Kunst und Kultur

Sergej Gößner erhält Jugendtheaterpreis Baden-Württemberg

Der Jugendtheaterpreis Baden-Württemberg 2026 geht an Sergej Gößner, der sich mit seinem Stück „ich sehe was / was du nicht siehst“ unter rund 100 Bewerbungen durchgesetzt hat.

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Sergej Gößner

Sergej Gößner wird für „ich sehe was / was du nicht siehst“ mit dem Jugendtheaterpreis Baden-Württemberg 2026 ausgezeichnet. Der Förderpreis geht an Leah Luna Winzely („Der Wassermann“), das Projektstipendium an Kai Bosch und das Junge Ensemble Stuttgart (JES) für die Stückentwicklung „10 von 10“.

Der Jugendtheaterpreis Baden-Württemberg zählt zu den renommiertesten Auszeichnungen für Theater für junges Publikum im deutschsprachigen Raum. Er ist mit insgesamt 27.500 Euro dotiert, wird vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst vergeben und alle zwei Jahre ausgeschrieben.

Publikum der Zukunft ansprechen

„Lasst uns um das Publikum der Zukunft kümmern – und was gibt es für ein größeres Erlebnis, als sich im Theater wiederzufinden, mit seinen Sorgen und seinen Wünschen. Deshalb ist das Theater für das junge Publikum ein so wichtiger Ort, hier tauschen sich junge Menschen aus, finden sich und ihre Themen wieder und haben gleichzeitig eine Menge Spaß“, sagte Kunststaatssekretär Arne Braun. „Das sind die Gründe dafür, warum das Land mit dem Jugendtheaterpreis seit mehr als 40 Jahren neue herausragende Stücke würdigt. Meine besten Glückwünsche an Sergej Gößner, Leah Luna Winzely und Kai Bosch mit dem Jungen Ensemble Stuttgart zu dieser Auszeichnung.“

Die Auswahl traf eine Fachjury aus Vertreterinnen und Vertretern der Mitgliedstheater des Arbeitskreises Junges Theater Baden-Württemberg sowie externen Expertinnen und Experten. Rund 100 Stücke wurden eingereicht. Neben den Gewinnern hat die Jury in diesem Jahr erstmals eine Longlist zusammengestellt mit Stücken, die sie als besonders bemerkenswert eingestuft hat. Die Preisverleihung findet am 19. Mai 2026 im Rahmen des Internationalen Kinder- und Jugendtheaterfestivals „Schöne Aussicht“ am Jungen Ensemble Stuttgart statt.

Erster Stückepreis (15.000 Euro)

Sergej Gößner: „ich sehe was / was du nicht siehst“: Der Dramatiker lädt mit diesem Stück ein, sich zu erinnern: eine Hausparty, Flaschendrehen, der erste Kuss – vielleicht mehr? Doch was, wenn die Erinnerung nicht unbeschwert ist, sondern einer Grenzerfahrung gleichkommt. In sensiblen, fast poetischen Tönen bewegen wir uns zwischen Erinnern, Vermuten und Vergessen (wollen). Gößner zeichnet vielschichtige Perspektiven zu sexualisierter Gewalt unter Jugendlichen, Machtmissbrauch, Unsicherheit, Scham und der Schwierigkeit Grenzen zu ziehen – und die richtigen Worte zu finden, um vor allem ernst genommen zu werden.

Longlist

  • Freek Mariën: „Jedermann“
  • Simone Saftig: „Herzkopfüber“
  • Lena Riemer: „unreif“

Förderpreis (5.000 Euro)

„Der Wassermann“ eröffnet eine Welt, in der Sehnsucht in all ihren Facetten Raum bekommt. Denn Lasse glaubt fest daran: Sein Papa ist nur nicht bei ihm und seiner Mutter, weil er ein Wassermann ist. Doch dafür wird er von seinen Mitschülerinnen und Mitschülern ausgelacht. Zum Glück ist da Ju – und lässt Lasse nicht allein. Mit dichter, sprudelnder Sprache zieht Leah Luna Winzely uns in einen Strom von Gefühlen und zeichnet eine liebevolle Freundschaft, die Raum für neue, eigene Wege bereithält mit Verlust umzugehen. 

Longlist

  • Lili Roesing: „Rückenschwimmen“
  • Regina Dürig: „Neue Körper am Ende der Welt“
  • Jara Nassar: „Zweihundert Grad Kalt“

Projektstipendium (7.500 Euro)

Die Stückentwicklung „10 von 10“ für 10- bis 13-Jährige soll von der Lebensrealität junger Menschen mit Behinderung handeln – jedoch nicht aus einer Defizitperspektive, sondern mit Humor. Die Entwicklung und Umsetzung der Idee ist als enge Zusammenarbeit zwischen dem Ensemble des JES und dem jungen Stuttgarter Comedian Kai Bosch geplant, der mit Tetraspastik und Stottersymptomatik geboren wurde. Geplant ist außerdem ein mixabled Cast auf der Bühne und auch für die Regie führt das JES Gespräche mit Künstlerinnen und Künstlern mit Behinderung.

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