Coronavirus

Bund und Länder beraten weiteres Vorgehen in der Coronakrise

Berechne Lesezeit
  • Teilen

Die Regierungschefinnen und -chefs der Länder haben mit Bundeskanzlerin Angela Merkel über das weitere Vorgehen in der Coronakrise beraten. Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat die Ergebnisse der Beratungen vorgestellt.

Vorsichtig, nur schrittweise und mit viel Geduld soll Baden-Württemberg in der Corona-Krise langsam in die Normalität zurückkehren.

Vorsichtiger Schritt zurück zur Normalität

Ministerpräsident Winfried Kretschmann kündigte am Mittwochabend zwar eine Reihe von Lockerungen der coronabedingten Beschränkungen an – die strengen Kontaktverbote sollen aber grundsätzlich bis Anfang Mai weiter gelten. Außerdem bleiben die Schulen für die meisten Klassen sowie die Hochschulen und Kindergärten geschlossen. Während viele kleinere und mittlere Geschäfte von der kommenden Woche an unter strengen Auflagen öffnen dürfen, gehen Gastronomen und Hotels leer aus.

Kretschmann hält diese nur langsame Rückkehr für gerechtfertigt. Würde man alles schon jetzt wieder gleichzeitig öffnen, wären der „Sog in die Innenstädte und Shopping-Center zu groß“ und das Risiko einer erneuten Infektionswelle zu hoch, sagte er nach Beratungen von Bund und Ländern zum weiteren Vorgehen in der Corona-Krise. „Wir fahren auf Sicht, weil es solch eine Pandemie ja noch nie gab.“

Warnung vor zweiter Infektionswelle

Der Regierungschef warnte vor einer zweiten Infektionswelle. Nur mit einem schrittweisen Vorgehen habe der Staat die Möglichkeit, den Verlauf der Pandemie zu steuern und gegebenenfalls das Vorgehen zu korrigieren. Deshalb werde man sich langsam vortasten und das Handeln immer wieder aufs Neue überprüfen.

Schrittweise Aufnahme des Schulbetriebs

Nach dem Beschluss der Länder wird der Schulbetrieb im Südwesten vom 4. Mai an stark eingeschränkt und schrittweise wieder aufgenommen. „Wir beginnen dabei mit den Schülerinnen und Schülern aller allgemein bildenden Schulen, bei denen in diesem oder im nächsten Jahr die Abschlussprüfungen anstehen, sowie den Abschlussklassen der beruflichen Schulen“, sagte Landeskultusministerin Susanne Eisenmann. „In einem nächsten Schritt sollen die Viertklässler an die Grundschulen zurückkehren, damit der Übergang auf die weiterführenden Schulen möglichst geordnet gestaltet werden kann.“

Die Schulen hätten durch die Entscheidung ausreichend Zeit, um sich organisatorisch wie auch für die unabdingbaren Hygiene- und Abstandsregelungen vorzubereiten, sagte Eisenmann. Lehrkräfte, die wegen ihres Alters, einer Vorerkrankung oder einer Schwangerschaft zur Risikogruppe gehörten, würden bis auf Weiteres nicht unterrichten. Gleiches gelte für Schüler, die vorerkrankt seien oder deren Eltern zur Risikogruppe gehörten.

Kleinere und mittlere Geschäfte dürfen ab Montag unter strengen Auflagen wieder öffnen

Kleinere und mittlere Geschäfte mit einer Verkaufsfläche von bis zu 800 Quadratmetern dürfen bereits ab Montag unter strengen Auflagen wieder öffnen. Auch Autohändler, Fahrradhändler und Buchhandlungen könnten in ihren Läden von der kommenden Woche an und unabhängig von der Fläche Kunden betreuen und den Verkauf aufnehmen, sagte Kretschmann. Baumärkte und Supermärkte hatten auch in den vergangenen Wochen geöffnet, für Friseure soll es frühestens ab 4. Mai unter noch strengeren Hygieneauflagen weitergehen.

Bei einem schrittweisen Vorgehen müssten bestimmte Grenzen festgelegt werden, räumte Kretschmann ein. Das könne leider für einige Betroffene „nachher nicht immer ganz logisch und widerspruchsfrei erfolgen“, sagte er.

Innenminister Thomas Strobl sagte, es sei die richtige Zeit für einen vorsichtigen Wiedereinstieg in ein normaleres Leben. „Alles andere hätte man den Menschen nicht länger zumuten und erklären können, und auch der Wirtschaft nicht“, sagte er und betonte: „Das ist kein Konzept, wie man nach der Epidemie lebt, sondern wie man mit der Epidemie lebt.“ Ziel müsse es bleiben, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen.

Aktuelle Informationen zum Coronavirus in Baden-Württemberg

Quelle:

dpa/lsw

Weitere Meldungen

Grüne Woche 2026
Landwirtschaft

Baden-Württemberg bei der Grünen Woche 2026 erleben

Eine Frau tippt auf einem Tablet. Daneben liegt ein Smartphone.
GesellschaftsReport BW

Vielfältige Angebote zur Stärkung der Medienkompetenz

Schiene

Weitere 26 Doppelstockzüge für Baden-Württemberg

Symbolbild: Symbolbild: Ein Passant geht an dem Logo der Agentur für Arbeit vorbei. Das Bundesverfassungsgericht hat am Dienstag, 5. November 2019, sein Urteil zu Leistungskürzungen für unkooperative Hartz-IV-Bezieher verkündet. (Bild: picture alliance/Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa)
Bürgergeld

Hoffmeister-Kraut unterstützt geplante Bürgergeld-Reform

Pressekonferenz LKA zu Terrorgram
Sicherheit

Kriminologische Studie zur deutschen „Terrorgramszene“

Kisten mit Gemüse und Obst.
Ernährung

Sechster Förderaufruf für regionale Bio-Produkte

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (links) überreicht den Sternsingerinnen und Sternsingern eine Geldspende.
Aktion Dreikönigssingen

Kretschmann empfängt Sternsingergruppen

Eine Frau bedient die Smartphone-App eines Onlinehändlers. (Foto: © dpa)
Marktüberwachung

Mehr Schutz bei Online-Einkäufen

Landtagsgebäude von Baden-Württemberg in Stuttgart.
Landtagswahl

Landeswahlausschuss lässt 21 Landeslisten zu

Ein Haus, dessen Grundgerüst aus Holz besteht, steht in einem Tübinger Neubaugebiet. (Bild: picture alliance/Sebastian Gollnow/dpa)
Baurecht

Bauen mit Holz wird erleichtert

Schmeck den Süden
Ernährung

Genussführer 2026 vorgestellt

Tasten einer beleuchteten Tastatur. (Bild: picture alliance/Sebastian Gollnow/dpa)
Justiz

Bund und Länder vereinbaren bundeseinheitliche Justizcloud

Ministerpräsident Winfried Kretschmann bei seiner Ansprache zum Jahreswechsel 2025/2026, im Hintergrund die Villa Reitzenstein, rechts im Bild die Baden-Württemberg-Fahne.
Neujahrsansprache

Gemeinsam entsteht Zuversicht

Mehrere Kinder stehen nebeneinander in einem Kindergarten. (Bild: © Christian Charisius/dpa)
Armutsbekämpfung

EU und Land gemeinsam gegen Kinder- und Jugendarmut

Eine Hand hält ein Leerrohrbündel mit Glasfaserkabeln eines Breitband-Versorgers. (Foto: © dpa)
Digitalisierung

Neuer Rekord in der Breitbandförderung