Energie

Energiepreisentwicklung 2019 uneinheitlich

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Monteure arbeiten an einem Strommast (Bild: © dpa).

Die Preisentwicklung 2019 ist für die Endverbraucher in Deutschland uneinheitlich gewesen. Heizöl und Benzin waren günstiger zu beziehen als im Vorjahr, Gas und Strom dagegen wurden teurer.

Der jährliche Energiepreisbericht für Baden-Württemberg liegt vor. Der Bericht wurde im Auftrag des Umweltministeriums vom Leipziger Institut für Energie (IE Leipzig) erarbeitet und enthält detaillierte Daten zur Preisentwicklung auf dem Öl- und Gasmarkt sowie bei Strom und Kraftstoffen für das Jahr 2019. Außerdem gibt er einen Ausblick auf die erwartete weitere Entwicklung der Preise bis 2026.

Preisentwicklung 2019

Insgesamt ist die Preisentwicklung 2019 für die Endverbraucher in Deutschland uneinheitlich gewesen, belegt die Analyse des IE Leipzig. Heizöl und Benzin waren günstiger zu beziehen als im Vorjahr, Gas und Strom dagegen wurden teurer.

Umweltminister Franz Untersteller: „Die Entwicklungen zeigen einmal mehr die Notwendigkeit einer umfassenden Reform der Steuern-, Umlagen- und Abgabensystematik im Energiebereich. Der geplante CO2-Preis im Wärme- und Verkehrsbereich geht zwar in die richtige Richtung, um verschiedene Energieträger entsprechend ihrer Klimaschädlichkeit zu belasten. Wir brauchen aber weitere und stärkere Entlastungen im Strombereich, insbesondere vor dem Corona-Hintergrund. Eine Entlastung beim Strompreis schafft einen konjunkturellen Anreiz.“

Ölmarkt

Vor dem Hintergrund eines leichten Rückgangs der Einfuhrpreise für Rohöl, sind 2019 auch die durchschnittlichen Heizölpreise und die Benzin- und Dieselpreise in Deutschland gesunken. Haushalte mussten durchschnittlich 67,60 Euro für 100 Liter Heizöl bezahlen (- 2,6 Prozent gegenüber 2018), Benzin kostete 1,44 Euro pro Liter (2018: 1,46 Euro), Diesel 1,29 Euro/Liter (2018: 1,32). 

Baden-Württemberg wies mit 70,20 Euro je 100 Liter die dritthöchsten Heizölpreise im Ländervergleich auf (Bezugszeitpunkt Februar), was vor allem an den höheren Transportkosten aufgrund der größeren Entfernung zu den Seehäfen liegt.

Gasmarkt

Im Gassektor sind die Endverbraucherpreise gegenüber dem Vorjahr weitgehend stabil geblieben (6,11 Cent pro Kilowattstunde (ct/kWh) gegenüber 6,08 ct/kWh 2018 für Haushaltskunden). 

Der Erdgaspreis für Haushaltskunden in Baden-Württemberg lag dabei mit 6,24 ct/kWh höher als im Bundesdurchschnitt.

Die bundeslandspezifischen Preisunterschiede beruhen unter anderem auf dem in Flächenländern höheren Verteilungsaufwand und dem laufenden – zur Erhöhung der Versorgungssicherheit nötigen – Ausbau des Gasnetzes.

Strommarkt

Der Jahresmittelwert der Börsenstrompreise lag 2019 bei 37,70 Euro/MWh. Das sind 15,1 Prozent weniger als 2018. Trotzdem wurde der Strom für Haushalte, Industrie und Gewerbe in Deutschland überwiegend teurer. Verantwortlich dafür waren vor allem höhere Netzentgelte und gestiegene Beschaffungskosten (Erzeugung, Vertrieb und Marge).

In Baden-Württemberg ist der Strompreis für private Haushalte in 2019 um rund 3,4 Prozent auf 32,5 ct/kWh angestiegen (Grundversorgertarife). Damit war er um 0,6 Prozent höher als im Bundesdurchschnitt.

Prognose Preisentwicklung

Die Experten des IE Leipzig gehen davon aus, dass der Rohölpreis bis 2026 stark sinkt. Bei den Gaspreisen erwarten sie nach einem Corona-bedingten Einsturz in diesem Jahr bis 2026 eine allmähliche Preissteigerung.

Deutlich höher als heute werde der Großhandelsstrompreis im Jahr 2026 sein, prognostiziert das Institut (+ 30 Prozent).

In den Prognosen zu den Endverbraucherpreisen des IE Leipzig werden die Preisaufschläge durch den nationalen Brennstoffemissionshandel bereits berücksichtigt. Der Heizölpreis (nicht-gewerblich) könnte demnach bis 2026 auf 75 Euro/100l steigen. Bei den Benzin- und Dieselpreisen wird im selben Zeitraum ein Anstieg von 6 – 9 Prozent erwartet, so dass das Preisniveau 2026 bei circa 1,53 Euro beziehungsweise bei 1,40 Euro pro Liter läge. Im Gasbereich rechnen die Experten mit einem etwas höheren Anstieg. Beim Strom müssen Haushalte in Baden-Württemberg im Grundversorgertarif mit einer Verteuerung auf 33,82 ct/kWh rechnen.*

„Vor diesem Hintergrund halte ich eine stärkere Belastung der fossilen Energieträger entsprechend ihres CO2-Ausstoßes für vertretbar und geboten. Im Strombereich dagegen brauchen wir dringend Entlastung, die über die im Rahmen des Corona-Konjunkturpakets vorgesehene Deckelung der EEG-Umlage hinausgeht“, sagte Umweltminister Untersteller. 

* Bei der Stromprognose ist zu beachten, dass die im Corona-Konjunkturpaket beschlossene Reduzierung der EEG-Umlage ab 2021 und 2022 nicht enthalten ist.

Energiepreisbericht für Baden-Württemberg 2019 (PDF)

Dabei ist zu beachten, dass sich das Leipziger Institut für Energie auf mehrere unterschiedliche Datenquellen stützt. Preisangaben im Bericht können deshalb im Einzelfall leicht voneinander abweichen.

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