Wissenschaft

Widerstandskraft von Wissenschaft stärken

Angriffe auf die Freiheit der Wissenschaft nehmen zu. Auch in Deutschland ist die Wissenschaftsfreiheit bedroht. Die Länder wollen die Widerstandskraft des Systems stärken. Den Auftakt machte eine Veranstaltung in Mannheim.

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Gruppenbild Teilnehmer Podiumsdiskussion
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Mannheimer Podiums (von links nach rechts): Quentin Gärtner, Erstsemester Uni Heidelberg, Moderator Andreas Sentker, DIE ZEIT, Prof. Dr. Nicole Deitelhoff, Leibniz-Institut für Friedens- und Konfliktforschung / Goethe-Uni Frankfurt, Prof. Dr. Walter Rosenthal, Präsident der Hochschulrektorenkonferenz, Baden-Württembergs Wissenschaftsministerin Petra Olschowski, Jun.-Prof. Dr. Amrei Bahr, Uni Stuttgart, Prof. Dr. Sven Reichardt, Uni Konstanz.

Die im Grundgesetz garantierte Freiheit von Forschung und Lehre wird von Akteurinnen und Akteuren insbesondere am radikalen rechten Rand infrage gestellt und offen angegriffen: Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sind zunehmend Anfeindungen ausgesetzt, wie Studien belegen. Wissenschaftseinrichtungen gehören zu den demokratischen Institutionen, die verstärkt unter Druck geraten.

„Es geht darum zu prüfen, wie das Wissenschaftssystem im Ganzen und in seinen Teilen auf Störungen, Angriffe und – vor allem politische – Krisen reagieren kann, die das Ziel haben, eben dieses System strukturell zu destabilisieren, zu instrumentalisieren und in seiner Freiheit und Vielfalt zu gefährden“, sagte Wissenschaftsministerin Petra Olschowski am Freitag zum Auftakt einer Diskussionsveranstaltung in Mannheim.

Petra Olschowski und ihre Amtskollegin Dr. Manja Schüle aus Brandenburg haben im Auftrag der Wissenschaftsministerkonferenz der Länder einen bundesweiten Prozess gestartet. Im Mittelpunkt steht die Frage: Wie widerstandsfähig ist unser Wissenschaftssystem? Was können Politik und Hochschulen jetzt tun? Es geht um eine Analyse, um gemeinsame Ziele und Handlungsfähigkeit. Eine zweite Veranstaltung folgt am 8. Juli im Landtag von Brandenburg.

Wissenschaftsfreiheit ist ein Grundpfeiler unserer Demokratie

Wissenschaftsministerin Petra Olschowski sagte: „Wissenschaftsfreiheit ist ein Grundpfeiler unserer Demokratie. Wer sie angreift, greift das Fundament unseres Staates an. Uns muss aber auch klar sein: Kein Gesetz, keine Gremienstruktur, keine Finanzierungsformel kann ein System schützen, wenn das grundlegende Vertrauen erodiert. Resilienz ist mehr als institutionelle Vorsorge. Sie ist eine Frage der institutionellen Stärke und des gesellschaftlichen Vertrauens – in wissenschaftliche Verfahren, in Integrität, in Transparenz. Und unser Eintreten für die liberale demokratische Ordnung darf sich nicht in allgemeinen Bekenntnissen erschöpfen. Es muss konkret werden – in Strukturen, in Kommunikation, im täglichen Handeln.“

Solidarität im gesamten Wissenschaftssystem

Brandenburgs Wissenschaftsministerin Dr. Manja Schüle sagte: „Wer heute die Freiheit der Wissenschaft angreift, legt die Axt an unsere liberale Demokratie – und darauf werden wir nicht warten, sondern jetzt politisch, rechtlich und institutionell vorsorgen. Resilienz heißt für uns: Wir organisieren Solidarität im gesamten Wissenschaftssystem, wir machen Verantwortlichkeiten transparent und wir stellen sicher, dass Hochschulen und Forschungseinrichtungen auch unter Druck frei, mutig und innovativ arbeiten können. Wenn Extremisten an den Grundfesten unseres Wissenschaftsföderalismus sägen, lassen wir Bund, Länder und Einrichtungen nicht auseinanderdividieren – wir halten stand, verabreden konkrete Schritte und stärken gemeinsam die Strukturen, die Wissenschaftsfreiheit tragen.“

Statements der Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Mannheimer Podiums

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