Luftreinhaltung

Höhere Luftmesswerte im ersten Halbjahr 2025

Aufgrund einer langen windarmen und trockenen Wetterperiode waren die Messwerte für die Luftschadstoffe Stickstoffdioxid und Feinstaub im ersten Halbjahr 2025 im Land höher als in den letzten Jahren.

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Stuttgart: Autos und Lastwagen fahren an der Luft-Messstation für Feinstaub und Stickoxide am Neckartor vorbei. (Foto: © dpa)
Symbolbild

Die Messwerte für die Luftschadstoffe Stickstoffdioxid (NO2), Feinstaub PM10 und Feinstaub PM2,5 lagen im ersten Halbjahr 2025 im Land höher als in den vergangenen Jahren – sowohl an straßennahen Messstellen als auch an den Messstellen im städtischen und ländlichen Hintergrund. Ursache für die erhöhten Werte sind lange windarme und trockene Wetterperioden insbesondere in den Monaten Februar und März.

Verkehrsminister Winfried Hermann machte deutlich: „Die höheren Werte sind eine schlechte Nachricht für Menschen mit Asthma, hohem Blutdruck oder anderen Vorerkrankungen. Vor allem Kinder und ältere Menschen bekommen das zu spüren. Die Messwerte stärken unsere vorsorgende Politik: Nur mit wirksamen Maßnahmen wie die schnellere Elektrifizierung des Verkehrs können wir vermeiden, dass die Grenzwerte wieder gerissen werden.“

Messwerte im Halbjahresmittel zum Teil nur knapp unter dem aktuellen Grenzwert

Dr. Ulrich Maurer, Präsident der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW), hob hervor: „An Messstellen mit hohem Verkehrsaufkommen in Stuttgart, Pforzheim und Ludwigsburg sind die gemessenen Werte für Stickstoffdioxid im ersten Halbjahr 2025 im Vergleich zu den Vorjahren gestiegen. Sie liegen nun nur knapp unter dem aktuellen Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Das zeigt: Trotz der Fortschritte bei der Luftreinhaltung in den vergangenen Jahren kann es wieder zu Verschlechterungen kommen – in diesem Fall verursacht durch eine lange windarme und trockene Wetterperiode. Vor dem Hintergrund des Klimawandels müssen wir diese Entwicklung aufmerksam verfolgen.“

Die höchsten NO2-Halbjahreswerte wurden an der Messstelle Ludwigsburg Schlossstraße mit 39 Mikrogramm je Kubikmeter (µg/m³), an der Messstelle Stuttgart Am Neckartor mit 36 µg/m³ und Pforzheim Luisenstraße mit 35 µg/m³ gemessen. Die Daten sind auf der Webseite der LUBW Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg veröffentlicht.

Auch die Messwerte für Feinstaub PM10 liegen im ersten Halbjahr im Mittel höher als in den vorigen Jahren. Die Anzahl der Überschreitungen des PM10-Tagesmittelgrenzwertes von 50 µg/m³ liegt aber an allen Messstellen deutlich unter der maximal zulässigen Anzahl von 35 Überschreitungen im Jahr.

Austauscharme Wetterlagen führen zu erhöhten Luftschadstoffkonzentrationen

Von Mitte Januar bis Anfang März gab es mehrere langanhaltende Wetterperioden, in denen die Luftschadstoffe weder durch ausreichend Wind weggeweht, noch durch Regen aus der Luft „ausgewaschen“ wurden. Zusätzlich gab es verbreitet auch Inversionswetterlagen, bei denen warme Luft in größerer Höhe dafür sorgte, dass sich die Luftschichten nicht durchmischen konnten. Dies führte wiederholt zu einer starken Anreicherung von Luftschadstoffen in der bodennahen Luft.

Neue Grenzwerte für Luftschadstoffe gelten ab 2030

Ab 2030 gelten aufgrund der neuen Luftqualitätsrichtlinie der Europäischen Union (EU) strengere Grenzwerte für Luftschadstoffe. Die Grenzwerte für Stickstoffdioxid (NO2) und Feinstaub PM10 halbieren sich auf 20 µg/m³ im Jahresmittel; der Grenzwert für Feinstaub PM2,5 sinkt auf 10 µg/m³ im Jahresmittel. Auch die zulässige Anzahl der Überschreitungen des Tagesmittelgrenzwerts von Feinstaub PM10 hat sich halbiert; für PM2,5 und NO2 gibt es erstmals Tagesmittelgrenzwerte.

Luftreinhaltefahrpläne mit Maßnahmen bereits ab 2027 notwendig

Die EU-Richtlinie sieht vor, dass bei Überschreitung der zukünftig geltenden Grenzwerte im Messjahr 2026 ab dem Folgejahr Luftreinhaltefahrpläne aufzustellen sind, die wirksame Maßnahmen enthalten müssen, um die Grenzwerte bis zum Jahr 2030 einzuhalten.

Verkehrsminister Hermann bekräftigt: „Damit wir die Luftschadstoffgrenzwerte dann auch wirklich einhalten können, wollen wir mit den Kommunen die nachhaltige Mobilität jetzt vorantreiben: den sauberen öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) stärken, die Elektromobilität ausbauen und den Radverkehr verbessern.“

Die Stadt Ludwigsburg geht mit dem „Modellprojekt Luftreinhaltung B 27“ voran, um beispielsweise mehr Platz für umweltfreundlichen Verkehr zu schaffen und eine Steuerung des Autoverkehrs an der Bundesstraße Bundesstraße (B) 27 zu modellieren. Erste Maßnahmen werden dann versuchsweise im Jahr 2026 umgesetzt. Ebenso sollen neue Maßnahmen in den Stadtteilen die Luftbelastung auf ein gesundes Niveau senken.

Auch das Land sowie andere Kommunen haben in den letzten Jahren bereits umfangreich in nachhaltige Mobilität investiert. Der Autoverkehr in den Städten nimmt deutlich ab, zum Beispiel in Ludwigsburg auf der B 27 durchschnittlich um 18 Prozent seit 2020. In Stuttgart Am Neckartor betrug der Rückgang seit 2013 sogar 25 Prozent.

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