Konjunktur

Starkes Wirtschaftswachstum für 2021 prognostiziert

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Eine Monteurin arbeitet im Werk zwei des Automobilzulieferers ZF Friedrichshafen an einem Getriebe für Lastwagen, das ZF Traxon heißt. (Bild: © picture alliance/Felix Kästle/dpa)

Eine neue Konjunkturprognose für Baden-Württemberg erwartet ein kräftiges Wirtschaftswachstum für das Jahr 2021 im Land. Die Abschwächung zum Jahresende zeigt jedoch, dass es weiterhin politischen Rückenwind auf allen Ebenen braucht.

Um eine fundierte Aussage über die weitere wirtschaftliche Entwicklung in 2021 gezielt für Baden-Württemberg zu erhalten, hat das Wirtschaftsministerium die Entwicklung eines neuen Modells am Institut für Angewandte Wirtschaftsforschung (IAW) gefördert. Auf Basis des Modells hat das IAW eine Konjunkturprognose für das laufende Jahr erstellt. Die Ergebnisse liegen nun vor.

„Unsere Wirtschaft kommt stark und im Bundesvergleich überdurchschnittlich gut aus der Krise. Für das Gesamtjahr 2021 erwarten wir im Land ein starkes Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 3,5 bis 4 Prozent“, betonte Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut am 29. September anlässlich der Veröffentlichung der neuen Zahlen. Der Bundeswert beträgt aktuell – je nach Prognose – zwischen 2,1 und 2,5 Prozent. „Das zeigt, dass die staatlichen Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung zusammen mit den vielfältigen Programmen zur Liquiditätssicherung unserer Unternehmen und dem Instrument der Kurzarbeit eine langanhaltende Rezession verhindert haben. Dennoch ist der Aufschwung keineswegs ein Selbstläufer. Die aktuelle Abschwächung zum Jahresende zeigt, dass es weiterhin politischen Rückenwind auf allen Ebenen braucht“, so Hoffmeister-Kraut.

Aufschwung notwendig für digitale und ökologische Transformation

Angesichts der aktuellen Konjunkturrisiken komme es nun darauf an, dass der Aufschwung verstetigt werde und auch an Tiefe gewinne. Für einen selbsttragenden Aufschwung müssten auch die Unternehmensinvestitionen eine neue Dynamik entfalten. Das sei auch Grundlage dafür, dass die digitale und ökologische Transformation gelingt, führte die Ministerin weiter aus. „Dazu braucht unsere Wirtschaft ebenso verlässliche wie wachstumsfreundliche Rahmenbedingungen. Es ist daher wichtig, dass Investitionen in die Digitalisierung und den Klimaschutz mit höheren Abschreibungen steuermindernd geltend gemacht werden können. Ich werde mich außerdem bei der neuen Bundesregierung dafür einsetzen, dass der steuerliche Verlustvortrag erhöht und flexibilisiert wird, sagte die Ministerin.

Nachdem die Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal des Jahres 2020 so stark eingebrochen war wie in keiner Rezessionsphase zuvor, stehen die Zeichen seitdem auf Erholung. Zwar wurde durch den erneuten Lockdown der Aufschwung zum Jahreswechsel 2020/21 vorübergehend gebremst. Doch schon im zweiten Quartal 2021 konnte die Konjunktur dank der Erfolge bei der Pandemiebekämpfung im In- und Ausland wieder deutlich Fahrt aufnehmen. Die Prognose der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung in Baden-Württemberg, die das IAW mit seinem neuen Modell vorgenommen hat, zeigt nun an, dass sich das Wachstum auch im dritten Quartal ungebrochen fortsetzte. Allerdings ist im vierten Quartal im Zuge anhaltender Lieferengpässe vor allem im Verarbeitenden Gewerbe mit einer signifikanten Abschwächung zu rechnen. Insgesamt wird die Wirtschaftsleistung ihr Vorkrisenniveau erst im nächsten Jahr erreichen können.

Stärkeres Wirtschaftswachstum 2021 als im Bund

Über das Gesamtjahr 2021 dürfte das Wirtschaftswachstum im Land deutlich dynamischer verlaufen als im Bund. Diese Entwicklung zeichnete sich schon im ersten Halbjahr ab: Während die deutsche Wirtschaftsleistung insgesamt zu Jahresbeginn noch einen Rückgang hinnehmen musste, bewegte sich die baden-württembergische etwa auf dem Niveau des Vorquartals. Das Land profitierte dank seiner Wirtschaftsstruktur insbesondere von der starken Konjunktur in den USA und in China, die die Nachfrage nach baden-württembergischen Exportgütern, insbesondere Investitionsgütern, anziehen ließ. Mit zunehmenden Lockerungen hat dann im Jahresverlauf auch der Konsum spürbar zur wirtschaftlichen Erholung beigetragen.

Der für das vierte Quartal 2021 vom IAW prognostizierte Rückgang ist bedingt durch die Engpässe und Preissteigerungen bei wichtigen Vorleistungsgütern und Rohstoffen, bei mikroelektronischen Bauteilen und auch bei Baustoffen. Während dies die konjunkturelle Erholung angebotsseitig dämpft, wird durch eine zwischenzeitlich angestiegene Inflation auch die Nachfrage der privaten Haushalte belastet. Hinzu kommt, dass sich die Exporterwartungen zuletzt wieder etwas abgeschwächt haben.

Schaubild: Wirtschaftliche Entwicklung in Baden-Württemberg und Deutschland (PDF)

Weitere Meldungen

Eine Krankenpflegerin schiebt ein Krankenbett durch einen Flur.
Gesundheitssystem

Hildenbrand kritisiert Umsetzung der GKV-Reform

Ein Mitarbeiter scannt den Barcode eines Artikels für den Paketversand. (Bild: © dpa)
Wirtschaft

Hoffmeister-Kraut begrüßt Maßnahmen zum Bürokratieabbau

Portrait Dr. Simon Veser Amtsleiter Finanzamt Ludwigsburg
Verwaltung

Neuer Leiter des Finanzamts Ludwigsburg

Ein Landwirt betankt sein Gespann mit Gülle um diese anschließend auf einem Feld auszubringen. (Foto: © dpa)
Landwirtschaft

Gentges fordert Aufstockung des Hilfspakets für Düngerpreise

Elektrischer Zug in schwarz-gelbem Design fährt durch eine grüne Landschaft.
Öffentlicher Nahverkehr

SWEG fährt künftig auch am Hochrhein

Ein Mitarbeiter montiert im Porsche Werk in Stuttgart-Zuffenhausen eine Vorderachse mit Elektromotor.
Automobilwirtschaft

Spitzengespräch zur Stärkung des Automobilstandorts

Landgericht Ulm
Justiz

Bekämpfung von sexuellem Kindesmissbrauch auf der Kippe

Ein Ingenieur der Porsche AG vermisst für die Digitalisierung einen Panamera (Bild: © dpa).
Automobilwirtschaft

Wirtschaftsministerin lädt zu Spitzengespräch ein

Forschende im Forschungszentrum M3 des Universitätsklinikums Tübingen
Hochschulen

Schnellbau-Initiative bringt zusätzlichen Investitionsschub

Übergabe des Förderbescheids durch Staatssekretär Thomas Dörflinger (zweiter von rechts)
Wirtschaft

Rund 400.000 Euro für Digitalisierung im Handwerk

Symbolbild: Eine Frau sitzt an einem Dorfbrunnen. (Foto: © dpa)
Baukultur

Land fördert kommunale Gestaltungsbeiräte

BaWü-Labs GO!
Forschung

Zehn Jahre Reallaborförderung in Baden Württemberg

Staatssekretär Florian Haßler spricht beim Festakt zum Donauraum
Europa

Der Donauraum gehört zu unserer europäischen Identität

Bio-Musterregion Heidenheim plus
Landwirtschaft

Meisterbriefe für Nachwuchs im Molkereihandwerk

Symbolbild zur Künstlichen Intelligenz mit einem Prozessor und dem Schriftzug "AI Artificial Intelligence Technology"
EU-Donauraumstrategie

Europäische KI-Netzwerke stärken Witschaft