Land- und Forstwirtschaft

Kritik an Mittelkürzungen des Bundes

Minister Peter Hauk kritisiert die Mittelkürzungen des Bundes bei der Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes. Das Land versucht nun, die finanziellen Auswirkungen auf die Landwirtschaft und den Ländlichen Raum bestmöglich abzumildern.

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Ein Bio-Bauer bringt mit seinem Traktor und einem Tankwagen als Anhänger, die angefallende Jauche auf einer Wiese aus. (Bild: dpa)

Minister Peter Hauk kritisiert die Mittelkürzungen des Bundes bei der Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes. Das Land versucht nun, die finanziellen Auswirkungen auf die Landwirtschaft und den Ländlichen Raum bestmöglich abzumildern.

„Die Reduzierung um 20,8 Millionen Euro bei den Kassenmitteln der Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes (GAK) und 28,1 Millionen Euro bei den GAK-Verpflichtungsermächtigungen für das Jahr 2024 im Vergleich zu 2023 stellt uns vor große finanzielle Engpässe. Trotz der Finanzierung spezifischer Forstmaßnahmen durch den Klima- und Transformationsfonds (PDF) bleibt eine spürbare Lücke. Die Kürzungen haben bereits tiefgreifende Einschnitte in verschiedenen Bereichen nach sich gezogen. Der ersatzlose Wegfall des Sonderrahmenplans ,Ländliche Entwicklung‘ und die daraus resultierenden gekürzten Mittel beeinträchtigen unsere Fähigkeit, mit den Strukturförderprogrammen nachhaltige Entwicklungen im Ländlichen Raum zu unterstützen. Wir unternehmen zwar größte Anstrengungen, die Auswirkungen der wegfallenden Bundesmittel aus Landesmitteln abzumildern, aber das wird uns nur teilweise gelingen. Auch politisch eigentlich gewünschte Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel sind davon betroffen“, sagte der Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk, am 23. August 2024.

Im Bereich der landwirtschaftlichen Programme wie der einzelbetrieblichen Investitionsförderung wurden die Budgets ebenso deutlich reduziert. „Selbst beantragte Vorhaben in 2023 konnten deshalb nicht mehr bewilligt werden. Bei der Beratungsförderung mussten bereits die Fördersätze gekürzt werden. Darüber hinaus beschränken die Mittelkürzungen der GAK beispielsweise die zukünftige Weiterentwicklung des sehr erfolgreichen Förderprogramms für Agrarumwelt, Klimaschutz und Tierwohl (FAKT) und der Beratungsförderung“, erläuterte Minister Hauk.

Ziele zur nachhaltigen Waldentwicklung und zum Klimaschutz gefährdet

Weitere Kürzungen spüren die Waldwirtschaft sowie die Wiederbewaldung. „Die Ende 2023 ausgelaufenen Sondermittel hatten bereits zur Folge, dass wichtige Herbstpflanzungen nicht bewilligt werden konnten. Auch die Aufarbeitungshilfe können wir aufgrund der engeren Vorgaben im Jahr 2024 faktisch nicht mehr anbieten. Auch wenn es uns gelungen ist, über Mittel aus dem Klima- und Transformationsfonds die zunächst drohenden Kürzungen der GAK für den Forst abzumildern, beeinträchtigen die Kürzungen unsere langfristigen Ziele zur nachhaltigen Waldentwicklung und zum Klimaschutz erheblich“, betonte Minister Hauk.

„Wir als Land Baden-Württemberg puffern die Auswirkungen der wegfallenden Bundesmittel aus Landesmitteln bestmöglich ab. Damit bleibt das Land auch 2024 - im Rahmen seiner Möglichkeiten - ein verlässlicher Partner der Akteure in der Land- und Forstwirtschaft sowie bei der Entwicklung des Ländlichen Raums. Eine vollständige Kompensation ist uns aber nicht möglich. Seitens des Bundes brauchen wir daher dringend mehr Stabilität und Verlässlichkeit bei dieser grundgesetzlich verankerten gemeinsamen Finanzierung durch den Bund und die Länder, um die Kontinuität und Effektivität unserer Programme zu gewährleisten“, forderte Minister Hauk abschließend.

Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes

Die im Rahmen der GAK verfügbaren Mittel des Ministeriums für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz (MLR) verminderten sich aufgrund der Kürzungen der GAK im Bundeshaushalt von 145,4 auf 124,6 Millionen Euro bei den GAK Kassenmitteln sowie von 95,3 auf 67,2 Millionen Euro bei den GAK Verpflichtungsermächtigungen für das Jahr 2024 im Vergleich zu 2023.

Auch wenn durch die teilweise Rücknahme der vorgesehenen Kürzungen im parlamentarischen Verfahren und die Überführung der Finanzierung bestimmter Maßnahmen im Forstbereich von der GAK in den Klima- und Transformationsfonds die Kürzungen der GAK-Bundesmittel etwas abgemildert wurden, bleibt der Rückgang dennoch erheblich. Mit Verpflichtungsermächtigungen können Fördervorhaben bewilligt werden, die erst in den kommenden Jahren Auszahlungen erfordern, wie zum Beispiel Investitionen in Gebäude oder Infrastruktur. Die GAK-Mittel werden regulär zu 60 Prozent vom Bund und zu 40 Prozent von den Ländern finanziert. Außerdem werden GAK Mittel zum Teil auch zur Kofinanzierung von Mitteln der Europäischen Union (EU) für Maßnahmen des Landes im Rahmen des nationalen Strategieplans zur Umsetzung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) genutzt.

 

Weitere Meldungen

Wildwechsel-Verkehrszeichen mit einem Hinweisschild mit der Aufschrift „Wildtierkorridor“ (Foto: © dpa).
Tierschutz

94. Sitzung des Landesbeirats für Tierschutz

Ein Gaszähler an einer Gastherme.
Energie

Walker kritisiert Ausschreibungsergebnisse für Back-Up-Kraftwerke

Studierende sitzen in einem Hörsaal.
Hochschulen

„Zukunftsprogramm Hochschule 2030“ stärkt Innovation

Blick über Hohenlohe
Ländlicher Raum

Kulturlandschaftsrat stärkt Landwirtschaft durch Dialog

Zug im Landesdesign
Schienenverkehr

Akku-Züge für Tauber- und Madonnenlandbahn: Planung startet

Ministerin Razavi bei der Eröffnung der B10 zwischen Geislingen und Amstetten
Verkehr

B 10 zwischen Geislingen und Amstetten nach Sanierung wieder frei

Kuhweide mit Kühen
Tierseuche

Impfung gegen Blauzungen­krankheit schützt auch nach Neueinstufung erheblich

Logo
Gründungsförderung

Start-up BW Pre-Seed nimmt weitere Unternehmen auf

Der Ladestecker eines elektrisch betriebenen Renault ZOE (Bild:© dpa)
Mobilität

Carsharing-Förderung diesmal auch für Hybridfahrzeuge

Neubau der Kindertagesstätte Wilhelm-Enßle-Straße
Städtebauförderung

Ortsmitte in Geradstetten erfolgreich saniert

Euro-Banknoten
Steuerschätzung

Mehr Steuereinnahmen, aber kein zusätzlicher Spielraum

Im alten Fabrikensemble der Eisenlohr’schen Werke in Dettingen an der Erms sind mit Hilfe der Städtebauförderung 67 neue Wohnungen entstanden.
Städtebauförderung

Ortskern in Dettingen an der Erms modernisiert

Das Bild zeigt den neuen Dienststellenleiter der LVT BW Peter Siller frontal im Porträt.
Landesvertretung

Peter Siller neuer Dienststellenleiter der Landesvertretung beim Bund

Kaiserstuhl
Flurneuordnung

Sonderprojekt „Weinbau Mittelbaden“ abgeschlossen

Mohn- und Kornblumen blühen in einem Getreidefeld (Bild: dpa).
Artenschutz

Projekt „Natur nah dran“ wird verlängert