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Hauk will Waldbesitzer mit Klimawandelprämie unterstützen

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Fachgespräch

Im Umgang mit klimabedingten und großflächig auftretenden Waldschäden bedarf es aus Sicht von Forstminister Peter Hauk neuer Instrumente zur Unterstützung der Waldbesitzer. Teile des Südschwarzwaldes werden Modellregion für den Umgang mit großen Schadflächen.

„Ausmaß und Tempo der klimabedingten Waldschäden stellen Waldbesitzer und Forstleute vor allergrößte Herausforderungen. Für unser Land wichtige Baumarten wie vor allem die Fichten und Tannen sterben auf teils großen Flächen ab, aber auch die Buchen sind stark betroffen. Ziel der Landesregierung ist es, die rund 1,4 Millionen Hektar Wald im Land in einem guten Pflegezustand zu halten, damit unsere Wälder ihre vielfältigen und gesellschaftlich wichtigen Funktionen erfüllen können. Um dies sicherzustellen, müssen wir neue Wege beschreiten und die Waldbesitzer entsprechend unterstützen“, sagte der Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk, am Mittwoch (27. Mai) in Grafenhausen (Landkreis Waldshut).

Prüfung einer Klimawandelprämie

„Gerade in Zeiten des Klimawandels tritt die Funktion des Waldes als Klimaschützer und die Rolle des nachwachsenden Rohstoffs Holz als Kohlenstoffspeicher in den Vordergrund. Gesunde und naturnah bewirtschaftete Wälder mit den richtigen Baumarten sind im Kampf gegen den Klimawandel unverzichtbar“, erklärte der Forstminister. Ruinöse Holzerlöse und hohe Aufarbeitungskosten führen aber dazu, dass viele Waldbesitzer bald nicht mehr in der Lage sein werden, ihre Wälder entsprechend zu pflegen. Dies müsse verhindert werden, denn Wälder sind für unsere Gesellschaft in vieler Hinsicht systemrelevant.

Schon jetzt stellt das Land den Waldbesitzern in der aktuellen Krise 28,6 Millionen Euro an Fördermitteln bereit, um das Schadholz aufzuarbeiten und neue Wälder anzupflanzen. Das reiche aber nicht aus. „Neben den bereits bestehenden Fördermöglichkeiten prüfen wir deshalb derzeit die Einführung einer ‚Klimawandelprämie‘, die in einem wirtschaftlich und klimatisch schwierigen Umfeld Anreize für eine nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder schaffen soll“, erklärte der Minister.

„Für eine solche Lösung spricht, dass sich Waldbesitzer wirtschaftlich in einer zunehmend prekären Situation befinden, die sich derzeit durch die Corona-Pandemie zuspitzt. Mit Blick auf den Klimawandel sind hohe Investitionen in den Waldumbau notwendig. Bei gleichzeitig deutlich reduziertem Ertrag durch Verlust ertragreicher Bestände, auf Grund von Trockenheit und Borkenkäfer, kommen wir um eine wirksame Unterstützung der Waldbesitzer nicht umhin“, erklärte Hauk. Die Gesellschaft leiste damit einen entscheidenden Beitrag für die Fortführung einer flächendeckenden nachhaltigen Forstwirtschaft sowie für die Aufrechterhaltung des Kohlenstoffspeichers Wald.

Pilotregion Südbaden

„In Südbaden stellen sich die aktuellen Waldschäden besonders dramatisch dar. Forst- und Holzwirtschaft schaffen es in der derzeitigen Lage nicht mehr, die Schadhölzer derart rasch aufzuarbeiten und aus den Wäldern zu bringen, dass von ihnen keine Gefahr mehr für gesunde Waldbestände ausgeht“, erklärte der Forstminister. Dies hänge neben dem schieren Schadensumfang auch mit der Corona-Pandemie zusammen. Viele Sägewerke hätten ihren Holzeinschnitt und damit auch den Holzeinkauf bei den Waldbesitzern drosseln müssen. Der für den Waldschutz wichtige zügige Abtransport von Holz, das mit Borkenkäfern befallen ist, sei ins Stocken geraten.

„Da es nichts hilft, die geschädigten Bäume zwar einzuschlagen, sie dann aber nicht aus den Wäldern zu bringen, werden wir das Problem abschichten und die Aufarbeitung der Flächen priorisieren müssen. Dies bedeutet, dass teils auch auf größeren Flächen abgestorbene Bäume einige Monate im Wald stehen bleiben werden“, erklärte Minister Hauk. Dies sei ein Anblick, an den sich Waldbesucher mitunter gewöhnen müssten.

Nötig seien nun klare Vorgaben zur Priorisierung der Aufarbeitung von Schadflächen, da die logistischen Kapazitäten begrenzt seien. Die Geschwindigkeit, mit der der Klimawandel vor allem in den unteren Lagen sichtbar wird, ist sehr hoch. Deshalb werden die Forstleute hier schnell und großflächig den Wald der nächsten Generation planen und realisieren müssen.

„Es braucht eine nach Standorten differenzierte Konzeption für die Wiederbewaldung, eine effektive Beratung und Unterstützung der privaten und kommunalen Waldbesitzer und nicht zuletzt müssen wir auch die Menschen in der Region mitnehmen und informieren. Daher habe ich ein Projekt unter Federführung der Landesforstverwaltung mit der Beteiligung der ForstBW AöR, dem Landkreis Waldshut sowie der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Freiburg initiiert, das wissenschaftlich begründete Herangehensweisen erstellen soll, die bei Bedarf in einem weiteren Schritt landesweit Anwendung finden sollen“, sagte Minister Hauk. 

Da der Wald neben den Schutz- und Nutzfunktionen auch wichtig für die Erholung der Menschen und den ländlichen Tourismus sei, werde das Projekt entsprechend kommunikativ begleitet. In einem ersten Schritt werde nun die genaue Gebietskulisse für das Modellvorhaben abgesteckt werden.

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