Finanzhilfen

Land beteiligt sich am kommunalen Solidarpakt 2020 des Bundes

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Euro-Banknoten

Zur Bewältigung der finanziellen Auswirkungen der Corona-Pandemie will sich die Landesregierung am kommunalen Solidarpakt 2020 des Bundes beteiligen und damit die Gemeinden, Städte und Kreise im Land weiter unterstützen.

Zur weiteren Unterstützung der Gemeinden, Städte und Kreise im Land will sich die Landesregierung am kommunalen Solidarpakt 2020 beteiligen. Das haben Finanzministerin Edith Sitzmann und Innenminister Thomas Strobl in einer Sitzung der Gemeinsamen Finanzkommission (GFK) mit Vertreterinnen und Vertretern von Landesregierung und kommunalen Landesverbänden vorgeschlagen.

Starker Rückgang der Gewerbesteuereinnahmen

Im Rahmen dieses Solidarpakts wird der Bund ausgefallene Gewerbesteuereinnahmen zur Hälfte kompensieren. Das hat das Bundeskabinett beschlossen. Die zweite Hälfte übernehmen die jeweiligen Länder. Nach der Steuerschätzung vom Mai müssen die Kommunen in Baden-Württemberg 2020 gegenüber der Steuerschätzung vom Oktober 2019 mit einem Rückgang der Gewerbesteuereinnahmen um 1,88 Milliarden Euro rechnen. 

Auch wenn nach den heutigen Beschlüssen der Bundesregierung der Bund sich nur mit 840 Millionen Euro an den Mindereinnahmen unserer Kommunen beteiligen wird, will das Land den verbleibenden Betrag von 1.040 Millionen Euro kompensieren. „Das sind uns unsere Kommunen wert“, sagten Sitzmann und Strobl übereinstimmend. Sitzmann und Strobl werden den Vorschlag in der Haushaltskommission der Koalition und im Ministerrat einbringen. 

„Der Einbruch bei den Gewerbesteuereinnahmen ist erheblich. Das stellt die Kommunen vor massive Schwierigkeiten bei der Finanzierung ihrer wichtigen Aufgaben. Wir dürfen sie damit nicht alleine lassen. Wir stehen ihnen bei und kompensieren über eine Milliarde Euro der entgangenen Einnahmen“, sagte die Finanzministerin. „Nur gemeinsam werden Bund, Länder und Kommunen die finanziellen Auswirkungen der Corona-Pandemie meistern.“

Schnelle Hilfe ist doppelte Hilfe

Der Stellvertretende. Ministerpräsident und Innenminister Thomas Strobl erklärt: „Schnelle Hilfe ist doppelte Hilfe – gerade in der höchst schwierigen Situation der Corona-Pandemie. Die Corona-Krise stellt uns alle, stellt alle staatliche Ebenen vor große Herausforderungen. Als Kommunalminister liegen mir die Kommunen besonders am Herzen. Es wird bei den Kommunen insbesondere darum gehen, die Mindereinnahmen bei den Steuern zu mildern, damit etwa auch kommunale Investitionen fortgeführt werden können. Das ist gerade auch deshalb wichtig, um die regionale Wirtschaft zu unterstützen. Zusammen mit dem Bund die Gewerbesteuerausfälle der Kommunen in Baden-Württemberg zu kompensieren, ist wichtig und richtig. Die Landkreise, Städte und Gemeinden sind gerade in dieser Lage ein Konjunkturmotor. Deswegen wäre aus meiner Sicht die Unterstützung der Kommunen mit einem Milliardenbetrag richtig und hilfreich – und zunächst bietet sich das bei den Gewerbesteuereinbrüchen an. Wir arbeiten in der Gemeinsamen Finanzkommission weiter daran, die aktuellen Herausforderungen zu bewältigen. Freilich werden auch die Kommunen die Folgen der Corona-Pandemie spüren, doch es gilt glasklar: Wir lassen die Kommunen nicht alleine.“

Finanzhilfen des Landes an Kommunen aufgrund der Corona-Pandemie

Die Mitglieder der GFK beraten derzeit über Finanzhilfen des Landes an Gemeinden, Städte und Landkreise aufgrund der Corona-Pandemie. Für das erste Halbjahr 2020 hat das Land über den kommunalen Finanzausgleich bei den Abschlagszahlungen bereits 517 Millionen Euro mehr an die Kommunen zur Liquiditätssicherung überwiesen als nach der aktuellen Steuerschätzung vorgesehen wäre.

Zuvor hatte es in der Akutphase der Pandemie als rasche und unbürokratische Soforthilfe den Kommunen 200 Millionen Euro ausgezahlt. In Form von Abschlagszahlungen beteiligte es sich damit an den finanziellen Belastungen der Kommunen, wenn sie beispielsweise auf Elternbeiträge und Gebühren für geschlossene Kindertagesstätten, Kindergärten und weitere Betreuungseinrichtungen verzichten. Darüber hinaus wurden kommunalen Kliniken Beatmungsgeräte und Schutzausrüstungen bereitgestellt. Das Land gleicht zudem Einnahmeausfälle im öffentlichen Personennahverkehr sowie Elternanteile für nicht genutzte Schülertickets aus und verdoppelt die Bundesmittel zur Ausstattung von Schulen mit digitalen Endgeräten. All diese Unterstützungsleistungen belaufen sich bereits auf mehr als 580 Millionen Euro.

Kommunale Einnahmen

Mit rund 40 Prozent stammt der größte Teil der kommunalen Einnahmen aus Steuern. Dazu gehören eigene Steuern wie die Gewerbe- und die Grundsteuer, hinzu kommen Gemeinschaftssteuern wie die Einkommensteuer. Knapp 40 Prozent der Einnahmen fließen als Finanzzuweisungen vor allem nach dem Finanzausgleichsgesetz. Etwa 20 Prozent kommen etwa aus Gebühren und Beiträgen.

Aktuelle Informationen zum Coronavirus in Baden-Württemberg

Weitere Meldungen

Ein Schild weist in einem Wahlbüro auf eine Wahlurne für die Briefwahl  hin.
Landtagswahl

Letzte Hinweise zur Briefwahl

Eine Krankenpflegerin schiebt ein Krankenbett durch einen Flur.
Gesundheit

Landesregierung beschließt neuen Krankenhausplan

Kabinettssitzung in der Villa Reitzenstein in Stuttgart
Landesregierung

Bericht aus dem Kabinett vom 3. März 2026

Schriftzug „MEDI:CUS“ auf einer Bühne
Gesundheit

Gesundheitscloud MEDI:CUS wird verstetigt

Collage aus sechs Personen vor blauem Hintergrund
Schule

3 Fragen 3 Antworten: mit Gewinnerinnen und Gewinner des Lehrkräfte

Eine Sozialarbeiterin misst die Blutdruckwerte eines Probanden und übermittelt diese drahtlos per Smartphone an einen Arzt.
Medizintechnik

Land setzt sich für Reformen in der Medizintechnikbranche ein

Businessfrau sitzt an einem PC
Arbeit

Karriere-Tipps für junge Frauen

Eine Frau steckt ihren Stimmzettel für die Bundestagswahl in einem Wahllokal in eine Wahlurne.
Landtagswahl

Stimmabgabe – so geht wählen

Fähnchen der Europäischen Union und der Schweiz stehen im Nationalratssaal in Bern
Europa

Vertragspaket zwischen der EU und der Schweiz unterzeichnet

Spatenstich Geradstetten
Berufliche Bildung

21 Millionen Euro für Neubau des Bildungscampus Geradstetten

Rieslingtrauben hängen am Stock in einem Weinberg
Weinbau

Mehr Förderung und Flexibilität für den Weinbau

Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
Auszeichnung

Kurt Josef Lacher erhält Bundesverdienstmedaille

Logo und Schriftzug der „Agentur für Arbeit“ an einem Gebäude.
Arbeitsmarkt

Lage am Arbeitsmarkt bleibt angespannt

Container werden auf einem Container-Terminal transportiert. (Foto: © dpa)
Freihandel

Wichtiges Signal für Europa als Wirtschaftsstandort

Eine Professorin steht beim Unterricht vor Studentinnen und Studenten.
Gleichstellung

Land beim Professorinnenprogramm vorn