Wasserstoff

Förderung der regionalen Erzeugung von Wasserstoff geht weiter

Mit dem zweiten Teil des Förderprogramms für Elektrolyseure geht die Förderung der regionalen Erzeugung von Wasserstoff weiter. Erneut stehen 50 Millionen Euro zur Verfügung.

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Im Energiepark Mainz ist der verdichtete grüne Wasserstoff aus einem Elektrolyseur in Tanks gelagert.
Symbolbild

Ab sofort können Anträge zur Förderung von Projekten zur Wasserstofferzeugung eingereicht werden. Im zweiten Teil des Förderprogramms für Elektrolyseure („ELY“) stehen erneut 50 Millionen Euro zur Verfügung. Das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft unterstützt damit die lokale Erzeugung von erneuerbarem Wasserstoff durch Wasser-Elektrolyse.

Stärkt die Wirtschaft und die Resilienz der Energieversorgung

Mit dem Förderaufruf setzt die Landesregierung den Aufbau regionaler Wasserstoff-Infrastrukturen fort und bekennt sich klar zum Thema Wasserstoff. „Der Hochlauf von Wasserstoff ist für die Stärkung unserer Wirtschaft und eine erfolgreiche Energiewende von zentraler Bedeutung“, sagt Energieministerin Thekla Walker. „Der Einsatz von Wasserstoff kann zudem einen wichtigen Beitrag zur Resilienz unserer Energieversorgung leisten, dient dem Aufbau und Erhalt von Wertschöpfung in Deutschland und in Baden-Württemberg und steht für eine wichtige internationale Schlüsseltechnologie.“

Verzögerungen beim Bund – Handeln in Baden-Württemberg

Besonderes Gewicht bekommt der Aufbau einer lokalen Wasserstoff-Infrastruktur auch mit Blick auf die Verzögerungen auf Bundesebene: „Noch immer hat der Bund keine finale Kraftwerksstrategie vorgelegt. Das sorgt weiter für Verunsicherung“, sagt Walker. „Stattdessen wird angekündigt, dass Kraftwerke bis mindestens 2040, überwiegend aber bis 2045, mit Erdgas laufen und erst dann auf Wasserstoff wechseln. So wird das nichts mit einem zügigen Hochlauf der Wasserstoff-Wirtschaft. Umso wichtiger ist es, dass wir in Baden-Württemberg unsere Hausaufgaben machen und uns darum kümmern, dass Wasserstoff hier vor Ort erzeugt wird.“ 

Fokus auf lokalen Wasserstoff-Hubs

Im Dezember vergangenen Jahres hat Energieministerin Walker die ersten Zuwendungsverträge an acht Projekte aus dem Förderprogramm übergeben. Am 23. Januar 2026 startete das Förderprogramm in die zweite Runde. Mit weiteren 50 Millionen Euro soll der Aufbau von lokalen Wasserstoff-Hubs unterstützt werden. Wasserstoff-Hubs sind lokale Ökosysteme, in denen die Wasserstoff-Erzeugung, -Verteilung und -Nutzung räumlich beieinander liegen. Wo kein Anschluss an ein Wasserstoff-Netz oder einen Wasserstoff-Hub möglich ist, kann ein Unternehmen, das auf Wasserstoff angewiesen ist, sich eine Selbstversorgung durch den Betrieb eines eigenen Elektrolyseurs aufbauen.

Grundpfeiler des Energiesystems

Wasserstoff ist vielseitig einsetzbar und kann durch Elektrolyse aus erneuerbarem Strom und Wasser erzeugt werden. Durch Wasserstoff kann überschüssiger Strom aus Solar- und Windkraftanlagen über Jahreszeiten hinweg gespeichert und in Bedarfszeiten verfügbar gemacht werden. Die lokale Erzeugung von Wasserstoff ist ein wichtiger Grundpfeiler des Energiesystems. Bei geschickter Standortwahl und netzdienlicher Fahrweise des Elektrolyseurs kann das Stromsystem durch die Aufnahme von Stromüberschüssen entlastet werden und so Systemdienstleistungen erbringen. „Deshalb ist der parallele Auf- und Ausbau von Stromnetzen, Erneuerbare-Energie-Anlagen und Elektrolyseuren für die Energiewende und das Erreichen der Klimaschutzziele in Baden-Württemberg so wichtig“, führt Energieministerin Walker aus.

Förderprogramm für Elektrolyseure

  • Anträge können bis zum 18. Mai 2026 elektronisch eingereicht werden.
  • Am 20. März 2026 gibt es eine Online-Beratung durch den Projektträger Karlsruhe (PTKA).
  • Die Fördersumme beträgt pro Vorhaben maximal zehn Millionen Euro, bei kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) maximal 8,25 Millionen Euro pro Projekt.
  • Die Förderquote beträgt bis zu 45 Prozent der zuwendungsfähigen Investitionskosten, für kleine Unternehmen kann die Quote um 20 Prozent, für mittlere Unternehmen um zehn Prozent zusätzlich erhöht werden.
  • Durch Wasserstoff-Hubs können lokal/regional Wasserstoffwirtschaften entstehen. Sie bilden die gesamte Wertschöpfungskette von der Erzeugung, Speicherung und Verteilung bis zur energetischen und/oder stofflichen Nutzung von Wasserstoff ab.  

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