Kunst und Kultur

Neues Förderprogramm für Popmusik startet

„Perspektive Pop 2.0“ heißt das neue Förderprogramm des Landes zur Stärkung der Popmusikszene. Um die Projektförderungen in Höhe von bis zu 20.000 Euro können sich Musikschaffende und Veranstalter bis zum 13. Juli 2025 bewerben.

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Popländ-Grafik

„Pop-Musik bringt Menschen zusammen, ist ein Wirtschaftsfaktor und entwickelt seit vielen Jahrzehnten eine ganz spezielle Kraft. In Baden-Württemberg ist die Popmusikszene vielfältig, engagiert und voller Talent – sie kämpft um Anerkennung und steht unter Druck. Mit unserem Förderprogramm schaffen wir gezielte Unterstützung für Musikerinnen und Musiker, Clubs und Festivals“, sagte Staatssekretär Arne Braun. „Wir stärken die Szene dort, wo sie lebendig wird: auf Bühnen und im Studio, in urbanen Zentren und außerhalb der Ballungsgebiete. Perspektive Pop 2.0 ist ein wichtiger Baustein, um Newcomer, Nischengenres und gemeinschaftliche Livemusik-Erlebnisse für und in Baden-Württemberg zu fördern und zu sichern.“

400.000 Euro stehen zur Verfügung

Ab sofort können sich professionell tätige Musikerinnen und Musiker sowie Veranstalter von Livemusik-Events um eine Projektförderung beim Ministerium bewerben. In der Förderrunde 2025 stehen insgesamt rund 400.000 Euro zur Verfügung. Die mögliche Fördersumme je Antrag liegt zwischen 10.000 und 20.000 Euro. 2026 wird eine zweite Förderrunde ausgeschrieben.

Förderung in zwei Programmlinien

Vergeben werden die Projektförderungen in zwei Programmlinien: Programmlinie A unterstützt Popmusikerinnen und -musiker bei der Produktion, Präsentation und Promotion. In Linie B können Veranstalter einen Zuschuss für Konzerte, Konzertreihen, Festivals oder Einzelevents beantragen. Das Programm richtet sich an alle Genres der Populären Musik, ausgenommen sind Jazz und Schlager. Voraussetzung ist ein künstlerisch eigenständiges Repertoire oder ein künstlerisch kuratiertes Programm sowie die faire Entlohnung der beteiligten Künstlerinnen und Künstler. Die Anträge werden von einer unabhängigen Jury begutachtet.

Niederschwelliges Förderdesign

„Wir haben Perspektive Pop 2.0 auf der Basis der Empfehlungen und Rückmeldungen unseres Popdialogs entwickelt“, erklärte Arne Braun. „Besonderes Augenmerk lag dabei auf einem möglichst einfachen Antragsverfahren. Der Förderprozess wird künftig über ein digitales Antragstool abgewickelt, zur Information wird es FAQs und Infocalls geben.“

Empfehlung des Popdialogs: Das Machen fördern

Der einjährige Popdialog des Ministeriums hatte die Notwendigkeit eines Förderprogramms für Popschaffende betont. „Kreative Arbeit bedarf Räume und Freiheiten – für Visionen, Experimente und die künstlerische Weiterentwicklung“, so die Sängerin, Songwriterin und Produzentin Diana Ezerex, die zusammen mit elf weiteren Expertinnen und Experten den Prozess begleitete. Der POPLÄND-Berater und ehemalige Direktor der Popakademie Baden-Württemberg Prof. Udo Dahmen verweist auf Investitionen in Produktion, Vermarktung und Tourneen, die gerade am Beginn einer Karriere eine Herausforderung sind: „Newcomer und Young Professionals sind Start-ups. Sie benötigen Seed-Money, mit dem sie ihre Startchancen verbessern.“

Ökonomische Situation zunehmend schwierig

Superstars mit ausverkauften Tourneen können nicht über die aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen der Popbranche hinwegtäuschen. Musikverkäufe, die inzwischen zu fast 85 Prozent im digitalen Segment erzielt werden, werfen aufgrund der geringen Entlohnung pro Stream kaum Gewinn ab. Zudem fällt durch die Ausbreitung von generativer Künstlicher Intelligenz (KI) die sogenannte „Gebrauchsmusik“ zunehmend als Einnahmequelle weg. Liveauftritte und Studioaufnahmen stellen daher mit rund 70 Prozent der Einnahmen die wichtigste Einkommensquelle von ausübenden Musikerinnen und Musikern dar – allerdings werden oft immer noch keine bis sehr niedrige Auftrittsgagen gezahlt, eigene Tourneen sind aufgrund der gestiegenen Produktionskosten zunehmend nicht mehr finanzierbar. Auch für Musikclubs und Festivals hat sich die Situation durch inflationsbedingt steigende Kosten in allen Bereichen (Miete, Energie, Personal, Einkauf, Versicherungen, Dienstleistungen), den hohen Investitionsdruck und die sinkende Kaufkraft des Publikums deutlich zugespitzt.

Arne Braun sagte: „Die aktuell schwierige Situation im Konzertbereich bedeutet für Musikveranstalter oft ein Risiko, neue Formate zu entwickeln und junge, noch unbekannte Acts zu buchen – insbesondere im ländlichen Raum. Das ist eine alarmierende Entwicklung – und hier setzen wir an. Baden-Württemberg hat großartige Popkünstlerinnen und Popkünstler, viele von ihnen exzellent ausgebildet an unserer Popakademie. Mit unserer POPLÄND-Initiative und dem neuen Förderprogramm wollen wir den Musikschaffenden, den Livemusikspielstätten und ihrem Publikum kreative Räume in Baden-Württemberg sichern.“

Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst: Perspektive Pop 2.0 erstmals ausgeschrieben

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