Forst

Vierter Fachkongress Holzbau am Bodensee

Anlässlich des vierten Fachkongresses Holzbau betont Minister Peter Hauk die Bedeutung von öffentlichen Bauvorhaben in moderner Holzbauweise für den Weg zu einer nachhaltigen Baukultur.

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Ein Arbeiter sortiert einen Stapel Holzbretter in eine automatische Maschine in einer Holzbaufirma.
Symbolbild

„Aktuelle Zukunftsfragen, wie das Bauen der Zukunft und der sparsame Umgang mit knappen Ressourcen zeigen ganz klar: Es ist jetzt an der Zeit umzudenken und eine neue Baukultur zu etablieren. Derzeit bauen wir oftmals zu teuer, zu träge, zu emissions- und materialintensiv. Umsteuern bedeutet jetzt verstärkt klimagerecht, ressourcenschonend, und mit Weitblick für die Zukunft zu bauen. Das geht am besten, mit dem nachwachsenden und erneuerbaren Rohstoff Holz aus nachhaltiger Waldwirtschaft. Gemeinsam und im Austausch der Expertisen und Erfahrungen mit unseren Partnerregionen rund um den Bodensee sind wir auf gutem Weg, um mit baulichen Lösungen den Herausforderungen des Klimawandels zu begegnen“, sagte der Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk, anlässlich des Fachkongresses Holzbau – Drei Länder eine Mission: Holzbau – weil Zukunft nachwachsen muss in Friedrichshafen im Bodenseekreis.

Bereits zum vierten Mal findet in Friedrichshafen der internationale Fachkongress zum nachhaltigen Bauen mit Holz unter dem Dach der Holzbau-Offensive Baden-Württemberg statt. Im Fokus steht in diesem Jahr unter anderem die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum, die Umsetzung nachhaltiger Bauprojekte und das Bauen im Bestand – Aufgaben, die in den kommenden Jahren vermehrt auf Kommunen zukommen.

Holzbau in Baden-Württemberg

Anhand von Vorbild-Projekten mit gut umgesetzten Baubeispielen der öffentlichen Hand und aus den Partnerregionen rund um den Bodensee wird aufgezeigt, wie das kommunale Bauen mit Holz gelingen kann.

„Baden-Württemberg erreicht seit Jahren die höchste Holzbauquote im Bundesvergleich. Öffentliche Bauvorhaben sind dabei wichtige Botschafter und Vorbilder die potenziellen Nachahmer zeigen, wie der Wandel hin zu einer nachhaltigen Baukultur gestaltet werden kann und was bereits mit dem Material Holz schon heute möglich ist“, sagte Minister Peter Hauk.

Die Vertreter aus der Schweiz, Österreich, Bayern und Baden-Württemberg tauschten sich aus, über die Verfügbarkeit und die nachhaltige Nutzung von Holz der nächsten Jahrzehnte vor dem Hintergrund des Klimawandels und der damit verbundenen Anpassung der Wälder.

Modellregion für Carbon Removals

Eine große Rolle im Klimaschutz kommt der Speicherung von Kohlenstoff aus der Atmosphäre in Holzbauten, sogenannten Carbon Removals, zu. Minister Peter Hauk betonte in diesem Zusammenhang: „Holz und das Bauen mit Holz hat ein erhebliches Potential, weil es eine funktionierende Carbon Removal-Methode darstellt, mit der direkt wirksame Kohlenstoffspeicher in Form von Holzbauwerken aufgebaut werden können, die sofort mehr Klimaschutz bewirken und zum Rückgang des Kohlenstoffdioxids (CO2) in der Atmosphäre beitragen. Daher bauen wir Baden-Württemberg als europaweite Modellregion für Carbon Removals mit Holz auf und machen die Speicherung bewertbar.“ Zudem biete nur der Holzbau die Möglichkeit, drängende Bauaufgaben, wie die Schaffung neuen Wohnraums, gleichzeitig mit zu lösen.

Der in Baden-Württemberg seit Jahrzehnten erfolgreich betriebene Waldumbau führt langfristig zu einer Baumartenverschiebung, so dass der Laubbaumanteil zunimmt. Im Bauwesen werden aktuell überwiegend Nadelhölzer eingesetzt. „Mit dem Technikum Laubholz haben wir eine Startup-Schmiede geschaffen, die innovative Lösungsansätze zur Laubholzverwendung in produktionsreife Anlagen hochskaliert“, betonte Minister Hauk.

Zudem verfolge Baden-Württemberg die Technologieführerschaft in der konstruktiven Laubholzverwendung. Einige der Leuchtturmprojekte für das Bauen mit Laubholz werden auf dem Kongress vorgestellt.

Die Verwendung von Laubholz ist anspruchsvoller als Nadelholz, bietet aber beispielsweise erhebliche Potentiale in der geringeren Bauteildimensionierung aufgrund höherer Festigkeiten.

Studentenpreis Baden-Württemberg

Der Landesbeirat Holz Baden-Württemberg e.V. zeichnet im Rahmen des Kongresses Studentinnen und Studenten für ihre herausragende Abschluss- und Semesterarbeiten im Holzbau aus.

Holzbaukulturbuch „Von der Materie zum Gebauten“

Im Rahmen des Fachkongresses wird ein auch neues Holzbaukulturbuch „Von der Materie zum Gebauten“ vorgestellt, das auf Initiative der Holzbau-Offensive Baden-Württemberg erstellt und kürzlich im Detail-Verlag erschienen ist. Das Buch beleuchtet die forstwirtschaftlichen, technologischen und baukulturellen Entwicklungen im Land. Es zeigt die Schönheit sowie die kulturelle Tiefe des Baustoffs Holz auf eindrucksvolle Weise und soll mit dazu beitragen, die Baukultur im Land fortzuschreiben.

Holzbau-Offensive Baden-Württemberg

Baden-Württemberg erreicht seit Jahren die höchste Holzbauquote im Bundesvergleich und gilt als Benchmark für das Bauen mit Holz in Deutschland. Mit der Holzbau-Offensive Baden-Württemberg fördert das Land eine klimafreundliche und nachhaltige Baukultur mit Holz. Zusätzlich soll Baden-Württemberg als Modell-Region und Impulsgeber für den klimafreundlichen Holzbau als Carbon Removal-Maßnahme, positioniert werden. Im Rahmen der Holzbau-Offensive BW werden zudem internationale Kooperationen initiiert und ausgebaut.

Mit Förderprogrammen, Bildungsmaßnahmen und der Unterstützung von Forschungsprojekten werden Impulse für die Transformation des Bausektors und der verstärkten Verwendung von nachwachsenden Rohstoffen gesetzt.

Der Fachkongress Holzbau findet 2025 zum vierten Mal auf Initiative Baden-Württembergs in Kooperation mit den Bodensee-Anrainern statt.

Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz: #UnserHolz – Gut fürs Klima, gut für Dich.

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