Bürgerbeteiligung

Beteiligungsprozess zu Maßregelvollzug in Bad Cannstatt in nächster Runde

Das Land beteiligt die Bürger bei der Einrichtung eines Maßregelvollzugs in der ehemaligen Rotkreuzklinik Bad Cannstatt. Am 17. Mai 2025 findet eine Planungswerkstatt mit etwa 20 Teilnehmenden statt.

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Diskussionen auf dem Kongress für Beteiligung (Bild: © Mario Wezel)
Symbolbild

Die Bürgerinnen und Bürger vor Ort transparent informieren, sie intensiv über das Thema Maßregelvollzug aufklären, die Menschen beteiligen und um Akzeptanz werben – dies ist das Ziel der Landesregierung bei der Einrichtung eines Maßregelvollzugs (MRV) in der ehemaligen Rotkreuzklinik Bad Cannstatt. Nach der jüngsten Informationsveranstaltung vergangene Woche im Kursaal in Bad Cannstatt steht nun am kommenden Samstag, 17. Mai 2025, die Planungswerkstatt an. Etwa 20 Teilnehmende werden dort die Gelegenheit haben, über die Planungen der neuen Einrichtung zu diskutieren.

Spielraum für Umsetzung

„Die grundsätzliche Standortentscheidung ist gefallen, aber bei der Umsetzung gibt es noch Spielraum. Deshalb ist es mir sehr wichtig, dass wir die Sorgen, Ideen und konstruktiven Vorschläge der Menschen vor Ort in unsere Planungen aufnehmen und gleichzeitig durch umfassende Informationen um größtmögliche Akzeptanz für den Standort werben“, sagte Sozial- und Gesundheitsminister Manne Lucha. Er appellierte an Anwohnerinnen und Anwohner und Vertreterinnen und Vertreter von Vereinen und Verbänden, diese Chance zu nutzen. Sein großer Dank gilt der Bürgerschaft für ihr Engagement und die bisher eingebrachten Anregungen.

„Das bisherige Beteiligungsverfahren hat mir eines klar gemacht: Die Bürgerschaft in Bad Cannstatt sieht sich zum großen Teil mit Vorhaben konfrontiert, die sie als Belastung für ihren Stadtteil wahrnimmt. Für die Bürgerinnen und Bürger ist es aber wichtig, dass gleichzeitig auch Projekte vorangebracht werden, die ihnen am Herzen liegen. Dieser Aspekt muss bei der Planungswerkstatt noch einmal besonders beleuchtet werden“, so der Minister. „Ich kann mir gut vorstellen, dass unser Haus dabei unterstützen kann, das ein oder andere attraktive Projekt für den Stadtteil voranzubringen. Konkret wäre beispielsweise denkbar, im Erdgeschoss des Gebäudes ein Café als Begegnungsort im Quartier einzurichten. Diese Überlegungen hat der Bauherr, das Zentrum für Psychiatrie Südwürttemberg, bereits in seine Planungen mit aufgenommen“, betonte Lucha. Andere Ideen, wie der Stadtteil rund um die ehemalige Rotkreuzklinik attraktiver werden kann, würden in die weiteren Überlegungen einbezogen.

Führung durch Räumlichkeiten geplant

Fest eingeplant ist auch die Möglichkeit, sich vor Ort ein Bild von den Räumlichkeiten und den konkreten Planungen zu machen. Sobald die noch laufende Projektstudie fertiggestellt ist, wird Minister Lucha im Sommer interessierte Bürgerinnen und Bürger durch die Räumlichkeiten des künftigen Maßregelvollzugs führen. Damit wird einem zentralen Anliegen der Anwohnerschaft Rechnung getragen.

Der Minister wirbt außerdem erneut dafür, die gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die eine forensische Klinik erfüllt, zu unterstützen: „Es geht um Menschen, die Teil unserer Gesellschaft sind.“ In Bad Cannstatt sollen Patientinnen und Patienten in ihrer letzten Behandlungsphase untergebracht werden. „Dabei handelt es sich um Menschen aus dem Raum Stuttgart, die dann ohnehin wieder dorthin zurückkehren würden“, so Lucha.

Maßregelvollzug im Land

Die Umsetzung des geplanten Vorhabens in Bad Cannstatt dient dazu, die Patientinnen und Patienten aus dem Raum Stuttgart heimatnah unterzubringen. Außerdem sollen die bereits existierenden und hochbelegten übrigen Standorte dadurch entlastet werden. Durch die hohe Zahl an gerichtlichen Zuweisungen gelangt der Maßregelvollzug häufig an seine Kapazitätsgrenzen. Dieses Phänomen ist bundesweit zu beobachten. In den vergangenen sieben Jahren gab es im Maßregelvollzug in Baden-Württemberg infolge erheblich gestiegener gerichtlicher Zuweisungen einen Belegungsanstieg von rund 54 Prozent.

Aus diesem Grund arbeitet die Landesregierung stetig daran, die Kapazitäten im gesamten Land weiter auszubauen, unter anderem sind Neubauten an den Standorten Schwäbisch Hall und Winnenden in Planung. Im einwohnerstarken Raum Stuttgart fehlt es bislang an einem MRV-Standort. Die geplante Klinik in Bad Cannstatt soll nun Patientinnen und Patienten aus dem Raum Stuttgart, die derzeit in Ravensburg-Weissenau und Zwiefalten untergebracht sind und die bereits Fortschritte in ihrer Behandlung gemacht haben, eine wohnortnahe Umgebung für die fortgeschrittene Behandlungs- und Wiedereingliederungsphase bieten. Eine Inbetriebnahme der Einrichtung wird nicht vor dem Jahr 2027 erwartet.

Weitere Meldungen

Die Bewohnerin (rechts) einer Wohngemeinschaft für Senioren unterhält sich bei Kaffee und Kuchen mit ihren Gästen.
Pflege

2,5 Millionen Euro für die Tagespflege

Ein Mitarbeiter des Landeskriminalamts Baden-Württemberg, Abteilung Cyberkriminalität, während der Online-Recherche.
Sicherheit

Organisierte Kriminalität und Wirtschaftskriminalität in 2025

Eine Hebamme führt eine Ultraschalluntersuchung an einer Schwangeren durch.
Gesundheit

Land fördert drei weitere Lokale Gesundheitszentren

Neue Polizeimotorräder
Polizei

Neue Motorräder für die Polizei

Logo Netzwerkkonferenz Baukultur 2026
Baukultur

Netzwerkkonferenz Baukultur in Stuttgart

Digitalfunk BOS
Polizei

Polizei rettet Leben

von links nach rechts: Landespolizeidirektor Carsten Höfler, Polizeipräsident des Polizeipräsidiums Offenburg Andreas Bjedov und Staatssekretär Reiner Moser
Polizei

Neuer Polizeipräsident beim Polizeipräsidium Offenburg

Polizeikräfte bei einem Einsatz im Fußballstadion.
Polizei

Positive Sicherheitsbilanz der Fußballsaison 2025/2026

Polizeistreife bei Verkehrsunfall
Verkehrssicherheit

Halbjahresbilanz der Verkehrsunfallentwicklung

von links nach rechts: Prüfungsausschussvorsitzender Gerhard Grams, Till Brückel, Markus Hellebrand, Felicia Rix, Vera Kozel und Marius Gißler
Vermessung

Vermessungsreferendare legen Große Staatsprüfung erfolgreich ab

Eine Gruppe von Menschen fährt Achterbahn in einem Erlebnispark.
Familie

Neue Vergünstigungen beim Landesfamilienpass

Eine Ärztin und eine Therapeutin sitzen mit einem medizinischen Stethoskop am Tisch und machen mit einem Laptop und einem Mobiltelefon medizinische Notizen.
Gesundheit

Bundesweit einzigartiges KI-Reallabor für Gesundheits­versorgung startet

Eine Laborantin untersucht Lebensmittel im Chemischen- und Veterinäruntersuchungsamt Stuttgart. (Foto: © dpa)
Verbraucherschutz

Jahresbericht der amtlichen Lebensmittelüberwachung

Eine Person nimmt einen Telefonhörer ab.
Schule

Gefahr der Zwangsverheiratung in den Sommerferien

Paragraph vor Laptop
Justiz

Bundesweit erstes Gericht mit neuer Justiz-Software