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Pilotprojekt für den Digitalen Arbeitsplatz der Lehrkräfte startet

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Ein Schüler der achten Klasse eines Gymnasiums in Korntal-Münchingen, Baden-Württemberg, bedient an einem Notebook die Lernplattform Moodle. (Bild: picture alliance/Marijan Murat/dpa)
Symbolbild

Mit der Digitalen Bildungsplattform stellt das Land zentral Werkzeuge für den digital unterstützten Unterricht bereit. Verschiedene Bausteine sind bereits im Einsatz. In einem nächsten Schritt startet nun ein Pilotprojekt für den digitalen Arbeitsplatz der Lehrkräfte.

Beim Projekt Digitale Bildungsplattform ist das Kultusministerium gut vorangekommen. Zentrale Bausteine wie Lernmanagementsysteme (Moodle, itslearning) und sicherer Instant Messenger (Threema) sind erfolgreich im Einsatz. In einem nächsten Schritt startet nun ein Pilotprojekt für den digitalen Arbeitsplatz der Lehrkräfte auf Basis einer Open Source-Lösung, der dPhoenixSuite. „Damit stellen wir bei erfolgreicher Pilotierung unseren Lehrerinnen und Lehrern einen Dienst für E-Mail, Datenspeicher und Office-Werkzeuge zur Verfügung“, sagt Kultusstaatssekretärin Sandra Boser und fügt an: „So wollen wir den Lehrkräften einen umfassenden digitalen Arbeitsplatz bieten – und das Gute ist: Sämtliche Daten verbleiben dabei stets in Deutschland.“ Der Landesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationssicherheit (LfDI) ist zudem eng in den Prozess eingebunden und begrüßt dieses Vorgehen.

Die dPhoenixSuite ist ein Produkt des IT-Dienstleisters Dataport, das vollständig hierzulande gehostet wird. Das Rechenzentrum von Dataport wird – genauso wie die der beteiligten IT-Partner – also in Deutschland betrieben. Dr. Johann Bizer, Vorstandsvorsitzender von Dataport, sagt: „Schulen brauchen eine moderne, zuverlässige und krisenfeste Ausstattung mit Informationstechnik. Das haben uns nicht zuletzt die letzten Jahre in der Pandemie gezeigt, in denen der Schulbetrieb ohne Digitalisierung nur sehr schwer aufrecht zu erhalten gewesen wäre. Dass sich das Land Baden-Württemberg entschieden hat, die Open-Source Lösung dPhoenixSuite für den digitalen Arbeitsplatz seiner Lehrkräfte in einem Piloten zu erproben, ist ein wichtiger Schritt, die Digitalisierung der Schulen unter dem Vorzeichen der digitalen Souveränität voranzutreiben.“

Lehrkräfte von administrativen, technischen und datenschutzrechtlichen Aufgaben entlasten

Die Lehrkräfte in Baden-Württemberg erhalten also eine weitere Möglichkeit für eine sichere dienstliche Kommunikation. Außerdem können sie auf Anwendungen für Textverarbeitung, Tabellenkalkulation oder ein Werkzeug zur Erstellung von Präsentationen zurückgreifen. Die dPhoenixSuite bietet darüber hinaus einen Datenspeicher für das Speichern, Teilen und den mobilen Zugriff auf Dateien. „Das ist ein weiteres wichtiges Modul im Rahmen unserer Digitalen Bildungsplattform. Mit dieser können wir nicht nur leistungsfähige Anwendungen für den schulischen Alltag zur Verfügung stellen, sondern entlasten die Schulen und deren Lehrkräfte auch von administrativen, technischen und datenschutzrechtlichen Aufgaben“, sagt Staatssekretärin Boser.

Bis die dPhoenixSuite flächendeckend zum Einsatz kommen kann, muss nun aber zunächst der Pilot erfolgreich sein – also auch dessen Evaluation. Mit der Auswertung wird entschieden, ob die erprobte Lösung auf Basis der dPhoenixSuite die Erwartungen und Bedarfe erfüllt und allen Lehrkräften an öffentlichen Schulen bereitgestellt wird. Das Pilotprojekt läuft voraussichtlich bis Ende Januar 2023, anschließend folgt die Evaluation. Das Projekt ist in zwei Phasen gegliedert: Zunächst werden Lehrkräfte aus fünf bis zehn Schulen aller Schularten für den Pilotbetrieb freigeschaltet. In einer zweiten Phase wächst die Pilotgruppe um Lehrkräfte aus weiteren 20 bis 30 Schulen an. Die Nutzenden an den bereits ausgewählten Pilotschulen werden im Verlauf des Pilotprojekts mit verschiedenen Begleitmaßnahmen unterstützt.

dPhoenixSuite

Das in Baden-Württemberg eingesetzte dPhoenixSuite-Paket bietet die Tools dPhoenix Mail (vollwertiger E-Maildienst, funktioniert webbasiert [Zugriff über Internetbrowser] und umfasst Standardfunktionen einer E-Mail-Anwendung) und dPhoenix Office (Office-Werkzeuge; funktioniert als Web-Office, mit dem Dateien erstellt und online bearbeitet werden können) mitsamt Datenspeicher. Sie unterstützt Echtzeit-Kollaboration mit mehreren Benutzerinnen und Benutzern sowie die Einzelbearbeitung von Dokumenten. Außerdem werden Microsoft-Formate und OpenDocument-Formate unterstützt.

Gebündelte Informationen zur dPhoenixSuite erhalten Sie auch in unseren diesbezüglichen FAQ. Bei den Modulen, die wir für den „Digitalen Arbeitsplatz der Lehrkräfte“ einrichten wollen, handelt es sich um so genannte „Groupware-Dienste“ (E-Mail für Lehrkräfte; OX), einen Onlinespeicher (Nextcloud) und Office-Programme (Collabora Online).

Dataport ist ein IT-Dienstleister für die öffentliche Verwaltung und begleitet den öffentlichen Sektor als Partner in allen Digitalisierungsvorhaben von der ersten Idee bis zum sicheren Betrieb. Dazu kooperiert Dataport mit Anbietern aus der Region und unterstützt die föderale IT-Kooperation. Als Anstalt öffentlichen Rechts wird Dataport getragen von den Ländern Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein sowie vom kommunalen IT-Verbund Schleswig-Holstein. Dataport hat etwa 4.400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und erzielte 2021 einen Umsatz von 1,04 Milliarden Euro.

Govdigital

Über die Mitgliedschaft des Landes Baden-Württemberg in der länderübergreifenden Genossenschaft govdigital durch die BITBW besteht die Möglichkeit, dass das Kultusministerium die dPhoenixSuite hierüber beziehen kann. Govdigital wurde im Dezember 2019 gegründet und ist eine bundesweite Genossenschaft zur Integration innovativer IT-Lösungen im öffentlichen Sektor.

Neben den etwa 1.500 Schulen, die das Lernmanagementsystem Moodle nutzen, haben inzwischen ungefähr 1.200 Schulen ihre Zugangsdaten für das Lernmanagementsystem itslearning abgerufen (Beachten Sie bitte, dass der Hauptpersonalrat Gymnasium eine Nutzung leider nach wie vor ablehnt). In beide ist mit BigBlueButton ein Videokonferenzwerkzeug eingebunden, in itslearning darüber hinaus mit Collabora eine Online-Office-Anwendung integriert. Diese wird auch für Moodle folgen. Der sichere Messenger Threema ist bei mehr als 50.000 Lehrkräften im Einsatz. Das Identitätsmanagementsystem (IdAM) als zentraler Einstieg in die Bildungsplattform und zur Rechteverwaltung ist nach einem erfolgreichen Test in eine Pilotierung übergegangen, wurde mit Schulen erprobt und ausgewertet. Als nächstes steht nun zum Frühjahr 2023 die schrittweise Bereitstellung des IdAM für die Schulen an.

Ministerium für Kultus, Jugend und Sport: Digitale Bildungsplattform

Ministerium für Kultus, Jugend und Sport: Digitalpakt Schule

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