Forum Gesundheitsstandort

Wachstumspotenzial für die Gesundheitswirtschaft

Beim Fachtag im Rahmen der sechsten Jahresveranstaltung des Forums Gesundheitsstandort ging es um Digitalisierung und Künstliche Intelligenz als Wachstumspotenzial für die Gesundheitswirtschaft.

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Zwei Mediziner*innen stehen vor Bildschirmen mit MRT-Aufnahmen des Herzens.
Symbolbild

Unter dem Motto „Chancen und Herausforderungen für einen vernetzten Gesundheitsstandort“ fand am 5. Dezember 2024 in Mannheim im Rahmen der sechsten Jahresveranstaltung des Forums Gesundheitsstandort der Fachtag des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg statt. Die Veranstaltung wurde gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut IPA gestaltet. Im Fokus standen Austauschformate zur Möglichkeit der Vernetzung zugunsten einer Stärkung der Gesundheitswirtschaft in Baden-Württemberg.

Stärke der Gesundheitsindustrie in Baden-Württemberg

Wirtschafts-Staatssekretär Dr. Patrick Rapp eröffnete die Veranstaltung mit dem deutlichen Hinweis auf die ausgewiesene Stärke der Gesundheitsindustrie in Baden-Württemberg, die sowohl im Bereich der Medizintechnik als auch im Bereich der Pharmaindustrie eine Spitzenstellung unter den Bundesländern einnimmt: „Ein Grundpfeiler für die Spitzenposition der Gesundheitsindustrie in Baden-Württemberg ist unter anderem unsere Stärke in dem heute gewählten Schwerpunktthema Innovation“, erläuterte Rapp in seinem Eingangsstatement. „Der Innovationsindex bestätigt regelmäßig, dass Baden-Württemberg innerhalb der Europäischen Union (EU) die Region mit der höchsten Innovationskraft ist. Und so soll auch so bleiben“, betonte der Wirtschafts-Staatssekretär und verwies auf die innovativen Leichtturmprojekte, die das Wirtschaftsministerium in diesem Bereich bereits umgesetzt hat.

Eines der Leuchtturmprojekte „Photon Counting CT Konsortium: Etablierung der nächsten Digitalen Generation der Computertomographie in Baden-Württemberg (PC3)“ gab es in den Nachmittagsführungen zu bestaunen. Hier werden mit neuen digitalisierten bildgebenden Verfahren deutlich bessere Diagnose- und Therapieentscheidungen für Ärzte mit deutlich weniger Strahlenbelastung für Patienten im Vergleich zu herkömmlichen Röntgenuntersuchungen ermöglicht. Auch die Grundbausteine eines digitalen Krankenhauses wurden präsentiert, mit einem Anamnesestuhl, der im Projekt „Test- und Entwicklungszentrum für Digitale Anamnesesysteme – TEDIAS“ entwickelt wurde und die automatisierte Aufnahme von Patienten im Krankenhaus ermöglicht. Der Nutzen ist mit den Entlastungen für Klinikabläufe und mit der wirtschaftlichen Anschlussfähigkeit für die Unternehmen vor Ort offensichtlich.

Entwicklungspotenzial für einen Ausbau des digitalen Krankenhauses

Dr. Jens Langejürgen vom Fraunhofer IPA leitet das Projekt und sieht erhebliches Entwicklungspotenzial für einen Ausbau des digitalen Krankenhauses: „Das enorme Potenzial liegt in der strukturierten Datenerhebung und der folgenden konsequenten Vernetzung. Aus den rein digitalisierten Daten können durch eine passende Vernetzung zwischen den jeweiligen Akteurinnen und Akteuren sowie den unterschiedlichen Datenquellen ein langfristiger Mehrwert für Patientinnen und Patienten und dadurch nachhaltige Innovationen im Gesundheitssektor entstehen.“

Der Standort Mannheim bietet für solche bahnbrechenden Neuerungen für den Gesundheitsstandort die ideale Plattform. Dies erläuterte Dr. Elmar Bourdon, stellvertretender Fachbereichsleiter für Wirtschaft und Strukturförderung der Stadt Mannheim, und verwies auf die besonders ausgeprägten Vernetzungsstrukturen vor Ort: „Mannheim steht für Innovation und Zusammenarbeit im Gesundheitswesen. Mit dem Mannheim Medical Technology Campus schaffen wir die idealen Voraussetzungen, um Forschung, Unternehmensgründungen und klinische Anwendungen eng zu vernetzen. Als Stadt sehen wir es als unsere Aufgabe, diesen Austausch aktiv zu fördern und so einen Beitrag zu leisten, um Baden-Württemberg als führenden Gesundheitsstandort auszubauen.“

In der Podiumsveranstaltung am Vormittag konnten Vertreter von Start-ups sowie etablierten Unternehmen auf der Bühne im Gespräch mit Repräsentantinnen und Repräsentanten der Kliniken den Vorteil dieser Vernetzung vor Ort für die Versorgung der Patientinnen und Patienten und für die Wirtschaftsunternehmen gleichermaßen eindrücklich herausarbeiten.

Schlüsselthemen Digitalisierung und Künstliche Intelligenz

Prof. Hans-Jürgen Hennes, Geschäftsführer des Universitätsklinikums Mannheim, verwies auf die vielfältigen Zukunftsperspektiven, die sich durch die Schlüsselthemen Digitalisierung und Künstliche Intelligenz (KI) im Bereich der Gesundheit ergeben und die besonders an diesem Tag durch die Austauschformate mit Akteurinnen und Akteuren aus allen Bereichen verdeutlicht wurden: „Digitalisierung und der Einsatz von KI in der Medizin müssen in erster Linie der Prozessverbesserung der Patientenbehandlung und der Patientensicherheit dienen. Unter diesen Prämissen entscheiden wir über die Implementierung. Dazu bietet das Forum beste Möglichkeiten zur Diskussion.“

Eingebettet in die Forums-Veranstaltung fand der 42. Mannheimer MedTech-Dialog statt, eine vierteljährlich vom Mannheim Medical Technology Cluster angebotene Veranstaltungsreihe zu aktuellen Themen der Gesundheitswirtschaft.  Im Rahmen des spannenden Eventformats „Open World Café“ wurden Vernetzungsbeispiele aus der Region vorgestellt und gemeinsam mit Expertinnen und Experten sowie Vertreterinnen und Vertreter über das Thema diskutiert. Durch die Leitfragen begleiteten Prof. Dr. Carsten Hopf (Hochschule Mannheim, M²aind), Prof. Dr. med. Fabian Siegel (Biomedizinische Informatik, Universitätsmedizin Mannheim), Katharina Klotzbach (NEXT Mannheim)  und Jutta Dillschneider (Das digitale Playmobil Krankenhaus von PwC).

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