Kunst und Kultur

Nevin Aladağ erhält Landespreis für Bildende Kunst 2025

Nevin Aladağ erhält den Landespreis für Bildende Kunst 2025. Sie präsentiert vom 20. Juli bis zum 5. Oktober 2025 ihre zentralen Werkgruppen aus den vergangenen Jahren in der Werkschau „Crossing Traces“ in Bernau.

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Nevin Aladağ
Nevin Aladağ (Archivbild)

Die in Stuttgart aufgewachsene Bildhauerin, Installations- und Performancekünstlerin Nevin Aladağ wird in Bernau im Schwarzwald mit dem mit 25.000 Euro dotierten Landespreis für Bildende Kunst 2025 ausgezeichnet.

Kunststaatssekretär Arne Braun sagte anlässlich der Preisverleihung am kommenden Wochenende: „Nevin Aladağ gilt als Wegbereiterin neuer künstlerischer Positionen, sie ist eine der einflussreichsten Künstlerinnen unserer Zeit. Immer wieder schafft sie es, das Publikum durch Perspektivwechsel und Vielseitigkeit zu überraschen. Skulpturen, Installationen, Fotografien oder Performance – ihr Stil ist einzigartig. Ihre Arbeiten sind fröhlich, einladend, machen durch ihren integrierenden Charakter eines sichtbar: Kulturen, auch wenn sie noch so unterschiedlich sind, können zusammenwachsen und lassen Menschen zueinander finden.“

Werkschau Crossing Traces in Bernau

Die Preisträgerin präsentiert in Bernau in der Werkschau „Crossing Traces“ vom 20. Juli bis zum 5. Oktober 2025 ihre zentrale Werkgruppen aus den vergangenen Jahren, wie die Serie „Social Fabric“, die Fragmente von Teppichen unterschiedlichster Herkunft zu einer Komposition zusammenfügt, in der sich vermeintlich Unvereinbares zu einer stimmigen Einheit formiert. Daneben sind die skulpturalen Arbeiten „Pattern Kinship“ zu sehen, in denen Ornamentformen aus Design, Handwerkstradition und Alltagsästhetik – und aus allen Teilen der Welt – miteinander verschmelzen. Auch die Performance „Raise the Roof“, die 2017 auf der Biennale in Venedig für Aufsehen sorgte, ist als Videoaufnahme und mit den dazu gehörenden Stiletto-Kupfertafeln Teil der Ausstellung. Die Ausstellung wird gemeinsam organisiert von der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe mit dem Hans-Thoma-Kunstmuseum Bernau.

Metaphern für die Vielfalt unserer heutigen Einwanderungsgesellschaft

Prof. Dr. Frédéric Bußmann, Direktor der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe, sagte: „Nevin Aladağ gehört heute zu den wichtigsten international wahrgenommenen Künstlerinnen in Deutschland. Ihre Arbeiten verbinden unterschiedliche Einflüsse und können als Metaphern für die Vielfalt unserer Einwanderungsgesellschaft verstanden werden, für das Verwobensein unterschiedlicher kultureller Hintergründe, sozialer Klassen, familiärer Verflechtungen und ästhetischer Überzeugungen. Ihre Arbeiten vermitteln eine polyphone Sicht auf die Gesellschaft, eine Vielzahl unterschiedlicher Stimmen und Kulturen, die frei von Hierarchien miteinander in wechselvoller Beziehung stehen – eine Metapher für unsere gemeinsame postmigrantische Kultur.“

Nevin Aladağ

Ihr Spektrum ist weit, ihre Handschrift unverkennbar: Mit einer einzigartigen Gestaltungssprache gelingt es Nevin Aladağ, kulturelle Räume sichtbar zu machen und Grenzen zwischen Skulptur, Performance, Klang- und Videokunst zu überschreiten. In allen Medien und Ausdrucksformen, beschäftigt sie sich auf spielerische und zugleich komplexe Weise mit Fragen nach kulturell geprägter Identität, Verschiedenheit und Zugehörigkeit.

Nevin Aladağ wurde 1972 in Van in der Türkei geboren. Sie ist in Stuttgart aufgewachsen und nach ihrem Studium bei Olaf Metzel an der Akademie für bildende Künste in München ihrer Heimatstadt Stuttgart und Baden-Württemberg über eine rege Ausstellungstätigkeit verbunden geblieben. Die Verbindung zu Stuttgart zeigt sich in besonderer Weise in ihrer Videoarbeit „Traces“ von 2015, die eine Hommage an die Stadt ist. Seit 2002 lebt und arbeitet Aladağ in Berlin. Fragen nach Herkunft und Identität sind zentrale Aspekte ihres Schaffens. Seit 2020 ist sie Professorin für Skulptur in Bewegung an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden.

Ihre Kunst wurde mehrfach auf internationalen Ausstellungen gezeigt, unter anderem war sie 2017 auf der Biennale in Venedig, sowie auf der Documenta 14 vertreten. 2021/2022 richtete das Museum Villa Stuck in München eine umfangreiche Einzelausstellung zum Werk der Künstlerin aus. Nevin Aladağ wurde schon mehrfach für ihr Schaffen ausgezeichnet. Zuletzt erhielt sie 2017 den elften Ernst Rietschel Kunstpreis der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden / Albertinum. Arbeiten von Nevin Aladağ sind in internationalen Sammlungen vertreten, unter anderem in der Pinakothek der Moderne in München, in der Neue Nationalgalerie Berlin, im SFMoma San Francisco, im Centre Pompidou Paris, Shanghai und Hong Kong und bald in der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe.

Landespreis für Bildende Kunst

Mit dem Landespreis für Bildende Kunst zeichnet das Land Künstlerinnen und Künstler aus, deren Schaffen einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung der neueren Kunst mit überregionaler Anerkennung darstellt, eine Weiterentwicklung auf höchstem Niveau zu erwarten ist, oder die bereits ein anerkanntes Lebenswerk aufweisen. Die Preisträgerinnen und Preisträger müssen in Baden-Württemberg geboren sein oder einen Schwerpunkt ihres künstlerischen Schaffens im Land haben. Der Landespreis wird 2025 erstmals verliehen. Er tritt an die Stelle des Hans-Thoma-Preises. Der mit 25.000 Euro verbundene Landespreis wird alle zwei Jahre traditionell in der Gemeinde Bernau vergeben und ist mit der einer Preisträgerausstellung verbunden.

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