Coronavirus

Kretschmann wendet sich an alle Gläubigen im Land

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Ministerpräsident Winfried Kretschmann sitzt in der Bibliothek der Villa Reitzenstein in Stuttgart.

Angesichts der Corona-Pandemie hat sich Ministerpräsident Winfried Kretschmann mit einem Schreiben an alle Gläubigen in Baden-Württemberg gewandt.

„Sehr geehrte Damen und Herren,

es sind schwere Zeiten, die wir angesichts der Corona-Pandemie gerade erleben. Wohl niemand von uns hätte gedacht, solche Einschränkungen unserer persönlichen wie auch der religiösen Freiheit je erfahren zu müssen. Und auch wir in der Regierung sehen uns in besonderer Weise gezwungen, große Einschränkungen zu verordnen, um diese Krise so gut wie möglich zu bewältigen.

Als Beauftragter der Landesregierung für die Kirchen und Religionsgemeinschaften ist es mir in dieser Situation ein persönliches Anliegen, mich an Sie, die Mitglieder und die Verantwortlichen in diesen Gemeinschaften, zu wenden. Mein besonderer Dank gilt Ihnen für Ihre Kooperation und die rasche Umsetzung der nötigen, aber schmerzhaften Schutzmaßnahmen und die Sorge um ihre Einhaltung! Gerade weil es ein tiefer Eingriff in die Religionsfreiheit ist, habe ich einen großen Respekt davor, dass Sie diese einschneidenden Maßnahmen schnell umgesetzt haben. Kirchen, Synagogen, Moscheen, Gebets- und Versammlungsräume sind geschlossen, alle religiösen Feiern ausgesetzt – ein noch nie gekannter Vorgang, der weh tut. Darauf verzichten zu müssen, ist ein Schmerz, den ich mit Ihnen teile. Denn gerade jetzt braucht es ja den Beistand in besonderer Weise – die Seelsorge, das Gebet, die Gemeinschaft.

Daher danke ich besonders für alle kreativen Ideen und Umsetzungen, um dennoch den Menschen beizustehen und Stärkung weiterzugeben. Dies gilt sowohl für die hauptamtlichen Geistlichen, Imame, Rabbiner, Pfarrerinnen und Pfarrer, die ganz neue Wege gehen müssen, aber genauso auch für alle Ehrenamtlichen. Ich höre, dass gerade im Umfeld der Gemeinden sich Menschen zusammentun, um schnell und unkompliziert Nachbarschaftshilfe zu leisten, Einkaufsdienste zu übernehmen, telefonisch für alleinstehende Menschen da zu sein. Oft übernehmen dabei vor allem auch Jugendliche und junge Erwachsene die Initiative. Damit leisten Sie alle einen unschätzbaren Beitrag zu unserem gesellschaftlichen Zusammenhalt in dieser Ausnahmesituation, wofür ich Ihnen meinen großen Dank ausspreche!

Gerade in diesen Wochen stehen in den monotheistischen Religionen Ostern, Pessach und Ramadan an, die wir alle traditionellerweise auch als Familienfeste feiern. Dieses Jahr werden wir hier im besonderen Maße kreative Lösungen brauchen, um trotz der Beschränkungen Gemeinschaft erleben zu können. Gleichzeitig sind in allen drei Religionen diese Feiern Zeiten der Hoffnung! Sie erinnern an persönliche Einkehr, an Wendepunkte in unserer religiösen Geschichte, an Befreiung und Aufbruch und an den Beginn neuer Zeiten. Ich möchte Sie daher ermutigen, diese Hoffnung ins Zentrum unserer Feiern zu stellen! Wir können zum heutigen Zeitpunkt nicht absehen, wie die Situation sich in den kommenden Wochen darstellt. Aber die Hoffnung, dass wir diese Krise bewältigen, dürfen wir haben.
 
In meinen Gesprächen mit Vorständen und Kirchenleitungen habe ich den Kirchen und Religionsgemeinschaften meine volle Unterstützung zugesichert. In diesen Zeiten brauchen wir Botschaften der Hoffnung, des Mutes und der Stärke mehr denn je, und wir brauchen die Gemeinschaft im Geist.

Ich wünsche Ihnen allen SEINEN Segen.

Winfried Kretschmann“

Aktuelle Informationen zu Corona in Baden-Württemberg

Warnung vor Verschwörungsmythen zu Pessach und Ramadan

Weitere Meldungen

Häuser in Stuttgart werden von der Morgensonne beschienen. (Bild: picture alliance/Sebastian Gollnow/dpa)
Städtebau

270,63 Millionen Euro für 319 Städtebaumaßnahmen

Kabinettssitzung in der Villa Reitzenstein in Stuttgart
Landesregierung

Bericht aus dem Kabinett vom 3. Februar 2026

Kinder sind auf einer Straße mit dem Fahrrad unterwegs zur Schule. (Foto: © dpa)
Sicherer Schulweg

Mehr Verkehrssicherheit durch Schulstraßen und Schulzonen

Gruppenbild Pou der Hinematioro mit Māori
Kunst und Kultur

Ahnenbild kehrt nach 250 Jahren zu den Māori zurück

Kisten mit Gemüse und Obst.
Verbraucherschutz

Produkte mit Qualitätszeichen gemeinsam bekannter machen

Flurneuordnung Schefflenz-Oberschefflenz
Ländlicher Raum

Flurneuordnung in Walldürn schreitet zügig voran

Logo der Staatspreise „Gestaltung Kunst Handwerk 2026“
Wettbewerb

Staatspreise „Gestaltung Kunst Handwerk 2026“ zu vergeben

Ein Altbau ist aufgrund einer Sanierung eingerüstet
Klimaschutz

Land baut Förderung für Sanie­rung kommunaler Gebäude aus

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (links) im Gespräch mit Gästen
Neujahrsempfang der Landesregierung

Kretschmann dankt den „Leisen Schaffern“

Förderbescheide Rettungsdienst
Rettungsdienst

Land investiert kräftig in Rettungswachen

Gebäude des Bundesrats
Bundesrat

Bessere Verhinderung missbräuchlicher Vaterschaftsanerkennungen

Ein Pfleger eines Pflegeheims schiebt eine Bewohnerin mit einem Rollstuhl.
Bundesrat

Versicherungsfremde Leistungen aus Bundessteuermitteln finanzieren

Ein Mann geht mit Kinderwagen und Hund auf einem Gehweg in Heidelberg.
Fußverkehr

Baden-Württemberg stärkt das Gehen im Alltag

Ein Krebsforscher arbeitet in einem Labor des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen in Heidelberg mit einer Pipette. (Bild: picture alliance/picture alliance / dpa)
Forschung

Land fördert Präventionsnetzwerk mit rund zwei Millionen Euro

Unterzeichnung der Gründungsvereinbarung für das Graduierten- und Forschungszentrum connAIx in der Villa Reitzenstein in Stuttgart
Künstliche Intelligenz

Gründungsvereinbarung für Graduiertenzentrum connAIx unterzeichnet