Justiz

Neuer Leiter für Zentrale Stelle zur Aufklärung von NS-Verbrechen

Berechne Lesezeit
  • Teilen
v.l.n.r.: Justizminister Guido Wolf, Oberstaatsanwalt Thomas Will und Generalstaatsanwalt Achim Brauneisen
v.l.n.r.: Justizminister Guido Wolf, Oberstaatsanwalt Thomas Will und Generalstaatsanwalt Achim Brauneisen

Oberstaatsanwalt Thomas Will wird neuer Leiter der Zentralen Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen in Ludwigsburg.

Die Zentrale Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen hat einen neuen Leiter. Am Montag, 12. Oktober 2020, nimmt Oberstaatsanwalt Thomas Will seine Arbeit in Ludwigsburg auf. Das teilte Justizminister Guido Wolf mit. Thomas Will, bisher stellvertretender Leiter der Zentralen Stelle, folgt damit auf den zwischenzeitlich an den Bundesgerichtshof gewechselten Jens Rommel.

Am vergangenen Freitag, 9. Oktober, wurde Will im Rahmen einer kleinen Feierrunde von Justizminister Guido Wolf die Ernennungsurkunde übergeben. Wolf sagte: „Thomas Will ist ein absoluter Glücksfall für uns und die Zentrale Stelle. Mit seiner 17-jährigen Erfahrung in der Zentralen Stelle ist er der mit Abstand erfahrenste Ermittler in Ludwigsburg, der überdies bereits seit über zehn Jahren als stellvertretender Behördenleiter die Geschicke der Zentralen Stelle steuert. Er kennt die Behörde wie kein anderer und hat bereits Führungsverantwortung übernommen. Bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern genießt er höchstes Ansehen und Vertrauen. Seine exzellenten fachlichen Fähigkeiten stellte er vielfach unter Beweis.“

Die Zentrale Stelle zur Aufklärung von NS-Verbrechen

Die Zentrale Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung von NS-Verbrechen wurde 1958 als gemeinschaftliche Einrichtung aller Landesjustizverwaltungen der Bundesrepublik gegründet und fungiert seitdem insbesondere als eine den Staatsanwaltschaften vorgeschaltete Ermittlungsbehörde für NS-Verbrechen. Ihr Aufgabenschwerpunkt ist es, nationalsozialistische Verbrechen aufzudecken und Täter aus dieser Zeit zu ermitteln. Auf dem Stand der Vorermittlungen aufbauend, kann sodann die jeweils zuständige Staatsanwaltschaft ein strafrechtliches Verfahren gegen noch verfolgbare Beschuldigte einleiten. Die Zentrale Stelle steht in den kommenden Jahren nun vor neuen Herausforderungen: Jahr um Jahr wird die Zahl der lebenden und verfolgbaren Täter aus jener Zeit kleiner.

Justizminister Wolf sagte dazu: „Natürlich kommt eine Beschränkung der Zentralen Stelle nicht in Betracht, solange die potenziellen Täter noch unter uns sind. Wenn jedoch irgendwann keine Täter aus der NS-Zeit mehr leben, wird es darum gehen, das Wissen über das NS-Regime auszuwerten, aufzubereiten und zu vermitteln. Dabei werden die Erkenntnisse der Zentralen Stelle aus über 60 Jahren Forschungsarbeit eine besondere Rolle spielen. Die Zentrale Stelle in Ludwigsburg steht in ganz besonderer Weise für die Art und Weise, wie wir in Deutschland versuchen, das schwärzeste Kapitel unserer Geschichte aufzuarbeiten. Ich bin froh, dass wir mit Thomas Will einen Behördenleiter mit Weitblick und Fingerspitzengefühl haben. Es braucht einen Diskurs über die Zukunft der Zentralen Stelle, in dessen Zentrum die gesamtgesellschaftliche Bedeutung der Einrichtung steht.“

Weitere Meldungen

Von links nach rechts: Amtschef des Ministeriums der Justiz und für Migration Elmar Steinbacher, Leiterin der JVA Mannheim Annette Hügle, Ministerin der Justiz und für Migration Marion Gentges und Leiter der Abteilung Justizvollzug Martin Finckh
Justiz

Neue Leiterin der Justizvollzugsanstalt Mannheim

Von links nach rechts: Amtschef des Ministeriums der Justiz und für Migration Elmar Steinbacher, Leitender Oberstaatsanwalt der Staatsanwaltschaft Mosbach Holger Schmitt, Ministerin der Justiz und für Migration Marion Gentges
Justiz

Neuer Leiter der Staatsanwaltschaft Mosbach

Von links nach rechts: Amtschef des Ministeriums der Justiz und für Migration Elmar Steinbacher, Präsident des Landgerichts Stuttgart Till Jakob, Ministerin der Justiz und für Migration Marion Gentges und Vizepräsident des Oberlandesgerichts Stuttgart Christoph Haiß
Justiz

Neuer Präsident des Landgerichts Stuttgart

Eine Doktorandin aus Venezuela arbeitet im Labor. (Bild: © dpa)
Europäischer Sozialfonds

Mehr Frauen mit Migrationserfahrung in Arbeit

Ministerpräsident Kretschmann und Minister Strobl
Bundesrat

Strobl hält letzte Rede im Bundesrat

Eine Haltekelle der Polizei ist bei einer Kontrolle vor einem Polizeifahrzeug zu sehen. (Foto: © dpa)
Innere Sicherheit

Bilanz zum länderübergreifenden Fahndungs- und Sicherheitstag

Ein Mädchen watet durch die überschwemmte Innenstadt von Veringenstadt.
Gesellschaft

Menschen besser auf Krisen vorbereiten

Der Kommandeur der Sanitätsakademie der Bundeswehr, Generalstabsarzt Dr. Hans-Ulrich Holtherm, und Gesundheitsminister Manne Lucha sitzen nebeneinander und unterzeichnen jeweils ein Dokument.
Gesundheit

Gesundheitssystem im Land auf Krisenfälle vorbereiten

Symbolbild einer Kirche
Ländlicher Raum

Kirchliche Räume als Orte der Zukunft

von links nach rechts: Amtschef Elmar Steinbacher, Leitender Oberstaatsanwalt Tomas Orschitt, Ministerin der Justiz und für Migration Marion Gentges, Leitender Oberstaatsanwalt (sV) Dr. Florian Kienle
Justiz

Neuer Leiter der Staatsanwaltschaft Waldshut-Tiengen

Eine Haltekelle der Polizei ist bei einer Kontrolle vor einem Polizeifahrzeug zu sehen. (Foto: © dpa)
Innere Sicherheit

Länderübergreifender Sicherheitstag am 6. Mai

(Foto frei verwendbar, v.l.n.r.): Amtschef Elmar Steinbacher, Präsidentin des Finanzgerichts Baden-Württemberg Dr. Christina Reuss, Ministerin der Justiz und für Migration Marion Gentges MdL
Justiz

Neue Präsidentin des Finanzgerichts

Ein Feuerwehrmann holt während einer Einsatzübung einer Freiwilligen Feuerwehr eine Leiter vom Dach eines Einsatzfahrzeugs.
Feuerwehr

Jahresstatistik der Feuerwehren 2025

Amtschef des Ministeriums der Justiz und für Migration Elmar Steinbacher
Justiz

Konstanzer Symposium 2026

Polizeisportlerehrung
Polizei

Ehrung für Polizeisportler