Gleichstellung

Chancen und Risiken von KI für die Gleichstellung

Künstliche Intelligenz kann Chancen eröffnen, aber auch Ungleichheiten verstärken. Das zeigt der aktuelle GesellschaftsReport BW. Die Landesregierung setzt auf Bildung, Sensibilisierung und sozialverantwortliche Technologieentwicklung.

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Zwei Mädchen bauen einen von einem Tablet aus steuerbaren Roboter in der Grundschule.

Künstliche Intelligenz (KI) ist längst Teil unseres alltäglichen Lebens: Sie hilft uns beim Navigieren, bei medizinischen Diagnosen oder bei der Stellensuche. Doch KI wirkt nicht neutral. Sie kann Chancen eröffnen – aber auch Ungleichheiten verstärken. Die neueste Ausgabe des vom Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg herausgegebenen GesellschaftsReports BW (PDF) zeigt eindrücklich, wie stark KI selbst subtile Geschlechterstereotype reproduzieren kann – und welche KI-Tools bereits zur Gleichstellung der Geschlechter beitragen.

„KI ist ein Werkzeug, das unser Zusammenleben prägt. Damit sie niemanden benachteiligt, müssen wir sie sozialverantwortlich gestalten“, sagte Staatssekretärin Dr. Ute Leidig. „Wir wollen, dass KI allen Menschen in Baden-Württemberg zugutekommt.“

KI verstärkt oft unbewusst soziale Stereotype

Der neue GesellschaftsReport BW 2-2025: Zwischen Fortschritt und Vorurteil: Wie Künstliche Intelligenz Gleichstellung in Baden-Württemberg prägt, zeigt anhand von zwei Forschungsexperimenten: Auch moderne KI-Systeme wie ChatGPT reproduzieren Stereotype – teilweise sehr subtil.

  • Berufliche Erfolgsgeschichten für Männer werden deutlich häufiger mit Technologie, Innovation oder Führung verbunden.
  • Für Frauen werden dagegen Nachhaltigkeit, soziales Engagement und Teamarbeit betont.
  • In Empfehlungsschreiben für IT-Berufe werden Männer häufiger für verantwortungsvolle Positionen vorgeschlagen; Frauen eher als „wertvolle Mitarbeitende“.
  • Selbst bei gleichen fachlichen Fähigkeiten unterscheiden sich Ton, Gewichtung und implizite Zuschreibungen.

„Dass Diskriminierung nicht immer laut und offensichtlich ist, sondern gerade im Kleinen passiert, macht sie so gefährlich“, so Dr. Leidig. „Subtile Verzerrungen können Karrieren beeinflussen. Wir müssen genau hinsehen.“

Gleichzeitig bietet KI enorme Chancen – insbesondere für Frauen

Der Report zeigt jedoch ebenso, wie KI gezielt Gleichstellung fördern kann:

  • Medizin: KI erkennt geschlechtsspezifische Risiken früher – zum Beispiel bei Brustkrebs oder Herzinfarkten.
  • Sicherheit im Netz: Apps wie PENEMUE erkennen Hatespeech und schützen insbesondere Frauen in der Öffentlichkeit.
  • Gründerinnenförderung: Die App KITE II stärkt Frauen im Gründungsprozess und erkennt diskriminierende Muster.
  • Unternehmen: Tools wie FAIR_solution identifizieren Gender Gaps bei Gehalt, Karriere oder Weiterbildung.
  • Bildung: Durch KI entstehen neue Rollen und Kompetenzen – zum Beispiel in Ethik, Sprache, Sozialwissenschaft – Bereiche mit hohen Frauenanteilen.

„KI kann Gleichstellung nach vorne bringen – wenn wir sie bewusst einsetzen. Das unterstützen wir in Baden-Württemberg“, so Staatssekretärin Dr. Leidig.

AI Act der EU: starke Basis für vertrauenswürdige KI

2024 hat die EU mit dem AI Act weltweit erstmals rechtsverbindliche Regeln geschaffen:

  • Transparenzpflichten für KI-gestützte Dienste wie Chatbots
  • strenge Anforderungen bei Hochrisiko-KI (zum Beispiel Kreditwürdigkeitsprüfung)
  • Verbot manipulativer oder überwachender KI-Systeme
  • Inkrafttreten: 2026

Baden-Württemberg bereitet sich frühzeitig auf eine faire, sichere KI-Umsetzung vor und entwickelt eigene Projekte, um Diskriminierung durch KI zu erkennen und zu verhindern.

Landesregierung geht voran – mit klaren Maßnahmen

Der GesellschaftsReport BW zeigt, wie wichtig Bildung, Sensibilisierung und sozialverantwortliche Technologie sind. Baden-Württemberg setzt deshalb unter anderem auf:

  • Analyse von KI-bedingter Diskriminierung beim Personalrecruiting
  • Strategien gegen digitale Gewalt und strukturelle Diskriminierung
  • Entwicklung eines KI-gestützten Chatbots für Fachkräfte des Hilfesystems
  • Förderung von Frauen im MINT- und KI-Bereich
  • Unterstützung für gemeinwohlorientierte KI-Projekte
  • Qualifizierungsprogramme für Unternehmen

„Wir wollen eine digitale Zukunft, die allen Bürgerinnen und Bürgern nützt“, erklärt Dr. Leidig. „KI soll unsere Demokratie stärken – nicht schwächen.“

GesellschaftsReport BW 2 – 2025: Zwischen Fortschritt und Vorurteil: Wie Künstliche Intelligenz Gleichstellung in Baden-Württemberg prägt (PDF)

Weitere Meldungen

Absperrung auf einer Straße. Im Hintergrund eine Autobrücke.
Kommunaler Straßenbau

Land unterstützt Kommunen beim Umbau der Straßeninfrastruktur

Neubau Kollegiengebäude 1, Pädagogische Hochschule Freiburg, Birk Heilmeyer und Frenzel Architekten, Stuttgart
Holzbau

Klimafreundlich Bauen mit Holz

Ein Netzwerk-Kabelstecker leuchtet in der Netzwerkzentrale einer Firma zu Kontrollzwecken rot. (Bild: picture alliance/Felix Kästle/dpa)
Sicherheit

Strobl begrüßt Einigung zur Speicherfrist von IP-Adressen

Ein Mitarbeiter von Kawasaki führt bei der Industriemesse Hannover Messe am Messestand von Microsoft die Überwachung und Steuerung einer Maschine mit einer AR-Brille (Augmented Reality) vor.
Industrielle Innovation

Baden-Württemberg auf der Hannover Messe 2026

Logo von Start up BW
Start-up BW

Auswahl für Start-up BW Pre-Seed steht

Verleihung Gigabitkommune@BW
Breitbandausbau

33 weitere Gigabitkommunen

Breitbandübergabe
Digitalisierung

38,4 Millionen Euro für den kommunalen Breitbandausbau

Projektteam, Ministerin der Justiz und für Migration Marion Gentges (Dritte von links), Direktorin des Amtsgerichts Nürtingen Dr. Sabine Kienzle-Hiemer (Vierte von links), Dr. Markus Volz Vizepräsident des Landgerichts Stuttgart (5. v. l.)
Justiz

Pilotprojekt „Zivilgerichtliches Online-Verfahren“ gestartet

Landessieger von „Jugend debattiert“ stehen fest (Bild: Kultusministerium Baden-Württemberg)
Schule

Siegerinnen und Sieger von „Jugend debattiert“ gekürt

Finanzamtsleiter Böblingen Wankmüller
Verwaltung

Neuer Leiter des Finanzamts Böblingen

Wort-Bild-Marke der Innovationsallianz Baden-Württemberg
Innovation

Land stärkt Innovationsallianz mit über 40 Millionen Euro

Streuobstwiese
Streuobst

20. landesweiter Streuobsttag in Hohenheim

Neuer Rettungshubschrauber Christoph Ortenau
Rettungsdienst

Rettungshubschrauber Christoph Ortenau startet in Lahr

Ein Mann wird geimpft.
Gesundheit

Impfen zeigt positive Auswirkungen

Jugendliche halten ein Banner mit der Aufschrift «Ehrenamt» in den Händen.
Ländlicher Raum

Jugendliche fürs Ehrenamt begeistern