Kruse
Albrecht Friedrich Wilhelm Kruse wurde am 9. September 1957 in Wuppertal geboren. Er leitete von 1998 bis 2022 als familienfremder Geschäftsführer das Familienunternehmen SATA GmbH & Co. KG in Kornwestheim, einen international führenden Anbieter von Nasslackiertechnologien. Neben seiner beruflichen Tätigkeit engagierte er sich langjährig ehrenamtlich: in der IHK Region Stuttgart, Bezirkskammer Ludwigsburg (unter anderem Präsidiumsmitglied 2009 bis 2021, Präsident 2017 bis 2020), im Verein zur Förderung der Berufsbildung e. V. (VFB) (Aufsichtsratsvorsitz 2017 bis 2022, ab 2021 stellvertretender Vorsitz) sowie bei den Ludwigsburger Schlossfestspielen (Vorsitzender des Kuratoriums 2014 bis 2023). Zudem wirkte er in der Sozialpartnerschaft bei Südwestmetall (unter anderem Bezirksgruppen-Vorsitzender Ludwigsburg 2010 bis 2022, Mitglied im Engeren Vorstand bis 2023). Von 2020 bis 2024 war Kruse außerdem Honorarkonsul des Königreichs der Niederlande.
















