Bioökonomie

Biotechnisches CO2-Recycling als Beitrag zum Klimaschutz

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Logo der Landesstrategie Bioökonomie Baden-Württemberg

CO2-Emissionen gelten als Verursacher des Treibhauseffekts. Biotechnisches CO2-Recycling kann einen Beitrag zu Klimaschutz und Rohstoffsicherung leisten. Eine neue Studie des Fraunhofer-Instituts ISI zeigt in diesem Bereich große Potenziale für Baden-Württemberg auf.

Kohlenstoffdioxid (CO2)-Emissionen gelten als Verursacher des Treibhauseffekts und damit als maßgeblicher Treiber des Klimawandels. Gleichzeitig sind Kohlenstoff und organische Kohlenstoffverbindungen aber auch wichtige Rohstoffe für zahlreiche industrielle Anwendungen und Produkte. Schädliche CO2-Emissionen aus Abgasen zu gewinnen, bevor sie in die Atmosphäre gelangen, und den Kohlenstoff mittels biotechnischer Verfahren zu wirtschaftlich nutzbaren Stoffen zu recyceln, bezeichnet der Begriff „Biologisches Carbon-Capture-und-Usage (kurz: Bio-CCU)“. Am Ende dieser Verfahren wird Kohlenstoff im Sinne der Kreislaufwirtschaft wieder als Rohstoff zur Verfügung gestellt. Das kann nicht nur die Grundlage für eine zirkuläre Kohlenstoffwirtschaft (auch “Circular Carbon Economy“ (CCE)) schaffen, sondern auch einen hilfreichen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

Eine Markt- und Kompetenzstudie (PDF) des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung ISI, die das Land im Rahmen des Aktivitätsschwerpunktes Nachhaltige Bioökonomie gefördert hatte, hat nun die Potenziale für den Aufbau solcher biotechnischer Verfahren für Bio-CCU und CCE in Baden-Württemberg ermittelt.

Neue innovative Klimatechnologien etablieren und ausbauen

„Wir haben uns das Ziel gesetzt, Baden-Württemberg zum Klimaschutzland Nummer Eins zu machen. Als ein hochentwickeltes Industrie- und Technologieland wollen wir zeigen, dass Klimaschutz und eine erfolgreiche Wirtschaft zusammengehören“, sagte Umweltministerin Thekla Walker. Ein wichtiger Bestandteil sei dabei auch, neue innovative Klimaschutztechnologien zu etablieren und weiter auszubauen. Dazu gehöre neben Wegen, klimaschädliche CO2-Emissionen weiter zu reduzieren, auch das biotechnische Recycling von Kohlenstoffverbindungen wie CO2. „Die aktuelle Studie des Fraunhofer ISI zeigt, dass Baden-Württemberg mit seiner anwendungsnahen Forschung und vielfältigen Industrie großes Potenzial für dieses Technologiefeld besitzt.“

"Baden-Württemberg verfügt in seinen universitären und außeruniversitären Forschungseinrichtungen, Hochschulen sowie Unternehmen über hervorragende, einschlägige Kompetenzen in der lebenswissenschaftlichen, energie- und klimabezogenen Forschung und hat damit sehr gute Voraussetzungen für mehr Klimaschutz", sagte Dr. Bärbel Hüsing, Leiterin der Studie am Fraunhofer ISI. "Die Studie zeigt konkrete Handlungsoptionen auf, wie Baden-Württemberg bei Bio-CCU eine Vorreiterrolle einnehmen, Verfahren zur Pilot- und Demonstrationsreife bringen und mittelfristig auch wirtschaftlich davon profitieren kann.“

Bio-CO2-Recycling

Biotechnische Prozesse und Technologien zum Recycling von CO2 weiterzuentwickeln und zu etablieren, gehören zu den Themen, die das Umweltministerium im Rahmen der Landesstrategie Nachhaltige Bioökonomie (PDF) (Maßnahme 20) aktuell verfolgt. Dabei werden Teile des natürlichen Kohlenstoffkreislaufs – die Umwandlung von CO2 in andere Kohlenstoffverbindungen zum Beispiel mittels bakterieller Photosynthese– eingesetzt oder durch die Anwendung biotechnischer Verfahren in hybriden Ansätzen aus Technik und Biologie imitiert. Der Vorteil solcher bioökonomischen Prozessketten ist, dass sie im Vergleich zu rein chemischen oder physikalischen Methoden eine höhere Wertschöpfung (BioCCE) bieten können.  

Die aktuell veröffentlichte Studie des Fraunhofer ISI belegt das Potenzial, das Baden-Württemberg dank seiner Innovationkraft bietet. Als nächsten Schritt untersucht nun eine branchenbezogene Machbarkeitsstudie, wie und unter welchen Bedingungen ein Einsatz von biotechnischem CO2-Recycling in führenden Branchen des Landes möglich ist.

Fraunhofer-Institut ISI: Langfassung der Studie und Roadmap (PDF)

Fraunhofer-Institut ISI: Kurzfassung der Studie

Fraunhofer-Institut ISI: Infobroschüre (PDF)

Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft: Landesstrategie „Nachhaltige Bioökonomie für Baden-Württemberg”

Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft: CO2-Recycling-Anwendungen zur innovativen Nutzung von Kohlenstoffdioxid

Weitere Meldungen

Eine Ärztin und eine Therapeutin sitzen mit einem medizinischen Stethoskop am Tisch und machen mit einem Laptop und einem Mobiltelefon medizinische Notizen.
Gesundheit

Bundesweit einzigartiges KI-Reallabor für Gesundheits­versorgung startet

Blühstreifen statt Straßenbegrenzungsgrün
Naturschutz

Land erfasst 25.000 Hektar Straßenbegleitgrün

Eine Person nimmt einen Telefonhörer ab.
Schule

Gefahr der Zwangsverheiratung in den Sommerferien

Ein Mitarbeiter einer Biogasanlage von Naturenergie Glemstal befüllt die Anlage mit Biomasse.
Landwirtschaft

Novelle zum EEG 2027 verschenkt Potenzial der Bioenergie

Blick in ein Klassenzimmer, in dem Schülerinnen und Schüler an Tischen sitzen. Eine Lehrerin steht neben einem der Tische.
Schule

Höhere Anmeldezahlen bei weiterführenden Schulen

Symbolbild zur Künstlichen Intelligenz mit einem Prozessor und dem Schriftzug "AI Artificial Intelligence Technology"
Technologie

Chipindustrie-Ökosystem in Baden-Württemberg wächst

Ein Logo des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT).
Wissenschaft und Forschung

KIT wird Forschungshub für Fusionstechnologie

An mehreren Tischen sitzen viele Männer und Frauen.
Frühkindliche Bildung

Runder Tisch zum verbindlichen kostenfreien Kita-Jahr

Ein Thermometer zeigt 36 Grad Celsius an.
Gesundheit

Hitzeschutz wird zur Daueraufgabe

Ministerin Razavi überreicht den Förderbescheid.
Elektromobilität

Startschuss für Lkw-Ladenetz

Abiturienten lesen sich kurz vor Beginn der Prüfung die Abituraufgaben im Fach Deutsch durch. (Foto: © picture alliance/Felix Kästle/dpa)
Schule

Rund 100 falsche Abiturzeugnisse

Zwei Straßenwärter knien auf dem Boden und verlegen Steine.
Straße

44 neue Straßenwärter für Baden-Württemberg

Ein Ausbilder im Garten- und Landschaftsbau (r.) erklärt einem angehenden Gärtner (l.) das Einpflanzen einer Dachbegrünung. (Foto: © dpa)
Landwirtschaft

Meisterbriefe für Floristen und Gärtner

Ein Hauskaninchen wartet in seinem Stall in einem Gartengeschäft auf einen neuen Besitzer.
Tierschutz

Schülerinnen und Schüler machen sich für Tiere stark

Ein Mitarbeiter der Robert Bosch GmbH überprüft mit einem Tablet die Betriebsdaten von vernetzten Maschinen für Metallspritzguss. (Foto: © dpa)
Wirtschaft

Land fördert Stärkung resilienter Lieferketten