Wirtschaft

Unterstützungsprogramm für junge und mittlere Unternehmen startet

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Zwei Personen unterhalten sich vor einem Laptop auf dem Start-up-Gipfel.

Das Wirtschaftsministerium startet das Mezzanine-Beteiligungsprogramm, mit dem vor allem Start-ups und mittelständische Unternehmen unterstützt werden sollen. Das Programm wird in Zusammenarbeit mit dem Bund und der KfW umgesetzt. Anträge können ab dem 14. September 2020 bei der Mittelständischen Beteiligungsgesellschaft gestellt werden.

Das Wirtschaftsministerium startet in Zusammenarbeit mit der L-Bank und der Mittelständischen Beteiligungsgesellschaft ein weiteres Förderangebot – das Mezzanine-Beteiligungsprogramm –, mit dem vor allem Start-ups und mittelständische Unternehmen mit typisch stillen Beteiligungen unterstützt werden sollen. Anträge können ab 14. September bei der Mittelständischen Beteiligungsgesellschaft gestellt werden.

„Start-ups und kleine Unternehmen waren von den Einschränkungen und Auswirkungen der Corona-Pandemie besonders betroffen. Mit den wie Eigenkapital wirkenden Hilfen des Mezzanine-Beteiligungsprogramms schaffen wir zusätzliche Möglichkeiten für Unternehmen, die Finanzierung in der Krise sicherzustellen“, erklärte Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut.

KMU leiden noch unter den Auswirkungen der Coronakrise

Auch wenn erste positive konjunkturelle Signale zu erkennen seien, könne gerade für kleine und junge Unternehmen noch keine Entwarnung gegeben werden, so Hoffmeister-Kraut. „Im Gegenteil: Für viele dieser Unternehmen nehmen die Liquiditätsprobleme weiter zu. Doch wir brauchen agile kleine und mittlere Unternehmen (KMU) mit ihrem Unternehmergeist und ihrer Innovationskraft. Sie sind Kern des baden-württembergischen Erfolgsmodells und wichtige Impulsgeber für die kommende Erholung der Wirtschaft.“

Edith Weymayr, Vorsitzende des Vorstands der L-Bank, erklärte zum Start des Programms: „Je länger die Krise andauert, desto wichtiger wird daher die Stärkung des Eigenkapitals. In der ersten Phase der Krise waren Zuschüsse und das Bereitstellen von Fremdkapital die zentralen Instrumente zur Verhinderung einer Liquiditätskrise.“ Im Verlauf der Corona-Krise habe sich die Eigenkapitalbasis von vielen Start-ups und kleineren Mittelständlern verschlechtert, so Weymayr. Drastisch eingebrochene Einnahmen, eine verzögerte Auftragsvergabe privater Investoren und die Zurückhaltung der Konsumenten bei größeren Anschaffungen konnten oft nur durch eine erhöhte Kreditaufnahme ausgeglichen werden. „Jetzt gilt es, die Eigenkapitalbasis der Unternehmen zu stärken, um die Chancen des Aufschwungs zu nutzen. Wir freuen uns besonders, dass es uns gelungen ist, ein Programm zu konzipieren, das neben der traditionell im Eigenkapitalsegment aktiven Mittelständischen Beteiligungsgesellschaft (MBG) auch weiteren, privaten Beteiligungsgesellschaften offensteht.“

Das Programm wird in Zusammenarbeit mit dem Bund und der KfW umgesetzt. Bereits zum Start ist die Mittelständische Beteiligungsgesellschaft als Intermediär eingebunden. Weitere Intermediäre werden von der L-Bank nach einem mit dem Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg abgestimmten Akkreditierungsprozess zugelassen. Guy Selbherr, Geschäftsführer der Mittelständischen Beteiligungsgesellschaft, betonte die gute Verzahnung des Programms: „Mit einem Förderhöchstbetrag von 800.000 Euro je Unternehmen ist die Abgrenzung und Ergänzung zum Beteiligungsfonds des Landes gegeben, der erst bei einer Eintrittsschwelle von 800.000 Euro greift. Damit kann jedem Unternehmen ein passgenaues Angebot gemacht werden.“

Mezzanine-Beteiligungsprogramm Baden-Württemberg

Insgesamt stehen von Landesseite 50 Millionen Euro zur Verfügung. Damit können bis zu 250 Millionen Euro an Finanzierungsvolumen bewegt werden. Die L-Bank vergibt die Mittel an akkreditierte Finanzintermediäre. Diese können die Mittel in Form von Wandeldarlehen, Nachrangdarlehen und stillen Beteiligungen bis hin zu direkten Beteiligungen im Einzelfall an die Unternehmen ausreichen. Das Gesamtfinanzierungsvolumen pro Unternehmen richtet sich an der Kleinbeihilfenregelung des Bundes aus und beträgt maximal 800.000 Euro. KfW, Land und Intermediäre teilen sich die Gesamtfinanzierung in der Weise, dass die KfW 70 Prozent, das Land 20 Prozent und der Intermediär zehn Prozent des Gesamtfinanzierungsvolumens trägt.

Förderpolitische Zielsetzung des neuen Mezzanine-Beteiligungsprogramms Baden-Württemberg ist es, die Finanzierungsstruktur der Unternehmen zu verbessern und ihnen so den Zugang zu weiteren Finanzierungsquellen über Beteiligungsintermediäre zu ermöglichen. Die Fördermittel sollen dazu beitragen, dass notwendige Investitionen und Betriebsmittel finanziert werden können.

Die Kommission der Europäischen Union hat mit der vorübergehenden Anpassung des beihilferechtlichen Rahmens bis zum 31. Dezember 2020 einen guten Handlungsspielraum gegeben, sodass die öffentliche Hand bis zu 800.000 Euro pro Unternehmen beihilferechtskonform ausreichen kann.

L-Bank: Mezzanine-Beteiligungsprogramm

Aktuelle Informationen zum Coronavirus in Baden-Württemberg

Weitere Meldungen

Symbolbild zur Künstlichen Intelligenz mit einem Prozessor und dem Schriftzug "AI Artificial Intelligence Technology"
Künstliche Intelligenz

Baden-Württemberg drängt auf praktikable KI-Regeln

Ein Bauarbeiter schaut auf ein Gebäude, das als Testobjekt aus Recyclingbeton gebaut wird.
N!BBW

Termine für Workshops zum nachhaltigen Bauen

In Westen gekleidete Polizisten stehen in Reutlingen. (Bild: picture alliance/Silas Stein/dpa)
Sicherheit

Baden-Württemberg ist und bleibt sicher

Landschaft von oben im Neckar-Odenwald-Kreis
Ländlicher Raum

Flurbereinigung in Ravenstein bedeutet Fortschritt und Zukunft

Logo der Allianz Industrie 4.0 Baden-Württemberg
Wirtschaft

„Allianz Industrie 4.0 Baden-Württemberg“ wird fortgesetzt

Symbolbild: Bewohner des Mehrgenerationenhauses in Überlingen stehen auf Balkonen.
Städtebauförderung

Nichtinvestive Städtebau­förderung 2026 startet

Die Altstadt von Meersburg am Bodensee.
Tourismus

Zahl der Gäste im Land erreicht Rekordhoch

Eine junge Frau forscht im Life Science Center der Universität Hohenheim an Pflanzen in Klimakammern (Symbolbild: © dpa).
Forschung

Land fördert Zukunftstechnolo­gien an Landesuniversitäten

Ein Scan-Auto, das automatisch Parksünder registriert, fährt bei einem Pilotversuch an vor der Universität Hohenheim geparkten Fahrzeugen vorbei.
Parkraumüberwachung

Effizientere Parkraumkontrolle mit Scan-Fahrzeug in Heidelberg

Logo Öffentlicher Gesundheitsdienst. Die Abkürzung "ÖGD" ist in dicken Buchstaben dargestellt. Darunter steht in "Öffentlicher Gesundheitsdienst - Schützt. Hilft. Klärt auf."
Gesundheit

Einheitliche Software-Landschaft für die Gesundheitsämter

Eine Lehrerin in der Grundschule mit Schülerinnen und Schülern.
Öffentlicher Dienst

Tarifabschluss im öffentlichen Dienst

Luftbild vom Quartier Kanadaring in Lahr
Flächenmanagement

Neue Prämien für Entsiegelung und Flächenmanagement

Visualisierung vom Anbau der Frauenklinik am Universitätsklinikum Tübingen Ansicht West
Vermögen und Bau

Frauenklinik am Universitäts­klinikum Tübingen wird erweitert

Eine Frau bedient das Portal ELSTER der deutschen Steuerverwaltungen zur Abwicklung der Steuererklärungen und Steueranmeldungen über das Internet.
Steuern

Digitale Steuererklärung wird deutlich einfacher

Stuttgart Neckarpark
Wohnraumoffensive

Land unterstützt Kommunen mit Bau-Turbo