Justiz

Bundesweit einmaliger Bachelor-Studiengang zum Gerichtsvollzieher

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Ein Gerichtsvollzieher zeigt ein Pfandsiegel. (Foto: dpa)

Der Minister der Justiz und für Europa, Guido Wolf, hat den neuen, bundesweit einmaligen Bachelor-Studiengang zur Gerichtsvollzieherin (LL.B.) / zum Gerichtsvollzieher (LL.B.) in Schwetzingen offiziell eröffnet. Der Bachelorstudiengang mit 34 Studienplätzen hat zum 1. September 2016 an der Hochschule für Rechtspflege begonnen.

Minister Wolf sagte: „Gerichtsvollzieherinnen und Gerichtsvollzieher arbeiten unter immer komplexer werdenden Bedingungen: Zum einen in rechtlicher Hinsicht durch immer kompliziertere Vollstreckungsbedingungen. Zum anderen aber auch in tatsächlicher Hinsicht, wenn sie es mit Menschen in schwierigen Situationen zu tun haben. Da sind oft auch Menschenkenntnis und Einfühlungsvermögen gefragt.“ In der Ausbildung spielten daher Schulungen für den adäquaten Umgang mit Konflikten eine wichtige Rolle. „Diesen gestiegenen Anforderungen tragen wir durch den neuen Studiengang Rechnung“, so Wolf.

Der Minister besuchte eine Vorlesung, unterhielt sich mit Studierenden und eröffnete anschließend offiziell gemeinsam mit dem Rektor der Hochschule für Rechtspflege Schwetzingen, Dr. Jens Martin Zeppernick, der Präsidentin des Landesjustizprüfungsamts, Christine Jacobi, den neuen Studiengang.

Hochschule für Rechtspflege Schwetzingen

Die Hochschule für Rechtspflege Schwetzingen wurde 1978 als nicht rechtsfähige Einrichtung unter der Aufsicht des Justizministeriums errichtet. An ihr bilden die Bundesländer Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Saarland gemeinsam ihre Rechtspflegeranwärterinnen und -anwärter aus. Im September 2016 haben insgesamt 406 Studierende das Studium neu aufgenommen oder sind nach der Studienpraxis an die Hochschule zurückgekehrt. Im Vergleich zu 124 Studierenden im Studienjahr 2000/2001 hat sich damit die Studierendenzahl in den letzten 15 Jahren fast verdreifacht.

Gerichtsvollzieherausbildung als Studium

Baden-Württemberg hat als erstes Bundesland die Gerichtsvollzieherausbildung auf ein Studium umgestellt. Beim Studiengang handelt es sich um ein dreijähriges Hochschulstudium an der Fachhochschule Schwetzingen (Abschluss: Bachelor), das aus vier Theorie- und zwei Praxissemestern besteht. Die Studierenden erhalten (wie im Rechtspflegerstudium) Anwärterbezüge.

Zulassungsvoraussetzung für den neuen Studiengang ist eine Hochschulzugangsberechtigung, also im Regelfall Abitur oder Fachhochschulreife. Gerichtsvollzieher sind Beamte und gehören als solche einem Amtsgericht an. Besonders ist, dass sie ihren Geschäftsbetrieb und Arbeitsalltag komplett eigenständig organisieren. Sie unterhalten ihr eigenes Büro, beschaffen die notwendige Geschäftsausstattung und stellen eigenverantwortlich Mitarbeiter ein. Neben ihrer Beamtenbesoldung erhalten Gerichtsvollzieher Anteile der von ihnen erwirtschafteten Gebühren als Vergütung. Gerichtsvollzieher sind damit am wirtschaftlichen Erfolg ihrer Tätigkeit beteiligt.

Weitere Meldungen

Justizministerin Marion Gentges (Vierte von links) mit dem Team des Projekts „DIE MUTMACHER“
Justiz

Begleithunde unterstützen in Strafprozessen

von links nach rechts: Justizministerin Marion Gentges, Sabine Gwarys, Adam Michel (Vorstand AMSEL) und der Bürgermeister der Stadt Ettenheim, Bruno Metz
Justiz

Bundesverdienstkreuz für Sabine Gwarys

Marktplatz Heilbronn, Videoschutz
Sicherheit

Landtag gibt Kommunen mehr Möglichkeiten zum Videoschutz

von links nach rechts: Amtschef des Ministeriums der Justiz und für Migration Elmar Steinbacher, Ministerin der Justiz und für Migration Marion Gentges, Präsident des Landgerichts Ravensburg Matthias Grewe, Präsident des Oberlandesgerichts Stuttgart Dr. Andreas Singer
Justiz

Neuer Präsident des Landgerichts Ravensburg

von links nach rechts: Thorsten Klay (Stellvertretender Landesvorsitzender und Geschäftsführer der Deutschen Justiz-Gewerkschaft Baden-Württemberg), Justizministerin Marion Gentges und Adrian Peschla (Stellvertretender Vorsitzender des Deutschen Gerichtsvollzieher Bunds Baden-Württemberg) mit Gegenständen der Schutzausrüstung
Justiz

Komplette Schutzausrüstung für Gerichtsvollzieher kommt

von links nach rechts: Amtschef Elmar Steinbacher, Präsidentin des Landgerichts Ravensburg Luitgard Wiggenhauser, Justizministerin Marion Gentges und Präsident des Oberlandesgerichts Stuttgart Dr. Andreas Singer
Justiz

Präsidentin des Landgerichts Ravensburg verabschiedet

von links nach rechts: Amtschef Elmar Steinbacher, Präsident des Landgerichts Stuttgart Hans-Peter Rumler, Justizministerin Marion Gentges und Präsident des Oberlandesgerichts Stuttgart Dr. Andreas Singer
Justiz

Präsident des Landgerichts Stuttgart verabschiedet

von links nach rechts: Amtschef Elmar Steinbacher, Justizministerin Marion Gentges, Leitender Oberstaatsanwalt Rainer Feil und Generalstaatsanwalt Frank Rebmann
Justiz

Neuer Leiter der Staatsanwaltschaft Ellwangen

von links nach rechts: Thomas Strobl, Stellvertretender Ministerpräsident und Innenminister, Sandra Boser, Staatssekretärin im Ministerium für Kultus, Jugend und Sport, Marion Gentges, Ministerin der Justiz und für Migration, Dr. Ute Leidig, Staatssekretärin im Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration, Florian Haßler, Staatssekretär im Staatsministerium
Kabinettsausschuss

46 Maßnahmen gegen Hass und Hetze

Pressekonferenz LKA zu Terrorgram
Sicherheit

Kriminologische Studie zur deutschen „Terrorgramszene“

Eine Hand greift nach einem digitalen Paragrafen
Justiz

Modernisierung der Wahlverfahren in der Justiz

Tasten einer beleuchteten Tastatur. (Bild: picture alliance/Sebastian Gollnow/dpa)
Justiz

Bund und Länder vereinbaren bundeseinheitliche Justizcloud

Landgericht Ulm
Justiz

Zwei Juristen aus Baden-Württemberg an Bundesgerichte berufen

Amtschef des Ministeriums der Justiz und für Migration Elmar Steinbacher (links), Präsident des Finanzgerichts Baden-Württemberg Prof. Dr. Manfred Muhler (Mitte), Ministerin der Justiz und für Migration Marion Gentges (rechts)
Justiz

Präsident des Finanzgerichts verabschiedet

Richter im Landgericht Stuttgart
Justiz

Neues KI-Tool für die Justiz