Gesundheit

Einheitliche Software-Landschaft für die Gesundheitsämter

Mit einer Kooperationsvereinbarung legen Baden-Württemberg und Bayern den Grundstein für ein gemeinsames, einheitliches digitales Ökosystem im Öffentlichen Gesundheitsdienst.

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Logo Öffentlicher Gesundheitsdienst. Die Abkürzung "ÖGD" ist in dicken Buchstaben dargestellt. Darunter steht in "Öffentlicher Gesundheitsdienst - Schützt. Hilft. Klärt auf."

Mit einer Kooperationsvereinbarung legen Baden-Württemberg und Bayern den Grundstein für ein gemeinsames, einheitliches digitales Ökosystem im Öffentlichen Gesundheitsdienst (EDÖ²). Ziel der Kooperation ist es, die vielfältigen Aufgaben des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD) künftig durch eine vernetzte, moderne und resiliente Fachanwendungslandschaft zu unterstützen und Synergien länderübergreifend zu nutzen. Insbesondere soll mit einem Bürgerportal der digitale Zugangsweg von Bürgerinnen und Bürgern zu ihren Gesundheitsämtern vereinheitlicht und datensicher gestaltet werden. Bürger können so unbürokratisch digital sowie zeit- und ortsunabhängig mit den Gesundheitsämtern kommunizieren.

Vereinheitlichung und Bürgerfreundlichkeit als Ziele

Die neue Fachanwendung für bayerische Gesundheitsämter entsteht auf Basis der in Baden-Württemberg entwickelten Fachanwendungslandschaft ÖGDigital und wird künftig gemeinsam von beiden Ländern weiterentwickelt. Gleichzeitig sollen das Bürgerportal und die Wasserfachanwendung aus Bayern ausgebaut und an ÖGDigital angebunden werden. „Wir begrüßen die Kooperation mit Bayern ausdrücklich. Durch das gemeinsame digitale Ökosystem können wir die Gesundheitsämter schneller vernetzen und einheitliche Standards im ÖGD etablieren“, so Leonie Dirks, Amtschefin im baden-württembergischen Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration. „Beide Länder profitieren von der gemeinsamen nachhaltigen, skalierbaren und anpassungsfähigen Fachanwendung ÖGD“, so Dirks. Dr. Rainer Hutka, Amtschef im Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention, ergänzte: „Ein leistungsfähiger Öffentlicher Gesundheitsdienst ist der Schlüssel für einen nachhaltigen Schutz der Gesundheit unserer Bevölkerung. Dafür müssen wir den ÖGD zukunftsfest und modern aufstellen. Deshalb vereinheitlichen und vereinfachen wir die Software-Landschaft im ÖGD und stärken so auch die ämter- und länderübergreifende Zusammenarbeit.“

Mit dem Bürgerportal wird Bürgerinnen und Bürgern sowie Einrichtungen ein digitaler und datensicherer Zugangsweg zu ihren jeweiligen Gesundheitsämtern bereitgestellt. Bürgerinnen und Bürger können auf diese Weise unter anderem Dokumente hochladen und an das Gesundheitsamt übermitteln, Termine vereinbaren oder Beratungsleistungen wahrnehmen.

Die Kooperation ist offen für die Mitnutzung durch andere Bundesländer und Kommunen. „Wichtig bei der Digitalisierung des ÖGD ist, dass nicht jedes Land für sich das Rad neu erfindet, sondern die jeweiligen Entwicklungen ausgetauscht und mitgenutzt werden können. Bayern leistet mit dem Bürgerportal als einheitliche Schnittstelle zu den Bürgerinnen und Bürgern und dem Know-how der Wasserfachanwendung einen wichtigen Beitrag dazu“, so Dr. Rainer Hutka.

Vorteile der Kooperation

Die gemeinsam entwickelte Fachanwendung bietet die Möglichkeit, bereits entwickelte Softwarekomponenten und Fachmodule zu nutzen. Gleichzeitig können neue Funktionen und Module in einer abgestimmten Zusammenarbeit entwickelt und allen Beteiligten zur Verfügung gestellt werden. Ein länderübergreifendes zentrales Anforderungsmanagement sorgt künftig dafür, dass neue Aufgaben oder rechtliche Änderungen schnell in die Fachanwendung einfließen. Damit bleibt die digitale Infrastruktur aktuell und flexibel – auch über Ländergrenzen hinweg. Weiterhin entsteht ein gemeinsamer kontinuierlicher Verbesserungsprozess, bei dem Erfahrungen und Ressourcen gebündelt werden. „Auf diese Weise trägt die Kooperation dazu bei, eine fachlich und technisch nachhaltige Lösung für den Öffentlichen Gesundheitsdienst bereitzustellen“, so Dirks.

Geplante Module in Fachanwendung und Bürgerportal

Folgende Module der Fachanwendung ÖGDigital sind derzeit im Rollout und bis Ende der Förderung durch den Pakt ÖGD im März 2026 vorgesehen:

  • Paket 1: Einschulungsuntersuchung, Zahngesundheit, Wasserhygiene, Begutachtungswesen
  • Paket 2: Hygienische Überwachung, Präventionsberatung, Todesbescheinigungen
  • Paket 3: Verwaltung Infektionsschutzbelehrung, Medizinalaufsicht, Masernschutz

Sozialministerium: Projekt „Digitalisierung ÖGD BW“

Im Bürgerportal werden die folgenden Fachmodule bereitgestellt:

  • Datenaustausch im Rahmen der amtsärztlichen Begutachtung
  • Management meldepflichtig Erkrankter
  • Vorlage von Immunitätsnachweisen
  • Beratungsleistungen von Gesundheitsämtern
  • Datenaustausch im Rahmen der Schuleingangsuntersuchung
  • Datenaustausch im Rahmen der Medizinalaufsicht

Bürgerportal gesundheitsamt.bayern

Die Projekte „Digitalisierung ÖGD BW“, „Wasser-Fachanwendung“ und „Bürgerportal“ werden finanziert von der Europäischen Union – NextGenerationEU.

Quelle:

Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg / Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention

Weitere Meldungen

Ausbilderin mit Lehrling
Ausbildung

Unternehmen setzen auf berufliche Ausbildung

Ein Prüfstandshandwerker begutachtet am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt ein Raketen-Triebwerk
Finanzen

Land investiert in Raumfahrt­standort Baden-Württemberg

Eine Person hält ein Smartphone in der Hand. Auf dem Display sieht man die Startseite der Ehrenamtskarten-App für Baden-Württemberg.
Bürgerengagement

Mehr als 25.000 Ehrenamtskarten ausgegeben

Ein Mitarbeiter der Porsche AG montiert im Porsche-Stammwerk in Stuttgart-Zuffenhausen einen Porsche 718 Cayman.
Automobilwirtschaft

Klares Bekenntnis zu Audi-Werk in Neckarsulm gefordert

Übergabe Tanklöschfahrzeuge Waldbrand
Feuerwehr

Sechs neue Tanklöschfahrzeuge zur Waldbrandbekämpfung

Menschen besteigen ein Flugzeug. Vor dem Fahrzeug der Bundespolizei stehen auf dem Vorfeld am Flughafen Leipzig/Halle.
Migration

Ein Straftäter aus dem Land nach Afghanistan abgeschoben

Vier Jugendliche sitzen auf einer Freitreppe und betrachten etwas auf dem Smartphone
Kinderschutz

Aktionstage Kinder- und Jugend­schutz gehen in zweite Runde

Logo und Schriftzug der „Agentur für Arbeit“ an einem Gebäude.
Arbeitsmarkt

Sommerpause prägt den Arbeitsmarkt

Bio-Musterregion Bodensee
Landwirtschaft

Der Bodenseeapfel ist weit mehr als ein gesundes Lebensmittel

Icon eines Fahrrads. Darüber der Text "Mein Bike, mein Weg, mein Vorteil mit JobBike BW.
JobBike

40.000 JobBikes für Landesbeschäftigte

In einem Büro unterhalten sich zwei Frauen. Eine sitzt an einem Tisch und eine steht neben dem Tisch. Auf dem Tisch steht ein Laptop.
Wirtschaft

Land fördert Beratungen für mittelständische Unternehmen

Eine muslimische Einwanderin sitzt mit anderen Personen am Tisch und schaut sich während des Englischunterrichts Blätter mit Grammatikaufgaben an.
Integration

Land fördert 37 lokale Integrationsprojekte

Landesstand „THE LÄND of Games“ auf der Gamescom 2026
Spielemesse

Baden-Württemberg auf der internationalen Games-Bühne

Abgelehnte Asylbewerber steigen in ein Flugzeug. (Foto: © dpa)
Migration

Fünf Straftäter aus dem Land nach Afghanistan abgeschoben

Aus den Händen von Justizminister Moritz Oppelt (links( hat Thorsten-Peter Krapp (Mitte) seine Ernennungsurkunde zum neuen Leiter der Staatsanwaltschaft Freiburg – Zweigstelle Lörrach erhalten. Zu den ersten Gratulanten zählte der Leitende Oberstaatsanwalt Dr. Michael Krauß (rechts).
Justiz

Neuer Leiter der Staatsanwalt­schaft Freiburg – Zwst. Lörrach