Wirtschaft

Ungenutztes Arbeitskräfte­potenzial von Frauen

In der hohen Teilzeitquote von Frauen liegt auch in Baden-Württemberg ein riesiges ungenutztes Arbeitskräftepotenzial.

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Businessfrau sitzt an einem PC
Symbolbild

Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut unterstützt die Einschätzung von Marcel Fratzscher, Chef des Deutschen Institutsfür Wirtschaftsforschung e.V. (DIW), dass in der hohen Teilzeitquote von Frauen ein riesiges ungenutztes Arbeitskräftepotenzial liege. Dies sei auch in Baden-Württemberg der Fall. 

„Trotz positiver Entwicklungen bleibt das Arbeitskräftepotenzial von Frauen in Baden-Württemberg bei Weitem nicht ausgeschöpft. Der Anteil der beschäftigten Frauen ist zwischen 2011 und 2024 zwar von 44 auf 47 Prozent gestiegen. Gleichzeitig arbeitete 2024 jedoch noch immer jede zweite Frau in Teilzeit, während dies nur auf 15 Prozent der Männer zutraf. Hier liegen erhebliche Potenziale, die Baden-Württemberg angesichts des Fachkräftemangels dringend benötigt. Der Fachkräftemangel zwingt uns, alle verfügbaren Arbeitskräftepotenziale konsequent zu erschließen. Ein aktueller Bericht des Instituts für Angewandte Wirtschaftsforschung (IAW) in Tübingen, den mein Ministerium beauftragt hat, macht deutlich: Frauen tragen in Baden-Württemberg zunehmend zur Beschäftigungsentwicklung bei. Doch gleichzeitig bestehen strukturelle Hürden, die insbesondere Frauen die Erwerbstätigkeit erschweren. Diese zeigen sich besonders stark bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, bei Teilzeitstrukturen und beim Zugang von Frauen zu Führungspositionen. Deshalb müssen wir die Rahmenbedingungen weiter verbessern – vor allem durch den Ausbau der Kinderbetreuung, verlässliche Ganztagsangebote und eine bessere Unterstützung von Beschäftigten mit Pflegeverantwortung“, sagt Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut.

Die Ministerin betont weiter: „Wirtschaftliche Eigenständigkeit ist eine zentrale Voraussetzung für ein selbstbestimmtes und finanziell unabhängiges Leben. Wirtschaftliche Gleichstellung von Männern und Frauen ist daher nicht nur eine Frage der Fairness, sondern auch ein entscheidender Faktor für Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit und Fachkräftesicherung.“

Frauenwirtschaftstage im Oktober 2026

Das Ministerium für Wirtschaft, Handwerk und Tourismus Baden-Württemberg stellt passend dazu die 22. Frauenwirtschaftstage 2026 unter das Motto „Erfolgreich. Gleich. Berechtigt. – Ökonomische Gleichstellung als Wirtschaftspotenzial“. Vom 16. bis 24. Oktober 2026 machen zahlreiche Veranstaltungen im Land deutlich, wie wirtschaftliche Gleichstellung und wirtschaftlicher Erfolg zusammenhängen. Die Auftaktveranstaltung findet am 5. Oktober 2026 unter Beteiligung von Bundesministerin Karin Prien statt. Damit beteiligt sich Baden-Württemberg am bundesweiten Jahresthema „Wirtschaftliche Eigenständigkeit“ des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

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