Außenwirtschaft

Wirtschaftsrepräsentanz in Japan neu besetzt und gestärkt

Das Wirtschaftsministerium hat die Wirtschaftsrepräsentanz des Landes Baden-Württemberg in Japan neu besetzt und personell verstärkt.

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Container werden auf einem Container-Terminal transportiert. (Foto: © dpa)
Symbolbild

Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus hat die Wirtschaftsrepräsentanz des Landes Baden-Württemberg in Japan neu besetzt und personell verstärkt. Das gab Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus, bekannt. Dr. Lucas Witoslawski, stellvertretender Geschäftsführer der Auslandshandelskammer (AHK) Japan wird zukünftig als Wirtschaftsrepräsentant des Landes die wirtschaftlichen Beziehungen Baden-Württembergs mit Japan vertiefen. Unterstützt wird er von Victor Arnhold, Consultant bei der AHK Japan, der als Innovationsscout die japanische Technologieszene für die Unternehmen in Baden-Württemberg beobachten wird.

Ausbau der gemeinsamen Partnerschaft

Ministerin Dr. Hoffmeister-Kraut sagte dazu: „Ich begrüße die neue Besetzung unserer Wirtschaftsrepräsentanz in Japan bei der AHK in Tokio ausdrücklich. Sie wird insbesondere unsere mittelständischen Unternehmen auf dem japanischen Markt unterstützen, unsere gute und langjährige Partnerschaft mit unserer Partnerpräfektur Kanagawa stärken und neue wirtschaftliche Kooperation und innovative Technologien ausloten.“

Zugleich dankte Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister Kraut Prof. Dr. Hirohisa Uchida, der als ausgewiesener Wasserstoffexperte die Funktion seit 2018 mit großem Engagement und in hoher Loyalität ausgeübt und die Interessen Baden-Württembergs insbesondere mit exzellenten Beziehungen zur Präfektur Kanagawa vertreten habe.

„Die neu aufgestellte Wirtschaftsrepräsentanz in Japan verstärkt gezielt das Netzwerk der Wirtschaftsrepräsentanzen in unseren strategischen Zielmärkten“, so die Wirtschaftsministerin. „Die Intensivierung der wirtschaftlichen und technologischen Zusammenarbeit zwischen Japan und Baden-Württemberg bietet bedeutende Potenziale für baden-württembergische Unternehmen aller Größenklassen und für unsere aufstrebende Startup-Szene.“

Fokus auf Start-up Szene und aktuelle Themenfelder

Inhaltlich wird sich die Wirtschaftsrepräsentanz insbesondere entlang der Schwerpunktbranchen Mobilität und Automotive, Robotik, Künstliche Intelligenz, Gesundheitswesen und Life Sciences sowie Erneuerbare Energien und ClimateTech ausrichten. Dabei soll die japanische Startup-Szene verstärkt mitberücksichtigt werden. Auch die wirtschaftlichen Potenziale im Bereich Defence und Sicherheitstechnologien sollen im NATO-Partnerland Japan mit in den Blick genommen werden.

Die Wirtschaftsrepräsentanz in Japan fungiert als Anlaufstelle für baden-württembergische Unternehmen und weitere Stakeholder mit Interesse am japanischen Markt. Gleiches gilt umgekehrt für japanische Unternehmen und Stakeholder, die Interesse am baden-württembergischen Standort haben.

Die Wirtschaftsrepräsentanz hat hierbei eine unterstützende „Türöffnerfunktion“, um Unternehmen beim Markteintritt und der Marktbearbeitung zu unterstützen sowie Kooperationspotenziale und Chancen des regionalen Standorts zu identifizieren. Zudem sollen baden-württembergische Unternehmen, relevante Wirtschaftsinstitutionen und Multiplikatoren mit japanischen Partnern vernetzt werden.

Die neubesetzte und gestärkte Wirtschaftsrepräsentanz in Japan unterstützt damit entlang der Asien-Pazifik-Leitlinien der Landesregierung die Diversifizierungsbemühungen baden-württembergischer Unternehmen und trägt zur Kompetenzstärkung bei.

Wirtschaftliche Beziehungen zu Japan

Die wirtschaftlichen Beziehungen zu Japan sind durch Jahrzehnte lange enge partnerschaftliche Verbindungen geprägt. Seit 24. November 1989 unterhält Baden-Württemberg eine regionale Partnerschaft mit der Präfektur Kanagawa.

Bereits seit dem 1. Februar 2019 besteht ein Wirtschaftspartnerschaftsabkommen zwischen der Europäischen Union und Japan (EPA – EU-Japan Economic Partnership Agreement), zudem besteht seit Juni 2019 eine deutsch-japanische Energiepartnerschaft. Im Februar 2020 haben das japanische Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie (METI) und das deutsche Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) eine Roadmap für ihre Zusammenarbeit im Rahmen der Energiepartnerschaft verabschiedet.

Japan ist bezogen auf das Bruttoinlandsprodukt 2024/2025 die viertgrößte Volkswirtschaft der Welt und ein forschungsorientierter Hightech-Standort.

Im Länderranking der Exporte Baden-Württembergs lag Japan 2024 auf dem 14. Platz. Innerhalb Asiens lag lediglich China (fünfter Platz) davor. Die Ausfuhren aus Baden-Württemberg nach Japan stiegen um 6,8 Prozent auf rund 4,4 Milliarden Euro (2023 noch rund 4,1 Milliarden Euro). Die wichtigsten Ausfuhrgüter sind Kraftwagen und Kraftwagenteile mit rund 39 Prozent, pharmazeutische und ähnliche Erzeugnisse mit 22,5 Prozent und Maschinen mit 14,3 Prozent.

Im Länderranking der Importe Baden-Württembergs lag Japan 2024 auf dem 18. Platz und kam damit innerhalb Asiens direkt nach China (erster Platz). Die Einfuhren sanken um 8,2 Prozent auf rund 3,2 Milliarden Euro (2023 noch rund 3,5 Milliarden Euro). Die wichtigsten Einfuhrgüter sind Maschinen mit 41,3 Prozent, Datenverarbeitungsgeräte, elektronische und optische Erzeugnisse mit 13,2 Prozent und elektrische Ausrüstungen mit 9,5 Prozent.

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