Bundesrat

Strobl hält letzte Rede im Bundesrat

In seiner letzten Rede im Bundesrat sprach sich Innenminister Thomas Strobl entschieden gegen Antisemitismus in jedweder Form aus.

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Ministerpräsident Kretschmann und Minister Strobl
Ministerpräsident Winfried Kretschmann (links) und Innenminister Thomas Strobl (rechts)

Nach zehn Jahren im Amt des stellvertretenden Ministerpräsidenten und Innenministers hielt Minister Thomas Strobl seine letzte Rede im Bundesrat. Dabei sprach er sich entschieden gegen Antisemitismus in jedweder Form aus.

„Wenn Sie mich vor 20 Jahren gefragt hätten: Gibt es auf deutschen Straßen und Plätzen Hass und Hetze gegen Juden, Gewalt, Antisemitismus? Dann hätte ich Ihnen geantwortet: Nein, diese Lektion haben wir in Deutschland gelernt. Ich habe mich geirrt. Was für ein schwerer Irrtum. Antisemitismus war nie weg. Er ist leider wieder voll da. Auf deutschen Straßen und Plätzen, in deutschen Universitäten, in Kunst und Kultur, jeden Tag tausendfach im Netz. Was für eine schlimme und was für eine schreckliche Entwicklung. Diese Entwicklung darf uns nicht gleichgültig lassen. Ich habe früher immer gesagt, am Anfang war das Wort, achtet auf eure Worte, denen folgen oft Taten. Auch das ist nicht ganz richtig. Es beginnt nämlich früher. Beim Weghören und beim Wegsehen. Und das können wir auch nicht nur durch Polizei und Justiz und dergleichen lösen, sondern das ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Deswegen ist es inakzeptabel, wenn es antisemitische Narrative gibt, die immer mehr und mehr Raum greifen. Es muss ganz klar sein, es gibt keinen guten Antisemitismus. Weder von rechts, noch von links, noch aus irgendeiner religiösen, islamistischen oder sonstigen Motivation heraus. Es gibt auch keinen guten Antisemitismus unter dem Deckmantel der Meinungs- oder Demonstrationsfreiheit, auch nicht unter dem Deckmantel der Wissenschaftsfreiheit oder der Freiheit von Kunst und Kultur“, sagte der stellvertretende Ministerpräsident und Innenminister Thomas Strobl anlässlich der Plenarsitzung des Bundesrats in Berlin.

Beratung über Gesetzesentwurf

Der Bundesrat hatte den Entwurf eines Gesetzes zur Strafbewehrung der Leugnung des Existenzrechts des Staates Israel beraten. Dabei soll ein neuer Absatz in Paragraf 130 im Strafgesetzbuch (StGB), dem Straftatbestand der Volksverhetzung, eingefügt werden. Mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe soll danach bestraft werden, wer in einer Weise, die geeignet ist, die Bereitschaft zu antisemitischen Gewalt- oder Willkürmaßnahmen zu fördern, öffentlich oder in einer Versammlung das Existenzrecht des Staates Israel leugnet oder zur Beseitigung des Staates Israel aufruft.

Innenministerium, Mediathek: Rede von Thomas Strobl im Bundesrat

Weitere Meldungen

Eine Doktorandin aus Venezuela arbeitet im Labor. (Bild: © dpa)
Europäischer Sozialfonds

Mehr Frauen mit Migrationserfahrung in Arbeit

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (links) im Gespräch mit Bundesratspräsident Andreas Bovenschulte (rechts), Bürgermeister von Bremen.
Bundesrat

Kretschmann im Bundesrat verabschiedet

Eine Haltekelle der Polizei ist bei einer Kontrolle vor einem Polizeifahrzeug zu sehen. (Foto: © dpa)
Innere Sicherheit

Bilanz zum länderübergreifenden Fahndungs- und Sicherheitstag

Organspendeausweis
Organspende

Bundestag diskutiert über Widerspruchsregelung bei der Organspende

Ein Mädchen watet durch die überschwemmte Innenstadt von Veringenstadt. (Foto: © dpa)
Gesellschaft

Menschen besser auf Krisen vorbereiten

Symbolbild zur Künstlichen Intelligenz mit einem Prozessor und dem Schriftzug "AI Artificial Intelligence Technology"
Innovation

Land stärkt digitale Innovationszentren

Traktor auf dem Feld
Landwirtschaft

Stichtagsregelung für Ackerflächen kommt

Der Kommandeur der Sanitätsakademie der Bundeswehr, Generalstabsarzt Dr. Hans-Ulrich Holtherm, und Gesundheitsminister Manne Lucha sitzen nebeneinander und unterzeichnen jeweils ein Dokument.
Gesundheit

Gesundheitssystem im Land auf Krisenfälle vorbereiten

Symbolbild einer Kirche
Ländlicher Raum

Kirchliche Räume als Orte der Zukunft

von links nach rechts: Amtschef Elmar Steinbacher, Leitender Oberstaatsanwalt Tomas Orschitt, Ministerin der Justiz und für Migration Marion Gentges, Leitender Oberstaatsanwalt (sV) Dr. Florian Kienle
Justiz

Neuer Leiter der Staatsanwaltschaft Waldshut-Tiengen

Eine Haltekelle der Polizei ist bei einer Kontrolle vor einem Polizeifahrzeug zu sehen. (Foto: © dpa)
Innere Sicherheit

Länderübergreifender Sicherheitstag am 6. Mai

(Foto frei verwendbar, v.l.n.r.): Amtschef Elmar Steinbacher, Präsidentin des Finanzgerichts Baden-Württemberg Dr. Christina Reuss, Ministerin der Justiz und für Migration Marion Gentges MdL
Justiz

Neue Präsidentin des Finanzgerichts

Ein Mitarbeiter einer Biogasanlage von Naturenergie Glemstal befüllt die Anlage mit Biomasse.
Bioökonomie

Süddeutscher Biogasgipfel in Ulm

Ein Feuerwehrmann holt während einer Einsatzübung einer Freiwilligen Feuerwehr eine Leiter vom Dach eines Einsatzfahrzeugs.
Feuerwehr

Jahresstatistik der Feuerwehren 2025

Blick in den Konferenzsaal anlässlich der 100. Sitzung der Europaministerkonferenz (EMK) in Berlin
Europaministerkonferenz

Bekenntnis zu einer starken und zukunftsfesten EU