Ländlicher Raum

Studie zu Wohnortwahl junger Menschen veröffentlicht

Die Ergebnisse einer neuen Studie zu Wohnortentscheidungen junger Erwachsener zeigen: Der Ländliche Raum bietet Chancen – doch diese sind an klare Voraussetzungen geknüpft.

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Ein Neubaugebiet von Weissach
Symbolbild

„Für junge Erwachsene beginnt nach Abschluss der Schule eine hochmobile Lebensphase, etwa mit dem Wechsel in Ausbildung, Studium oder in einen Freiwilligendienst. Deshalb sind ihre heterogenen Interessen und Bedürfnisse nicht immer greifbar und bleiben in Planungsprozessen zur Gestaltung des Lebensumfelds leider oftmals im Hintergrund. Gleichzeitig verspüren viele junge Erwachsene eine starke Bindung an ihre Heimatregion und sind häufig bereit in ländlichen Gebieten zu bleiben, sofern die infrastrukturellen und sozialen Bedingungen stimmen. Dabei haben vor allem lokale Ehrenamtsstrukturen, ein lebendiges Vereinsleben mit kulturellen Angeboten sowie weitere Gemeinschafts- und Freizeitmöglichkeiten eine hohe Integrationswirkung, die allesamt das Leben vor Ort bereichern. Daraus ergeben sich für den Ländlichen Raum große Chancen. Wir werden deshalb weiterhin dafür arbeiten, dass der Ländliche Raum auch in Zukunft von jungen Menschen als attraktiver Wohnort wahrgenommen wird. Mit der neu veröffentlichten Studie leisten wir dafür einen wichtigen Beitrag und erhöhen die Sichtbarkeit der Bedürfnisse junger Erwachsener“, sagte der Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk, anlässlich der Veröffentlichung der Studie „Wo will ich leben? Wohnortentscheidungen junger Erwachsener in ländlichen Räumen Baden-Württembergs“ (PDF).

Anforderungen junger Menschen an den Ländlichen Raum

Durchgeführt wurde das Forschungsprojekt am Institut für Sozialwissenschaften der Universität Stuttgart mit finanzieller Unterstützung durch das Ministerium für Ernährung, Ländlicher Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg. Unter wissenschaftlicher Leitung von Prof. Dr. Susanne Vogl wurden unter anderem an verschiedenen Orten in Baden-Württemberg Gruppendiskussionen mit jungen Erwachsenen durchgeführt, um zu verstehen, wie Wohnortentscheidungen getroffen werden und welche Faktoren dabei relevant sind. Anschließend wurden die Ergebnisse mit Stakeholdern aus Politik, Verwaltung, Bildung und Zivilgesellschaft diskutiert und praxisnahe Maßnahmen zur Erhöhung der Standortattraktivität herausgearbeitet.

„Ihrer Wunschausbildung nachgehen zu können und trotzdem im Ländlichen Raum wohnen zu bleiben, wurde von vielen jungen Erwachsenen als Ziel benannt. Damit dies langfristig praktisch umsetzbar ist, braucht es insbesondere adäquaten und bezahlbaren Wohnraum. Gerade auf dem Land stellt daher die Weiterentwicklung von untergenutzten und leerstehenden Immobilien für junge Erwachsene eine große Chance dar, wie wir bereits im Modellprojekt ,Junges Wohnen‘ erprobt haben. Dieses Potenzial kann allerdings nur gehoben werden, wenn attraktive Verkehrs- und Mobilitätsangebote es jungen Erwachsenen erlauben, ihr berufliches mit ihrem sozialen Leben zu verbinden. Zudem braucht es eine Stärkung ehrenamtlichen Engagements sowie attraktive Freizeitangebote“, erläuterte Minister Hauk.

Studie „Wo will ich leben?"

Mit der Studie „Wo will ich leben? – Wohnortentscheidungen junger Erwachsener in ländlichen Räumen Baden-Württembergs" (PDF) untersuchte die Universität Stuttgart im Zeitraum vom 1. Februar 2023 bis 31. März 2025 Lebensrealitäten junger Erwachsener in ländlichen Räumen Baden-Württembergs, um ihre Wohnortentscheidungen besser zu verstehen. Hierzu wurden zwischen September 2023 und Februar 2024 acht Workshops mit jungen Erwachsenen durchgeführt, welche aktuell in ländlichen Regionen Baden-Württembergs leben. Ergebnisse und mögliche Lösungsansätze zur Erhöhung der Standortattraktivität ländlicher Räume für junge Erwachsene wurden im Sommer 2024 in drei Stakeholder-Workshops mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Verwaltung, Bildung, Ehrenamt, Wirtschaft und Sozialarbeit diskutiert.

Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz: Junges Land

Weitere Meldungen

Ein Wanderer geht beim Naturschutzzentrum Kaltenbronn im Schwarzwald einen Weg entlang. (Bild: © Uli Deck / dpa)
Forst

Appell zur Stärkung des Waldumbaus

Grüne Woche 2026
Landwirtschaft

Baden-Württemberg bei der Grünen Woche 2026 erleben

Eine Frau tippt auf einem Tablet. Daneben liegt ein Smartphone.
GesellschaftsReport BW

Vielfältige Angebote zur Stärkung der Medienkompetenz

Seitenansicht eines Doppelstockzuges
Schienenverkehr

Weitere 26 Doppelstockzüge für Baden-Württemberg

Legehennen im Freien (Quelle: dpa).
Vogelgrippe

Verlängerung des Aufstallungsgebots

Pressekonferenz LKA zu Terrorgram
Sicherheit

Kriminologische Studie zur deutschen „Terrorgramszene“

Kisten mit Gemüse und Obst.
Ernährung

Sechster Förderaufruf für regionale Bio-Produkte

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (links) überreicht den Sternsingerinnen und Sternsingern eine Geldspende.
Aktion Dreikönigssingen

Kretschmann empfängt Sternsingergruppen

von links nach rechts: Abteilungsleiter „Landwirtschaft" Dr. Konrad Rühl, Ministerialdirektorin Isabel Kling, Minister Peter Hauk und Abteilungsleiterin „Markt und Ernährung“ Petra Mock
Landwirtschaft

Spitzengespräch zu Erzeugerpreisen

Eine Frau bedient die Smartphone-App eines Onlinehändlers. (Foto: © dpa)
Marktüberwachung

Mehr Schutz bei Online-Einkäufen

Apfelbäume stehen auf einer Streuobstwiese (Foto: dpa)
Streuobst

Streuobstwiesen schützen und genießen

Ein Haus, dessen Grundgerüst aus Holz besteht, steht in einem Tübinger Neubaugebiet. (Bild: picture alliance/Sebastian Gollnow/dpa)
Baurecht

Bauen mit Holz wird erleichtert

Schmeck den Süden
Ernährung

Genussführer 2026 vorgestellt

Ein Mähdrescher erntet in Langenenslingen-Andelfingen ein Getreidefeld mit Wintergerste ab. (Bild: picture alliance/Thomas Warnack/dpa)
Landwirtschaft

Land fördert Unterstützungsnetzwerk für Land- und Weinwirtschaft

Mehrere Kinder stehen nebeneinander in einem Kindergarten. (Bild: © Christian Charisius/dpa)
Armutsbekämpfung

EU und Land gemeinsam gegen Kinder- und Jugendarmut