Polizei

Halbjahresbilanz der Verkehrsunfallentwicklung

Die Halbjahresbilanz der Verkehrsunfallentwicklung in Baden-Württemberg weist weniger Verkehrsunfälle, weniger Schwerverletzte und mehr Verkehrstote aus. Zu schnelles Fahren bleibt häufigste Unfallursache.

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Polizeistreife bei Verkehrsunfall

Innenminister Thomas Strobl hat die Halbjahresbilanz der Verkehrsunfallentwicklung in Baden-Württemberg (PDF) vorgestellt. Die Statistik weist weniger Verkehrsunfälle, weniger Schwerverletzte und mehr Verkehrstote aus. Vor allem bei Pedelecs nimmt die Zahl der Verkehrstoten zu, bei E-Scootern verzeichnet die Polizei weiterhin steigende Unfallzahlen. Zu schnelles Fahren bleibt häufigste Unfallursache.

„Die Anzahl der Verkehrsunfälle ist im ersten Halbjahr 2025 weiter rückläufig. Auch die Gesamtzahl der Schwerverletzten ist gesunken. Freilich stellen wir im Vergleich zum ersten Halbjahr 2024 einen Anstieg bei der Anzahl getöteter Verkehrsteilnehmer in Baden-Württemberg fest. Mehr als ein Drittel der Menschen starb dabei aufgrund überhöhter oder nicht angepasster Geschwindigkeit. Das zeigt einmal mehr: Wir müssen aufeinander Rücksicht nehmen und uns umsichtig im Straßenverkehr verhalten. Dabei ist jede und jeder Einzelne gefragt. Hier geht es um Menschenleben – das muss in alle Köpfe. Denn im schlimmsten Fall haben diese Unfälle tragische Folgen für die Beteiligten. Dieses Bewusstsein müssen wir weiter schärfen“, sagte der stellvertretende Ministerpräsident und Innenminister Thomas Strobl anlässlich der Veröffentlichung der Halbjahresstatistik der Verkehrsunfallentwicklung in Baden-Württemberg.

Im ersten Halbjahr 2025 stellte die Polizei in Baden-Württemberg mit insgesamt 150.957 Verkehrsunfällen einen leichten Rückgang der Gesamtunfallzahlen (minus 0,4 Prozent) im Vergleich zum Vorjahr fest. Dabei wurden 17.329 Menschen leicht (plus 3,7 Prozent) und 2.699 Menschen schwer verletzt (minus 3,8 Prozent). 188 Menschen (plus 17,5 Prozent) verloren ihr Leben. Statistisch gesehen starb somit im ersten Halbjahr 2025 jeden Tag ein Mensch auf den Straßen Baden-Württembergs, bilanzierte Innenminister Thomas Strobl.

Mehr Getötete mit Pedelecs

Insbesondere mehr getötete Pedelecfahrerinnen und -fahrer, bei denen sich die Anzahl der Verkehrstoten auf 22 Getötete im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (neun Getötete) mehr als verdoppelte, rücken dabei in den Fokus. 16 dieser getöteten Pedelecfahrerinnen und -fahrer (72,7 Prozent) waren im Seniorenalter. Diese Altersgruppe ist damit deutlich überrepräsentiert. „Immer mehr ältere Menschen entscheiden sich für das Pedelec – und das aus guten Gründen: Man hält sich auch im Alter fit und erreicht schnell und klimafreundlich sein Ziel. Mit den steigenden Nutzerzahlen geht freilich auch eine Zunahme der Verkehrsunfälle einher – und diese enden viel zu oft folgenschwer, ja tödlich“, so Innenminister Thomas Strobl.

Weiterhin steigende Unfallzahlen bei E-Scootern

Während im ersten Halbjahr 2024 zwei Fahrer von E-Scootern, sogenannten Elektrokleinstfahrzeugen, tödlich verunglückten, waren es im Zeitraum Januar bis Juni 2025 bereits vier. Bei den Elektrokleinstfahrzeugen lässt sich auch bei der Anzahl der Verkehrsunfälle insgesamt ein deutlicher Anstieg auf 841 (plus 44,3 Prozent) feststellen, was den Trend aus dem Vorjahr bestätigt. Mehr als zwei Drittel (68,8 Prozent) dieser Verkehrsunfälle wurden von den Fahrerinnen und Fahrern selbst verursacht. Verletzt wurden dabei insbesondere junge Menschen zwischen 14 und 24 Jahren: Sie machten knapp ein Drittel der Schwerverletzten (30,6 Prozent) und gut die Hälfte der Leichtverletzten (47,6 Prozent) und Getöteten (50,0 Prozent) aus. „Jungen Menschen fehlt im Straßenverkehr die Erfahrung. Gleichzeitig sind sie beim Gebrauch von E-Scootern besonders gefährdet – E-Scooter haben keine Knautschzone. Deshalb ist es wichtig, diese Generation mit maßgeschneiderten Präventionsangeboten dort abzuholen, wo sie sind, nämlich direkt an den E-Scootern. Mit der Kampagne ‚#RIDEITRIGHT – e-scootern, aber richtig!‘ bringen wir seit 2020 mit kurzen und klaren Statements, angebracht an Leihgeräten, unsere Erwartungen an die Fahrerinnen und Fahrer auf den Punkt. Ganz besonders wichtig ist mir hierbei: Finger weg von Alkohol und Drogen! Der E-Scooter ist ein Kraftfahrzeug – und bezüglich Alkohol und Drogen gibt es hier keinen Rabatt, es gelten die gleichen Regeln wie für Kraftfahrzeuge“, betonte Minister Thomas Strobl. 

Zu schnelles Fahren häufigste Unfallursache

Überhöhte beziehungsweise nicht angepasste Geschwindigkeit war, wie bereits die Jahre zuvor, auch im ersten Halbjahr 2025 die Hauptunfallursache für tödliche Verkehrsunfälle (36 Prozent), gefolgt von Vorfahrts- und Vorrangverletzungen (15 Prozent) und mangelnder Verkehrstüchtigkeit (zwölf Prozent). „Das beweist: Rasen ist kein Kavaliersdelikt – sondern endet zu oft tödlich. Deswegen werden wir auch weiterhin regelmäßige Geschwindigkeitskontrollen mit modernster Verkehrsüberwachungstechnik durchführen. Das tun wir im Sinne der Verkehrssicherheit, zur Rettung von Menschenleben, auf das Abkassieren von Autofahrern kommt es der Polizei ausdrücklich nicht an“, erklärte Innenminister Thomas Strobl und verwies darauf, dass die Polizei Baden-Württemberg im ersten Halbjahr 2025 insgesamt 818.100 Geschwindigkeitsverstöße festgestellt hat und damit 6,6 Prozent mehr als noch im ersten Halbjahr 2024 (767.236).

Auffällig ist auch die Entwicklung von rauschmittelbedingten Verkehrsunfällen. Während die Anzahl der Unfälle, bei denen Unfallbeteiligte unter Alkoholeinfluss standen auf 1.810 (minus 9,4 Prozent) gesunken ist, kann ein Anstieg bei Verkehrsunfällen mit drogenbeeinflussten Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmern auf 432 (plus 29,7 Prozent) festgestellt werden. „Menschen setzen sich nach dem Konsum von Drogen ans Steuer – darauf achten wir sehr genau. Dem setzen wir konsequente Verkehrskontrollen entgegen. Es gibt null Toleranz gegenüber denjenigen, die die Verkehrssicherheit durch den leichtfertigen Konsum von Alkohol und Drogen gefährden. Wer sich berauscht, hat nicht am Straßenverkehr teilzunehmen – er gefährdet sich und andere verantwortungslos“, so Innenminister Thomas Strobl.

In den Monaten von Januar bis Juni 2025 brachte die Polizei 5.763 Verstöße im Zusammenhang mit dem Konsum von Drogen im Straßenverkehr zur Anzeige, 15,8 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum (4.976). Allein vom 16. bis 22. Juni 2025 stellte die Polizei während der europaweit abgestimmten ROADPOL-Kontrollwoche zu Alkohol und Drogen im Straßenverkehr 402 Verstöße im Zusammenhang mit Alkohol am Steuer und 346 Verstöße im Zusammenhang mit dem Konsum von Drogen im Straßenverkehr fest.

Halbjahresbilanz der Verkehrsunfallentwicklung in Baden-Württemberg (PDF)

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