Gesundheit

Ergebnisse des Long COVID-Forschungsprojekts

Long COVID ist ein komplexes Krankheitsbild und erfordert eine gezielte und koordinierte interdisziplinäre Zusammenarbeit. Das ist ein Ergebnis eines Modellprojekts der vier Universitätskliniken des Landes.

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Ein Mann betrachtet auf einem Computermonitor die Elektronenmikroskopaufnahme eines MERS-Coronavirus, einem engen Verwandten des neuartigen Coronavirus. (Bild: Arne Dedert/dpa)
Symbolbild

Welche Versorgungsstrukturen sind für Long COVID-Betroffene geeignet? Wie kann die medizinische Versorgung diesbezüglich weiter verbessert werden? Mit diesen Fragen setzte sich das vom Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration mit rund zwei Millionen Euro geförderte „Modellprojekt adaptive, sektorenübergreifende Gesundheitsversorgung Long-/Post-COVID-Syndrom in Baden-Württemberg (SEVEN-PCS)“ der vier Universitätskliniken des Landes auseinander. Die Ergebnisse liegen nun vor.

Gezielte und koordinierte Zusammenarbeit erforderlich

Zusammengefasst lässt sich sagen: Long COVID ist ein komplexes Krankheitsbild und erfordert eine gezielte und koordinierte Zusammenarbeit zwischen Ärztinnen und Ärzten sowie Therapeutinnen und Therapeuten unterschiedlichster Fachbereiche des ambulanten und stationären Settings.

„Nur wenn alle Professionen strukturiert zusammenarbeiten, gelingt eine patientenzentrierte und effektive medizinische Versorgung. Diese sektorenübergreifende und interdisziplinäre Zusammenarbeit kann sowohl in Präsenz als auch über eine telemedizinische Behandlung erfolgen. Letztere ist besonders wichtig, da Betroffene oftmals zu schwach sind, um eine Ärztin oder einen Arzt aufzusuchen“, sagte Gesundheitsminister Manne Lucha. 

Die Bandbreite der Long COVID-Symptome ist groß. Die Betroffenen haben deshalb sehr unterschiedliche Bedarfe in der Versorgung. Da es noch kaum wirklich spezifische Therapieansätze gibt, zielt die Behandlung darauf ab, die Symptome der Erkrankung zu lindern und die Gesundheits-Ressourcen der Betroffenen zu stärken. Gleichzeitig werden die Therapien kontinuierlich an den jeweils aktuellen Wissensstand angepasst. „Deshalb ist es so wichtig, dass das Wissen über Long COVID erweitert und die Behandlungs- und Unterstützungsmöglichkeiten verbreitet werden. Ich bin unseren Universitätskliniken sehr dankbar für ihre wichtige Arbeit und bin froh, dass wir das Projekt SEVEN-PCS mit rund zwei Millionen Euro aus Landesmitteln fördern konnten“, so Lucha weiter. „Die Betroffenen und Ihre Familien sollen wissen, dass sie nicht alleingelassen werden.“

Komplexe Krankheitsbilder erfordern ein neues Management

Die vier landeseigenen baden-württembergischen Universitätskliniken, namentlich die universitären Post-COVID-Ambulanzen und allgemeinmedizinischen Institute Heidelberg, Freiburg, Tübingen und Ulm, haben das Modellprojekt zwei Jahre lang durchgeführt. In der digitalen Abschlussveranstaltung, an der in dieser Woche auch Gesundheitsminister Lucha teilnahm, stellten die Forscherinnen und Forscher ihre Ergebnisse mehr als 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmern vor und standen für Fragen zur Verfügung. Das Hauptziel von SEVEN-PCS, das aus sieben Projektbausteinen bestand, war die Entwicklung eines gestuften Versorgungskonzepts für Post CO ID Betroffene. Der Forschungsverbund hat Empfehlungen erarbeitet, wie eine ganzheitliche Behandlung und Versorgung mit Anbindung in der Hausarztpraxis und bedarfsorientierter Einbindung weiterer Akteure auf- und ausgebaut werden kann.

Die Übertragbarkeit der Ergebnisse, insbesondere auf die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Chronischem Erschöpfungssyndrom (ME/CFS), war ein weiteres übergeordnetes Ziel des Modellprojekts.

Long COVID

Etwa zehn Prozent der erkrankten Erwachsenen und zwei bis vier Prozent der erkrankten Kinder könnten Studien zufolge mit längerfristigen Problemen zu kämpfen haben. Wie man Long COVID am besten behandelt, ist aber längst noch nicht hinreichend erforscht. Der Projektverbund arbeitet daran, die Erkenntnisse zur Behandlung und Versorgung schnellstmöglich in die ambulante Versorgung zu überführen und die erprobten Strukturen weiter zu etablieren.

Ein Erfolg ist, dass sich an Seven-PCS drei weitere mit insgesamt rund 15 Millionen Euro geförderte Forschungsprojekte anschließen. Zwei davon werden über den Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) gefördert.

Unter anderem sollen künftig drei regionale Versorgungsnetzwerke, in denen sich Ärztinnen und Ärzte (Allgemeinmedizin, Pneumologie, HNO) und Therapieberufe (Psychologie, Physiotherapie, Ergotherapie) sowie Patientenvertreterinnen und -vertreter austauschen und vernetzen, als Vorbild für weitere Netzwerke im Land dienen. Dabei unterstützt auch die im Rahmen des Projekts entwickelte Onlineplattform, die Behandlerinnen und Behandler, Betroffene und Angehörige über das Krankheitsbild Long COVID informiert und wissenschaftlich fundierte Informationen zusammenstellt. Weitere Informationen erhalten Interessierte auf der Projekt-Website Kompetenznetz Post-COVID Baden-Württemberg.

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Gruppenfoto der 54. Sportministerkonferenz. V.l.: Klaus Zimmermann, Staatssekretär im Ministerium für Inneres und Sport des Landes Sachsen-Anhalt, Olaf Bull, Staatsrat beim Senator für Inneres und Sport in Bremen, Stefan Gruhner, Chef der Staatskanzlei und Thüringer Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Sport und Ehrenamt, Florian Birkmeyer, Ministerialdirektor im Ministerium für Bundes- und Europaangelegenheiten, Sport, Ehrenamt und Medien des Landes Rheinland-Pfalz, Andrea Milz, Staatssekretärin für Sport und Ehrenamt des Landes Nordrhein-Westfalen, Reinhold Jost, Minister für Inneres, Bauen und Sport im Saarland, Franziska Becker, Staatssekretärin für Inneres und Sport in Berlin, Nils Thiede, Leiter der Abteilung Jugend, Familie und Sport im Ministerium für Soziales, Gesundheit und Sport Mecklenburg-Vorpommern, Sandro Kirchner, Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration, Magdalena Finke, Ministerin für Inneres, Kommunales, Wohnen und Sport des Landes Schleswig-Holstein, Ulf Bandiko, Amtschef im Ministerium des Inneren und Sport von Sachsen, Theresa Schopper, die für den Sport zuständige Ministerin für Landesentwicklung und Wohnen Baden-Württemberg und Vorsitzende der Sportministerkonferenz, Daniela Behrens, Ministerin für Inneres und Sport von Niedersachsen, Thomas Weikert, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Diana Stolz, hessische Ministerin für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege, Andy Grote, Senator für Inneres und Sport in Hamburg, und Ronald Rauhe, Staatsminister für Sport und Ehrenamt im Bundeskanzleramt.
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