Streuobst

Hauk besucht Pomologisches Institut Reutlingen

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Apfelbäume stehen auf einer Streuobstwiese (Foto: dpa)

Minister Peter Hauk hat beim Besuch des Pomologischen Instituts Reutlingen dessen Bedeutung für die vielfältige Streuobstlandschaft in Baden-Württemberg hervorgehoben.

„Dr. Eduard Lucas gilt bis heute als ein Pionier des deutschen Obstbaus. Seit dem Jahr 2005 bemüht sich der Kreisverband der Obst- und Gartenbauvereine im Landkreis Reutlingen (KOV) darum, das Erbe von Eduard Lucas zu bewahren. Mit dieser Arbeit wird sowohl das Eduard-Lucas-Haus als auch der Streuobstanbau verstärkt in die Mitte von Reutlingen und der Region gerückt. Es freut mich daher, dass ich dem Verband heute einen Bewilligungsbescheid über 2.500 Euro zur Unterstützung der Organisation und Durchführung des Eduard-Lucas-Festes überreichen darf. Das Eduard-Lucas-Fest im September 2024 bringt landesweit alle Streuobstakteurinnen und -akteure sowie Bürgerinnen und Bürger zusammen“, sagte der Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk, am 6. August 2024 im Rahmen seines Besuchs des Pomologischen Instituts Reutlingen.

Im Jahr 1860 gründete Dr. Eduard Lucas das Pomologische Institut Reutlingen, das bis über die Landesgrenzen hinaus große Bekanntheit erlangte und zahlreiche Schüler aus dem In- und Ausland anzog. An der höheren Fachschule mit Internat und einer ausgedehnten Gartenanlage lernten die Schüler von Dr. Eduard Lucas die Grundlagen der Obstbaukunde, wobei seine Arbeitsweise als repräsentativ für das „Goldene Zeitalter der Pomologie“, dem 19. Jahrhundert, galt.

62 Jahre lang bestand die damals erste Lehranstalt für Obst- und Gartenbau in Deutschland, bis nach dem ersten Weltkrieg ein rationalisierter Marktobstbau zunahm, der dem Bestreben Lucas möglichst viele neue Obstsorten zu erfassen entgegenstand. Das Pomologische Institut geriet nach seinem Ende 1922 mehr und mehr in Vergessenheit.

Die Arbeitsgruppe um Ralf Michael Röckel, dem ersten Vorsitzenden des KOV, und Ulrich Schröfel plant aktuell, das ehemalige Wohnhaus von Eduard Lucas zu einer musealen Einrichtung auszubauen und durch verschiedene Ausstellungen und Fachvorträge wieder mit Leben zu füllen. Angedacht ist außerdem die Etablierung eines Infozentrums für den Streuobstbau. Den historischen Gewölbekeller im ehemaligen Herrschaftshaus nutzte Lucas seinerzeit für Obstausstellungen. Diese Räumlichkeiten sollen mit Hilfe des Fördervereins „Eduard Lucas-Haus“, der am Tag des Eduard Lucas-Festes gegründet werden soll, zu einem obstbaurelevanten Veranstaltungsort für Baden-Württemberg gestaltet werden.

Streuobstwiesen in Baden-Württemberg

Streuobstwiesen stellen in Baden-Württemberg einen prägenden Teil der Kulturlandschaft dar, sind Lebensraum zahlreicher Tier- und Pflanzenarten und die Grundlage für ein vielfältiges Angebot an nachhaltigen und regionalen Produkten. Deshalb ist es erklärtes Ziel der Landesregierung, die Streuobstwiesen im Land konsequent zu schützen. Ganz im Sinne des Leitmotivs „Schützen durch Nützen“ liegt das Hauptaugenmerk der Landesregierung beim Thema Streuobst darauf, die Bewirtschaftung und Pflege der Streuobstbäume zu honorieren, die Wertschöpfungskette zu optimieren und die Verbraucherinnen sowie Verbraucher zu sensibilisieren.

Um dies zu erreichen, wurde die Streuobstkonzeption des Landes (PDF) überarbeitet und an die aktuellen Bedarfe des Streuobstbaus angepasst. Die Streuobstkonzeption 2030 wurde am 9. Juli 2024 durch das Kabinett verabschiedet.

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