„Verkehrssicherheitsarbeit hat für mich einen ganz besonderen Stellenwert, denn hier geht es um die Kernaufgabe des Staates: Menschenleben schützen. Unser Ziel ist klar – wir wollen einen Straßenverkehr ohne Getötete und Schwerverletzte. Ein wichtiger Punkt dabei ist die Tatsache, dass es sich bei Verkehrsunfällen nicht um schicksalsgegebene Ereignisse handelt. Wir können Verkehrsunfälle verhindern. Deshalb ist es wichtig, dass wir in unseren Bemühungen für mehr Sicherheit im Straßenverkehr nicht nachlassen und die Verkehrssicherheitsarbeit noch wirkungsvoller machen. Genau dafür setzen wir uns ein. Die Verkehrssicherheitskonferenz ist dabei ein wichtiger Baustein unserer gemeinsamen Arbeit“, sagte der stellvertretende Ministerpräsident und Innenminister Thomas Strobl am 2. Februar 2026 in Pforzheim.
Vision Zero als anspruchsvolle Daueraufgabe
Verkehrsminister Winfried Hermann betonte: „Die Verkehrssicherheitskonferenz ist ein wichtiger Ort für Austausch und Vernetzung aller, die sich tagtäglich für mehr Sicherheit im Verkehr einsetzen. Wir wissen: Die Vision Zero – ein Straßenverkehr ohne Tote und Schwerverletzte – ist kein Selbstläufer, sondern eine anspruchsvolle Daueraufgabe. Polizei, Verkehrs- und Straßenverwaltungen identifizieren zusammen mit Wissenschaft und Verbänden Probleme und arbeiten gemeinsam an Lösungen für mehr Sicherheit. Die Statistik belegt: 80 Prozent der Unfälle mit Toten werden von Männern verursacht. Das ist besorgniserregend! Mit unserer Verkehrssicherheitskampagne ‚Team Vision Zero‘ richten wir uns deshalb in diesem Jahr besonders an diese Zielgruppe. Wir werben für eine Mobilitäts- und Fahrkultur, die rücksichtsvoll und vorsichtig ist. So kommen wir der Vision Zero Schritt für Schritt näher.“
Die Vision Zero, ein Straßenverkehr ohne Getötete und Schwerverletzte, ist ein zentrales Ziel der Landesregierung. Für eine wirksame Verkehrssicherheitsarbeit ist es entscheidend, dass sich alle Ebenen und Akteure vernetzen und abgestimmt handeln: Europa, Bund, Länder und Kommunen ebenso wie Behörden, Polizei, Verbände und Organisationen mit Präventionszielen. Sie müssen auf gegenseitige Rücksichtnahme, Aufmerksamkeit und Verantwortungsbewusstsein hinarbeiten. Mehr Achtsamkeit im Straßenverkehr kann Leben retten. Neben der Fahrzeugtechnik und einem sicheren Verkehrsraum ist der Faktor Mensch ganz entscheidend. Hier fördert das Land Baden-Württemberg durch Verkehrserziehung und Verkehrsunfallprävention das richtige Verhalten. Diejenigen, die Regeln überschreiten, weisen Polizei und Ordnungsbehörden durch eine konsequente Verkehrsüberwachung auf regelkonformes Verhalten hin.
Die verschiedenen Akteure im Land, Behörden und Vereine, sind für sich, vor Ort und innerhalb des eigenen Fachbereichs bereits gut vernetzt. Die Verkehrssicherheitskonferenz Baden-Württemberg bietet darüber hinaus die Möglichkeit, sich überregional und interdisziplinär auszutauschen. Dies erfolgt auf der großen Bühne, etwa mit einer Podiumsdiskussion, und auch in den einzelnen Fachforen. Durch den großen Austausch und die Vernetzung untereinander können alle Beteiligten Synergieeffekte nutzbar machen. Bei der zweiten Verkehrssicherheitskonferenz Baden-Württemberg steht darum die Zusammenarbeit aller Akteure im Mittelpunkt.
Verleihung des Verkehrspräventionspreises Baden-Württemberg
Ein zentraler Programmpunkt der Verkehrssicherheitskonferenz ist erneut die Verleihung des Verkehrspräventionspreises Baden-Württemberg. Um besonderes Engagement zu würdigen, hat das Verkehrssicherheitsbündnis GIB ACHT IM VERKEHR die Verkehrspräventionspreise für das Jahr 2025 verliehen.
„Verkehrssicherheitsarbeit beginnt bereits im Kleinen. Die heute ausgezeichneten Projekte zeigen auf beeindruckende Weise, wie wichtig kluge Ideen, Engagement und Initiative für mehr Verkehrssicherheit sind. Sie verdeutlichen, dass jede und jeder Einzelne – ob als Bürgerin oder Bürger, Verein oder Initiative – dazu beitragen kann, den Straßenverkehr für uns alle sicherer zu machen“, erklärte Innenminister Thomas Strobl, der auch Schirmherr der Aktion GIB ACHT IM VERKEHR ist.
Die Preisträger im Überblick
- „BEGEGNUNGEN – Realität erfahren“ sensibilisiert junge Fahranfängerinnen und Fahranfänger durch eindrückliche Vorträge von Polizei, Rettungsdienst, Feuerwehr und Bestattern für die weitreichenden Folgen schwerer Verkehrsunfälle.
- Das Projekt „Messapparatur Abstand“ zeigt mit einer selbstgebauten Messvorrichtung, wie knapp Autos teilweise Radfahrerinnen und Radfahrer auf dem Schulweg überholen und macht so auf die Notwendigkeit sicherer Radwege aufmerksam.
- „Verkehrsschule, Unfalltraining und Fahrradtraining an einem Wochenende kompakt“ bietet Grundschulkindern mit neurologischen Beeinträchtigungen ein kompaktes Wochenend-Training, um mit ihren speziellen Fahrrädern sicher am Straßenverkehr teilzunehmen und in geschütztem Rahmen zu üben.
- „Sicher zur Schule – mit dem Schulwegtiger“ motiviert Grundschulkinder mit Sammelpunkten („Tigerhaltestellen“) und Stempelpässen dazu, den Schulweg zu Fuß zurückzulegen, um das Verkehrsaufkommen vor der Schule zu reduzieren.
Die Stifter der Verkehrspräventionspreise – die Unfallkasse Baden-Württemberg (UKBW), die Landesverkehrswacht Baden-Württemberg e.V., der ADAC Württemberg und der TÜV SÜD – stellen für die ausgezeichneten Projekte Preisgelder in Höhe von insgesamt 6.000 Euro zur Verfügung.
An die Verkehrssicherheitskonferenz schließt sich eine Expertentagung an, die ein breites Spektrum an Themen rund um die Verkehrssicherheitsarbeit beinhaltet und Raum für den interdisziplinären Austausch schafft. Neben Impulsvorträgen und Gesprächsrunden umfasst die Expertentagung auch insgesamt neun Vortragsforen, in denen verschiedenste Themen der Verkehrssicherheitsarbeit vertieft werden. Die Konferenz richtet sich an ein Fachpublikum aus Behörden und verschiedenen Institutionen, die sich mit dem Thema Verkehrssicherheit beschäftigen.
















