Strahlenschutz

Neuauflage des erfolgreichen Radon-Messprogramms für Wohngebäude

Radon in Gebäuden kann Lungenkrebs verursachen. Das Programm für Innenraummessungen bietet eine einfache und kostenlose Möglichkeit, die persönliche Radonsituation zu überprüfen.

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Schaubild beschreibt wie das Radon-Innenraummessprogramm funktioniert

Mit einer Neuauflage des erfolgreichen Radon-Messprogramms stellt das Umweltministerium Baden-Württemberg Bürgerinnen und Bürgern erneut kostenlos Messdosen zur Ermittlung des Radon-Gehaltes in Erdgeschoss- und Kellerräumen zu Verfügung. Damit lässt sich die individuelle Belastung durch das radioaktive Gas einfach bestimmen.

Beitrag zum Gesundheits- und Strahlenschutz durch kostenlose Messdosen

„Unser Radonmessprogramm zielt darauf ab, das Bewusstsein für eine potenzielle Gefahr in Innenräumen zu schärfen und den Schutz unserer Bürgerinnen und Bürger vor den gesundheitlichen Risiken durch Radon weiter zu stärken. Damit leistet die Aktion einen wichtigen Beitrag zum Strahlen- und Gesundheitsschutz in Baden-Württemberg“, erklärt Ministerin Thekla Walker. „Die Messergebnisse dienen den Bewohnerinnen und Bewohnern zur Beurteilung der eigenen Radonsituation. So können bei Bedarf effektive Maßnahmen zur Senkung der Radonwerte und zur Verbesserung der eigenen Wohnsituation ergriffen werden. Die Auswertungen helfen aber auch uns im Umweltministerium bei der Ermittlung der Radonsituation im Land.“

Das letztjährige Programm für Radon-Innenraummessungen stieß, so die Ministerin, auf große Nachfrage. Über 1.600 Bürgerinnen und Bürger nahmen an der Aktion teil und sicherten sich jeweils zwei kostenlose Messdosen. Schon nach wenigen Tagen seien die Messdosen, die hierfür zur Verfügung standen, vergeben gewesen. Aus diesem Grund legt das Umweltministerium die für die Bevölkerung kostenlose Aktion neu auf – dieses Mal sogar im erweiterten Umfang mit deutlich mehr Messdosen.

Die Radonbelastung in Gebäuden ist ein Gesundheitsrisiko und kann Lungenkrebs verursachen. Da das radioaktive Gas mit den menschlichen Sinnen nicht wahrnehmbar ist, ist die tatsächliche Höhe der Radonwerte im Gebäude in der Regel unbekannt. Sie hängt von vielen Faktoren ab und lässt sich nur durch Messungen in den Innenräumen bestimmen. Umso wichtiger ist es, dass Bürgerinnen und Bürger selbst Messungen durchführen, um sich vor erhöhten Radonwerten schützen zu können.

Radon kommt überall vor

Radon kommt überall in ganz Baden-Württemberg in unterschiedlichen Mengen vor, wobei insbesondere im mittleren und südlichen Schwarzwald mit höheren Radonwerten zu rechnen ist. Dort ist mehr Radon im Boden verfügbar und daher auch die Wahrscheinlichkeit von erhöhten Radonwerten größer.

Da Gebäude unterschiedlich sind und die Radonsituation insbesondere auch von der Bauweise und dem Zustand eines jeden einzelnen Gebäudes abhängt, können Prognosen basierend auf geografischen Gebieten Innenraummessungen nicht ersetzen. Das Messprogramm ist daher nicht auf bestimmte Regionen begrenzt.

Radonmessungen sind einfach durchführbar

Alle Bürgerinnen und Bürger, die ein Eigenheim oder eine Wohnung in Baden-Württemberg besitzen und diese selber bewohnen, können sich zu dem Programm anmelden und die Messungen durchführen. Die Anmeldung ist ab sofort möglich. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt.

Die nur wenige Zentimeter großen Messdosen (passive Geräte) werden in häufig genutzten Aufenthaltsräumen im Erd- oder Kellergeschoss insgesamt zwölf Monate lang ausgelegt und anschließend wieder an die Messstelle zurückgesandt. Während des Messzeitraums können die Räume wie gewohnt genutzt werden. Nach der Auswertung im Labor erhalten die Teilnehmenden das Ergebnis. Dieses kann dann mit dem gesetzlichen Referenzwert verglichen werden. „Liegen erhöhte Radonwerte vor, gibt es unterschiedliche Maßnahmen, um diese zu senken“, erläuterte Ministerin Walker. „Die einfachste Methode ist gutes Lüften. Außerdem gibt es verschiedene bauliche Maßnahmen, die in Frage kommen.“

Radon – ein radioaktives Gas

Radon ist ein natürliches vorkommendes, unsichtbares, geschmack- und geruchsloses radioaktives Gas, das in uranhaltigem Gestein entsteht und überall in unterschiedlichen Mengen im Boden vorhanden ist. Über erdberührende Stellen kann es in Gebäude gelangen und sich dort unbemerkt ansammeln. Betroffen sind insbesondere Räume im Keller- und Erdgeschoss. Ist man über Jahrzehnte hinweg erhöhten Radonmengen ausgesetzt, steigt das Lungenkrebsrisiko. Es gibt keinen Hinweis auf einen Wert, unter dem Radon nachweislich ungefährlich ist. Nach dem Rauchen zählt Radon zu den wichtigsten Ursachen von Lungenkrebs.

Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft: Schutz vor Radon

Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg: Radon

Weitere Meldungen

Landeskreditbank Baden-Württemberg
Jahresbilanz

L-Bank sieht hohen Bedarf an Unterstützung im Strukturwandel

Absperrung auf einer Straße. Im Hintergrund eine Autobrücke.
Kommunaler Straßenbau

Land unterstützt Kommunen beim Umbau der Straßeninfrastruktur

Neubau Kollegiengebäude 1, Pädagogische Hochschule Freiburg, Birk Heilmeyer und Frenzel Architekten, Stuttgart
Holzbau

Klimafreundlich Bauen mit Holz

Kernkraftwerk Philippsburg ohne Türme (Aufnahme vom 03.06.2020)
Kernkraft

Offene Rohrdurchführungen im Kernkraftwerk Philippsburg

Ein Mitarbeiter von Kawasaki führt bei der Industriemesse Hannover Messe am Messestand von Microsoft die Überwachung und Steuerung einer Maschine mit einer AR-Brille (Augmented Reality) vor.
Industrielle Innovation

Baden-Württemberg auf der Hannover Messe 2026

Minister Hermann und die Bine von bwegt klatschen sich ab
Nahverkehr

bwegt-Wanderweg Tübingen-Rottenburg eröffnet

Landessieger von „Jugend debattiert“ stehen fest (Bild: Kultusministerium Baden-Württemberg)
Schule

Siegerinnen und Sieger von „Jugend debattiert“ gekürt

Streuobstwiese
Streuobst

20. landesweiter Streuobsttag in Hohenheim

Neuer Rettungshubschrauber Christoph Ortenau
Rettungsdienst

Rettungshubschrauber Christoph Ortenau startet in Lahr

Ein Mann wird geimpft.
Gesundheit

Impfen zeigt positive Auswirkungen

Jugendliche halten ein Banner mit der Aufschrift «Ehrenamt» in den Händen.
Ländlicher Raum

Jugendliche fürs Ehrenamt begeistern

Drohne mit Auslegearm zum Einölen der Eier beim Anflug an einen Baum mit Kormorannestern
Fischerei

Drohnen-Testflug zum Kormoranmanagement am Bodensee

links: Behältnis, das am Ostersonntag (5. April 2026) in einem Garten gefunden wurde; rechts: Laboranalyse
Strahlenschutz

Fundstück enthielt zu keinem Zeitpunkt Polonium-210

Grafik mit Überschrift „Die Landes-Behindertenbeauftragte Nora Welsch lädt ein zur Kundgebung“, darunter Schild einer Demonstration mit der Aufschrift „Inklusion ist kein Sparmodell!“ und den Informationen „5. Mai 2026, 14 Uhr, Stuttgart Zentrum“.
Menschen mit Behinderungen

Kundgebung zum Recht auf Inklusion am 5. Mai 2026

Euro-Banknoten
Krankenversicherung

Versicherungsfremde Leistungen endlich aus Bundeshaushalt finanzieren