Gesundheit

Bürgerforum übergibt Stellungnahme zum Nichtraucherschutzgesetz

Das Bürgerforum zum Landesnichtraucherschutzgesetz hat seine Empfehlung an die Landesregierung übergeben. Erstmals konnten sich Bürgerinnen und Bürger im Land im Rahmen eines Bürgerforums an einem wichtigen Gesetzesvorhaben beteiligen.

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Gesundheitsminister Manfred Lucha (links) und die Staatsrätin für Zivilgesellschaft und Bürgerbeteiligung, Barbara Bosch (rechts), nehmen die Stellungnahme des Bürgerforums zum Landesnichtraucherschutzgesetz entgegen.
Gesundheitsminister Manfred Lucha (links) und die Staatsrätin für Zivilgesellschaft und Bürgerbeteiligung, Barbara Bosch (rechts), nehmen die Stellungnahme des Bürgerforums zum Landesnichtraucherschutzgesetz entgegen.

Am 29. Juli 2025 haben Sprecherinnen und Sprecher des Bürgerforums zum Landesnichtraucherschutzgesetz ihre Empfehlung (PDF) an die Landesregierung übergeben. Erstmalig hatten Bürgerinnen und Bürger in Baden-Württemberg die Möglichkeit, sich im Rahmen eines Bürgerforums an einem wichtigen Gesetzesvorhaben zu beteiligen. Das Bürgerforum fand parallel zur noch bis zum 22. August 2025 laufenden Verbändeanhörung und Online-Kommentierung statt. Für die Landesregierung nahmen der Minister für Soziales, Gesundheit und Integration, Manfred Lucha, und Staatsrätin für Zivilgesellschaft und Bürgerbeteiligung, Barbara Bosch, die Stellungnahme des Bürgerforums entgegen.

Das Bürgerforum bestand aus rund 50 zufällig ausgelosten Personen aus ganz Baden-Württemberg. Ungefähr ein Viertel waren ehemalige, gelegentliche, regelmäßige oder starke Raucherinnen und Raucher. Das entspricht in etwa dem landesweiten Durchschnitt der Rauchenden.

Frühzeitige Einbindung von Bürgerinnen und Bürgern

Minister Manfred Lucha zeigte sich überzeugt: „Gute Politik entsteht nur im Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern. Daher haben wir beschlossen, die Bürgerinnen und Bürger frühzeitig einzubinden. Ihre Meinungen, Ihre Erfahrungen und Ihre Ideen können so in den Gesetzgebungsprozess einfließen.“ Der Minister sicherte zu: „Die Stellungnahme des Bürgerforums wird die Landesregierung ebenso wie die Stellungnahmen der Verbändeanhörung nun prüfen und auswerten. Anschließend wird der finale Gesetzentwurf über den Ministerrat dem Landtag von Baden-Württemberg vorgelegt. Dort wird das Gesetz beraten und beschlossen werden.“ Minister Lucha führt aus: „Für ihr großes Engagement und ihre Bereitschaft, sich in vier Sitzungen aktiv in den Gesetzgebungsprozess einzubringen, danke ich den Teilnehmerinnen und Teilnehmer sehr herzlich. Das ist ein Beispiel für gelebte Demokratie“

Gewinn für die Demokratie im Land

Staatsrätin Barbara Bosch ergänzte: „Mit dem Bürgerforum zum Landesnichtraucherschutzgesetz hat die Landesregierung einen weiteren Auftrag aus dem Koalitionsvertrag umgesetzt. Die Dialogische Bürgerbeteiligung ist mit dem Bürgerforum nun erstmals bei einem wichtigen Gesetzesvorhaben angewendet worden. Diese Art der Beteiligung unterstützt das Gesetzgebungsverfahren und stärkt die Arbeit der gewählten Repräsentantinnen und Repräsentanten im Landtag. Ein Gewinn für die Demokratie in unserem Land.“ Staatsrätin Bosch schloss sich dem Dank des Ministers für das große Engagement der Teilnehmenden des Bürgerforums an. In kürzester Zeit hätten sie sich in den Gesetzentwurf eingearbeitet und Verantwortung übernommen.

Bürgerforum empfiehlt Ausbau des Nichtraucherschutzes

Die Empfehlungen des Bürgerforums sehen vor, den Nichtraucherschutz auszubauen. Auch den Raucherinnen und Rauchern gehe der neue Gesetzentwurf nicht weit genug, so Hannes Adam, Student der Physik. Konkret wird die Ausweitung des Nichtraucherschutzes im Außenbereich empfohlen. „Hierzu zählen Haltestellen, Kultur- und Freizeiteinrichtungen, Sportstätten, Freibäder und Badeseen, Zoos sowie Eingangsbereiche“, erläuterte Robert Scholl, Bauingenieur.

Auch das Thema der Gastronomie hat viele Diskussionen im Bürgerforum ausgelöst. Sehr deutlich habe man sich gegen das Rauchen in Bier-, Wein- und Festzelten ausgesprochen, sagte Alexander Kilfitt, Elektromeister bei einem Hochbauamt. Auch in der Außengastronomie fordere das Bürgerforum schärfere Regeln: „Ausnahme könnten ausgewiesene Raucherbereiche sein“, ergänzte er.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer lobten zudem die Diskussionskultur und den Ablauf des Bürgerforums. „Wir haben sehr sachlich und meinungsoffen diskutiert“, äußerte Robert Scholl. „Es wurde jede Stimme nicht nur gehört, sondern auch gezählt. Das war mir wichtig“, hob Frau Wagner-Haas hervor. „Ich fand es gut, dass in vier Veranstaltungen gearbeitet wurde und wir die Expertinnen und Experten direkt anhören konnten“, fügte sie hinzu.

Das Beteiligungsverfahren

Die Servicestelle Bürgerbeteiligung konzipierte und begleitete die Beteiligung im Auftrag des Staatsministeriums und des Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Integration.

Zunächst hatte die Servicestelle Dialogische Bürgerbeteiligung im Juli 2024 ein Beteiligungsscoping durchgeführt. Dieses wird standardmäßig vor einem Bürgerforum durchgeführt. Am Beteiligungsscoping beteiligten sich unterschiedliche Verbände und zivilgesellschaftliche Organisationen, deren Interessen vom Nichtraucherschutz berührt sind. Sie erarbeiteten eine Themenlandkarte, um die aus ihrer Sicht wichtigen Themen des Verfahrens abzubilden. Die Themenlandkarte konnte anschließend durch alle Interessierten in einer Onlinebeteiligung über das Beteiligungsportal des Landes ergänzt werden.

Rund 50 zufällig eingeladene Bürgerinnen und Bürger aus dem ganzen Land haben bei dem Bürgerforum Empfehlungen für das geplante Gesetz erarbeitet. Hierzu haben sich die Teilnehmenden in vier Sitzungen intensiv mit dem Gesetzentwurf der Landesregierung auseinandergesetzt. Es wurden dazu Fachleute und Interessensverbände angehört. Am Ende verfasste das Bürgerforum eine Stellungnahme zum Gesetz.

Stellungnahme und Empfehlungen des Bürgerforums zum Landesnichtraucherschutzgesetz Baden-Württemberg (PDF)

Mediathek: Bilder zum Herunterladen

Pressemitteilung vom 4. Juli 2025: Bürgerforum zum Nichtraucherschutz gestartet

Weitere Meldungen

Das Bild zeigt den neuen Dienststellenleiter der LVT BW Peter Siller frontal im Porträt.
Landesvertretung

Peter Siller neuer Dienststellenleiter der Landesvertretung beim Bund

Evangelische Stadtkirche St. Georg in Weikersheim
Denkmalförderung

Rund 5,4 Millionen Euro für 43 Kulturdenkmale

Staatssekretär Siegfried Lorek MdL
Opferschutz

Land stärkt Opferschutz und stellt sich Antisemitismus entgegen

Ein Windrad dreht sich bei Herbolzheim vor einem Strommast.
Energieversorgung

Task Force soll Ausbau des Stromnetzes beschleunigen

Ein Mann tippt auf einer beleuchteten Tastatur eines Laptops.
Justiz

Strafverfolgungsstatistik 2025 veröffentlicht

Delegationsreise China
Außenwirtschaft

Dörflinger auf Delegationsreise in China

Gruppenfoto der 54. Sportministerkonferenz. V.l.: Klaus Zimmermann, Staatssekretär im Ministerium für Inneres und Sport des Landes Sachsen-Anhalt, Olaf Bull, Staatsrat beim Senator für Inneres und Sport in Bremen, Stefan Gruhner, Chef der Staatskanzlei und Thüringer Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Sport und Ehrenamt, Florian Birkmeyer, Ministerialdirektor im Ministerium für Bundes- und Europaangelegenheiten, Sport, Ehrenamt und Medien des Landes Rheinland-Pfalz, Andrea Milz, Staatssekretärin für Sport und Ehrenamt des Landes Nordrhein-Westfalen, Reinhold Jost, Minister für Inneres, Bauen und Sport im Saarland, Franziska Becker, Staatssekretärin für Inneres und Sport in Berlin, Nils Thiede, Leiter der Abteilung Jugend, Familie und Sport im Ministerium für Soziales, Gesundheit und Sport Mecklenburg-Vorpommern, Sandro Kirchner, Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration, Magdalena Finke, Ministerin für Inneres, Kommunales, Wohnen und Sport des Landes Schleswig-Holstein, Ulf Bandiko, Amtschef im Ministerium des Inneren und Sport von Sachsen, Theresa Schopper, die für den Sport zuständige Ministerin für Landesentwicklung und Wohnen Baden-Württemberg und Vorsitzende der Sportministerkonferenz, Daniela Behrens, Ministerin für Inneres und Sport von Niedersachsen, Thomas Weikert, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Diana Stolz, hessische Ministerin für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege, Andy Grote, Senator für Inneres und Sport in Hamburg, und Ronald Rauhe, Staatsminister für Sport und Ehrenamt im Bundeskanzleramt.
Sportministerkonferenz

Mehr Bewegung für Kinder und Jugendliche in Deutschland

Forschende im Forschungszentrum M3 des Universitätsklinikums Tübingen
Bundesrat

Bundesrat ändert Wissenschaftsfreiheitsgesetz

Eröffnung der Wanderausstellung der IBA'27 in der baden-württembergischen Landesvertretung in Berlin
Städtebau

IBA’27-Ausstellung in Berlin eröffnet

Schülerinnen mit Smartphones
Internet

Junge Menschen im Umgang mit Gefahren im Netz stärken

Eine junge Frau wird geimpft.
Ärztliche Versorgung

Auswahlverfahren zur Landarztquote 2026 abgeschlossen

Vertragsunterzeichnung "Programm Flächendeckung" beim BMDS
Digitalisierung

Digitale Verwaltungsleistungen in die Fläche bringen

Eine Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) sitzt auf einem Finger und sticht zu.
Gesundheitsschutz

Kein erhöhtes Risiko wegen West-Nil-Virus

Symbolbild: Eine Frau versucht sich vor der Gewalt eines Mannes zu schützen (Bild: dpa).
Opferschutz

13 Millionen Euro für Opfer aus Gewalttaten

Schematische Darstellung von CCS-Prozessen zur on-shore-Speicherung (links) und off-shore-Speicherung (rechts).
Klimaschutz

Bürgerforum zur CO2-Speicherung