Steuerschätzung

Steuereinnahmen des Landes sinken nur leicht

Nach der Mai-Steuerschätzung nimmt das Land 2026 rund 22 Millionen Euro weniger ein, als im laufenden Haushalt eingeplant sind. Bis 2029 sind Mindereinnahmen von 101 Millionen Euro zu erwarten.

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Euro-Banknoten
Symbolbild

Die Mai-Steuerschätzung ergibt für das Land Steuereinnahmen von rund 39,8 Milliarden Euro in diesem Jahr. Das sind rund 22 Millionen Euro weniger, als im laufenden Haushalt 2026 eingeplant sind. Auch in den Folgejahren bleiben die Ergebnisse leicht unter den bisherigen Annahmen in der Finanzplanung. Von 2026 bis 2029 muss das Land insgesamt mit Mindereinnahmen von 101 Millionen Euro rechnen.

Mut zur Priorisierung

Finanzminister Dr. Danyal Bayaz sagte: „Die Zeit der großen Zuwächse bei den Steuereinnahmen ist vorbei. Die finanziellen Herausforderungen wachsen schneller als die Einnahmen. Deshalb müssen wir uns künftig noch stärker auf das Wesentliche konzentrieren. Wer dauerhaft handlungsfähig bleiben will, braucht den Mut zur Priorisierung. Außerdem müssen wir aufgrund des Iran-Krieges noch mit weiteren wirtschaftlichen Verwerfungen rechnen, die entsprechend auf die Steuereinnahmen durchschlagen werden.“

In der Schätzung sind alle relevanten Steuerrechtsänderungen des Bundes enthalten. Spürbare Auswirkungen auf die Einnahmen von Land und Kommunen haben dabei vor allem die steuerlichen Entlastungen bei der Einkommen- und Umsatzsteuer. Dazu zählen die abgesenkte Gastro-Umsatzsteuer, die höhere Pendlerpauschale sowie die höhere Ehrenamts- und Übungsleiterpauschalen. Andere Änderungen, etwa bei der Energie-, Strom- oder Kraftfahrzeugsteuer, wirken sich dagegen vor allem auf den Bundeshaushalt aus.

Netto-Steuereinnahmen in Millionen Euro

Jahr Haushaltsansatz Mai-Steuerschätzung 2026 Delta
2026 39.871 39.849 minus 22
2027 41.638 41.605 minus 33
2028 42.836 42.831 minus 5
2029 44.110 44.069 minus 41
2030 45.431 45.446 plus 15

Angespannte Lage bei den Kommunen

Die finanzielle Lage der Kommunen bleibt weiterhin besonders angespannt, und das trotz zusätzlicher Unterstützung durch das Land: Der kommunale Finanzausgleich wurde in diesem Jahr um 550 Millionen Euro erhöht, hinzu kommen weitere Hilfspakete von mehr als 200 Millionen Euro für Bundesteilhabe, Inklusion und Schulbegleitungen. Laut der Mai-Steuerschätzung 2026 müssen Städte, Gemeinden und Landkreise jedoch erneut mit deutlich geringeren Einnahmen rechnen als noch in der Oktober-Steuerschätzung 2025 erwartet.

Bei den kommunalen Steuereinnahmen ergeben sich folgende Mindereinnahmen:

  • 2026: minus 973 Millionen Euro
  • 2027: minus 988 Millionen Euro
  • 2028: minus 999 Millionen Euro

Hauptursache hierfür ist die schwächere Entwicklung bei der Gewerbesteuer:

  • 2026: minus 853 Millionen Euro
  • 2027: minus 874 Millionen Euro
  • 2028: minus 899 Millionen Euro

Finanzminister Dr. Danyal Bayaz sagte: „Die Kommunen stehen unter erheblichem finanziellem Druck. Gerade die Gewerbesteuerentwicklung zeigt, wie stark die konjunkturelle Lage inzwischen auf die kommunalen Haushalte durchschlägt. Die finanzielle Stabilisierung unserer Kommunen wird eine der größten Herausforderungen in den nächsten Jahren.“

Der aktuellen Schätzung liegt die Frühjahrprognose der Bundesregierung zugrunde. Diese geht von einem nur leichten realen Wirtschaftswachstum von plus 0,5 Prozent in diesem Jahr und von plus 0,9 Prozent im nächsten Jahr aus.

Ministerium für Finanzen: Ergebnisse der Steuerschätzung vom 5. bis 7. Mai 2026 (PDF)

Ministerium für Finanzen: Übersicht über die Ergebnisse der Regionalisierung der Steuerschätzung vom 5. bis 7. Mai 2026 für das Land Baden-Württemberg (PDF)

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